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Angebote in der Weiterbildung

Kommentierte Daten/Kennzahlen zu folgenden Themen:

Weiterbildungsvolumen (1991-2007)

Weiterbildungsvolumen 1991–2007  gemäß BSW/AES. (Quellen: v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 70; Kuwan u.a. 1993, S. 55ff., 1996, S. 58ff., 2000, S. 61ff., 2003, S. 59ff., 2006, S. 56ff.)
Abbildung 1: Weiterbildungsvolumen 1991–20071 gemäß BSW/AES. (Quellen: v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 70; Kuwan u.a. 1993, S. 55ff., 1996, S. 58ff., 2000, S. 61ff., 2003, S. 59ff., 2006, S. 56ff.)

Das auf die Bevölkerung im Alter zwischen 19 und 64 Jahren hochgerechnete gesamte Weiterbildungsvolumen (in Weiterbildungsveranstaltungen verbrachte Gesamtstundenzahl pro Jahr) betrug im Jahr 2007 den Ergebnissen des Adult Education Survey (AES) zufolge 1,7 Mrd. Stunden. 1994 betrug das gesamte Weiterbildungsvolumen noch 2,79 Mrd. Stunden, 1991 2,75 Mrd. Stunden.

Nachdem die berufliche Weiterbildung im Vergleich der Jahre 1991 (1,65 Mrd. Stunden) und 1994 (1,57 Mrd. Stunden) zurückgegangen war, markierte das Jahr 1997 mit 1,95 Mrd. Stunden einen (vorläufigen) Höhepunkt. Die Entwicklung im Zeitverlauf (siehe Grafik) zeigt mit 1,66 Mrd. Stunden in 2000 und 1,24 Mrd. Stunden in 2003 dagegen wieder eine rückläufige Tendenz. Möglicherweise spielt für den Rückgang zwischen den Jahren 2000 und 2003 die Rücknahme von SGB-geförderten Weiterbildungsmaßnahmen eine Rolle. Im Vergleich zur beruflichen Weiterbildung steigt das Volumen der allgemeinen Weiterbildung von 1991 (0,55 Mrd. Stunden) auf 1994 (0,59 Mrd. Stunden) an.

Bei einem Vergleich der Daten ist zu beachten, dass in den Erhebungen zwischen 1997 bis 2003 die für Weiterbildung aufgewendete Zeit ausschließlich für den Bereich der formal organisierten beruflichen Weiterbildung ermittelt wurde.

[1] Anm.: Für die Jahre 1991 und 1994 wurde zusätzlich das Volumen für die „wiederaufgenommene Ausbildung“ separat ausgewiesen.

Kurse und Unterrichtsstunden an VHS (1998-2009)

Entwicklung der Kurse und Unterrichtsstunden an Volkshochschulen 1998–2009 (Quelle: DIE 1999–2010)
Tabelle 1: Entwicklung der Kurse und Unterrichtsstunden an Volkshochschulen 1998–2009 (Quelle: DIE 1999–2010)

Für die Darstellung einer Angebotsentwicklung sind Veranstaltungszahlen und die in diesem Rahmen durchgeführten Unterrichtsstunden maßgebliche Daten. Allerdings stellt sich bei den Volkshochschulen die Angebotsentwicklung uneinheitlich dar. Die Kurszahlen – einbezogen werden offen zugängliche Kurse sowie Kurse als Vertrags-/Auftragsmaßnahmen – steigen im Zeitraum von 1998 bis 2004 kontinuierlich bis auf 560 Tausend Kurse an, erreichen 2005 mit 547 Tausend Kursen einen Tiefstand und steigen ab 2006 wieder kontinuierlich an, auf aktuell 569 Tausend Kurse. Die Zahl der Unterrichtsstunden geht bereits ab 2003 zurück, um dann ab 2005 wieder kontinuierlich anzusteigen. Aktuell wird mit der Zahl der Kursveranstaltungen ein neuer Höchststand erreicht, während die Zahl der Unterrichtsstunden zwar den Stand des Jahres 2003 übertrifft, nicht jedoch den (bisherigen) Höchststand von 15.291 im Jahr 2002.

Veranstaltungen und Unterrichtsstunden im Verbund Weiterbildungsstatistik (2002-2008)

Tabelle 2: Entwicklung der Veranstaltungen und der Unterrichtsstunden bei den Mitgliedsverbänden des Verbunds Weiterbildungsstatistik (2002–2008) (Quelle: DIE 2003–2010)
Tabelle 2: Entwicklung der Veranstaltungen und der Unterrichtsstunden bei den Mitgliedsverbänden des Verbunds Weiterbildungsstatistik (2002–2008) (Quelle: DIE 2003–2010)2

Im „Verbund Weiterbildungsstatistik“ sind der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (BAK AL), die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) zusammengeschlossen. Das Angebot dieser Verbände umfasst im Jahr 2008 hochgerechnet 453 Tausend Kurse, Seminare, Lehrgänge Einzelveranstaltungen, Studienfahrten und Studienreisen sowie Vorträge und andere Kurzformen, die mit 6,8 Mio. Unterrichtsstunden durchgeführt wurden. Nachdem sich beides im Vorjahr positiv entwickelt hat, ist 2008 für die Veranstaltungen ein Rückgang zu beobachten, während die Unterrichtsstunden einen Zuwachs verzeichnen können.

[2] Anm.: Die Daten basieren auf verbandsspezifischen Hochrechnungen. Die Beteiligung der Einrichtungen ist nach Verbänden unterschiedlich und variiert im Zeitverlauf. Nähere Erläuterungen dazu vgl. Weiland/Weiß 2009, S. 11)

Lernfelder/Weiterbildungsthemen der Bevölkerung im Erwerbsalter (2007)

Abbildung 2: Lernfelder/Weiterbildungsthemen der Bevölkerung im Erwerbsalter 2007 nach Anteil an den Nennungen in Prozent, differenziert nach Lernform [NFE] und Weiterbildungsart
Abbildung 2: Lernfelder/Weiterbildungsthemen der Bevölkerung im Erwerbsalter 2007 nach Anteil an den Nennungen in Prozent, differenziert nach Lernform [NFE] und Weiterbildungsart3 (Quelle: v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 89 und 92)

Der Adult Education Survey (AES) 2007 liefert Daten zu der Frage, welche Inhalte Erwachsene vermittelt bekommen, wenn sie an Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen. Bei den Aktivitäten im Bereich der Weiterbildung (NFE) spielt die Kategorie „Umgang mit Computer/Software“ die quantitativ größte Rolle, gefolgt von den Themen „Handel, Marketing, Rechnungswesen“ und „Gesundheit, Pflege, medizinische Dienstleistungen“.

Eine Differenzierung nach Weiterbildungsarten zeigt folgendes Bild: Das Thema „Computer“ hat bei allen drei Weiterbildungsarten einen großen Stellenwert, ebenso das Thema „Gesundheit, Pflege, medizinische Dienstleistungen“. Die Themenfelder „Kunst, Musik, Medien“ sowie „Sprachen, Literatur, Geschichte, Philosophie“ haben in der nicht-berufsbezogenen Weiterbildung eine große Bedeutung, während sie in der betrieblichen Weiterbildung kaum eine Rolle spielen. Die Lernfelder „Arbeit und Organisation“ sowie „Ingenieurwesen, Technik haben lediglich in der betrieblichen Weiterbildung“ ein starkes Gewicht.

[3] NFE = „non-formal education“

Themengebiete allgemeiner Weiterbildung der Bevölkerung im Erwerbsalter (1991-2007)

Tabelle 3: Teilnahme der Bevölkerung im Erwerbsalter an allgemeiner Weiterbildung nach Themengebieten 1991–2007 in Prozent (Auswahl gemäß Rangfolge 2007)  (Quellen: Kuwan u.a. 2006, S. 17; v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 39)
Tabelle 3: Teilnahme der Bevölkerung im Erwerbsalter an allgemeiner Weiterbildung nach Themengebieten 1991–2007 in Prozent (Auswahl gemäß Rangfolge 2007)4 (Quellen: Kuwan u.a. 2006, S. 17; v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 39)

Die Daten des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) geben Auskunft über die Entwicklung von Themenschwerpunkten der Lehrgänge, Kurse oder Vorträge, die von Erwachsenen im Erwerbsalter im letzten Jahr vor der Befragung besucht wurden. Im Zeitverlauf sind leichte Verschiebungen der Teilnahmequoten, jedoch kaum gravierende Veränderungen hinsichtlich der Themenpräferenzen feststellbar. Im Erhebungsjahr 2007 haben die Themenbereiche „Computer, EDV, Internet“, „Sprachkenntnisse“ und „Gesundheit“ die höchste Relevanz. Jeweils sechs bzw. vier Prozent der Befragten haben an Veranstaltungen mit diesem Thema teilgenommen. Eine dauerhaft niedrige Teilnahmequote weist mit einem Prozent der Bereich „Rechte und Pflichten des Staatsbürgers, Wissen über Politik“ aus.

Insgesamt steigt die Teilnahmequote an allgemeiner Weiterbildung im Zeitverlauf von 1991 bis 1997, von 22 Prozent auf 31 Prozent an. In den folgenden zwei Erhebungsjahren sinkt die Teilnahmequote auf jeweils 26 Prozent ab. Im Erhebungsjahr 2007 gibt es dagegen wieder eine leichte Tendenz nach oben, mit einer aktuellen Teilnahmequote von 27 Prozent (vgl. v. Rosenbladt/Bilger 2008, S. 40).

[4] Anm.:* Diese Kategorie wurde 2000 erstmals gesondert erhoben. Zuvor wurden dazu genannte Veranstaltungen der Kategorie „sonstige Themenbereiche“ zugeordnet.

Weiterbildungsanbieter nach zentralen Themenfeldern ihrer Angebote (2009)

Abbildung 3: Weiterbildungsanbieter nach zentralen Themenfeldern ihrer Angebote in der beruflichen und der allgemeinen Weiterbildung in Prozent  (Quelle: BIBB/DIE 2010)
Abbildung 3: Weiterbildungsanbieter nach zentralen Themenfeldern ihrer Angebote in der beruflichen und der allgemeinen Weiterbildung in Prozent5 (Quelle: BIBB/DIE 2010)

Die bundesweite Umfrage des wbmonitor 2010 liefert trägerübergreifende Daten zu Themenschwerpunkten aus Anbietersicht. Zentrale Themenfelder in der beruflichen Weiterbildung sind: Führungs-/Managementtraining, Selbstmanagement und Soft Skills. 32 Prozent der Anbieter legen ihren Angebotsschwerpunkt auf diese Themen, 40 Prozent führen Veranstaltungen in diesem Bereich durch. Von großer Relevanz ist ebenfalls der Themenbereich „Kaufmännische Weiterbildung“. Jeweils 31 Prozent der Anbieter legen ihren Fokus auf diesen Bereich bzw. hatten Veranstaltungen dazu im Angebot. Auch das „berufsbezogene IT-Wissen“ hat bei den Weiterbildungsanbietern eine große Bedeutung. Mehr als die Hälfte aller Anbieter hatten Veranstaltungen zu diesem Thema im Programm, dabei stellte es für 26 Prozent den Angebotsschwerpunkt dar. Bei Anbietern allgemeiner Weiterbildung sind dagegen die Themenfelder „IT-Grundwissen“, „Sprachen und interkulturelle Kompetenz“ sowie „Gesundheit, Wellness“ von herausgehobener Bedeutung.

[5] hochgerechnete Werte auf Basis von n~1.220 Anbietern

Unterrichtsstunden nach Programmbereichen an VHS (1970-2009)

Abbildung 4: Unterrichtsstundenanteile der Programmbereiche an allen offenen Kursen der VHS in Prozent 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)
Abbildung 4: Unterrichtsstundenanteile der Programmbereiche an allen offenen Kursen der VHS in Prozent 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)

Die quantitative Entwicklung der Themenbereiche, die in offen zugänglichen Kursen an Volkshochschulen belegt werden können, stellt sich folgendermaßen dar: Gemessen an den Anteilen der Unterrichtsstunden an allen offenen Kursen ist im Jahr 2009 der Programmbereich „Sprachen“ mit 42 Prozent der größte Bereich, gefolgt von Gesundheit mit 19 Prozent und Arbeit/Beruf mit 15 Prozent. „Grundbildung/Schulabschlüsse“ und „Kultur/Gestalten“ liegen je bei 10 Prozent, „Politik/Gesellschaft/Umwelt“ bei fünf Prozent. Im Zeitverlauf von 1970 bis 2009 haben die Bereiche „Sprachen“ und „Gesundheit“ zugenommen, „Politik/Gesellschaft/Umwelt“, „Kultur/Gestalten“ eher abgenommen. Bei den beiden anderen Bereichen schwanken die Anteile an den Unterrichtsstunden im Zeitverlauf, bei „Arbeit/Beruf“ zwischen 15 Prozent und 22 Prozent und bei „Grundbildung/Schulabschlüsse“ zwischen 7 Prozent und 11 Prozent.

Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigen, dass das jährliche Unterrichtsstundenvolumen insgesamt von 1970 bis 2009 stark zugenommen hat, von 2,8 Mio. 1970 auf 15,3 Mio. 2009. Abbildung xy (2 weiter) zeigt die Entwicklung der absoluten Zahl der Unterrichtsstunden in offenen Kursen für die einzelnen Programmbereiche.

Belegungen nach Programmbereichen an VHS (1970-2009)

Abbildung 5: Anteile der Belegungen in den Programmbereichen an allen offenen Kursen der VHS in Prozent 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)
Abbildung 5: Anteile der Belegungen in den Programmbereichen an allen offenen Kursen der VHS in Prozent 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)

Die Belegungen an offen zugänglichen Kursen der Volkshochschulen verteilt auf die sechs Programmbereiche zeigen den unterschiedlichen Stellenwert der einzelnen thematischen Bereiche und die Verschiebungen zwischen den Programmbereichen im Zeitverlauf. „Gesundheit“ als aktuell größter Bereich baute seinen Anteil an den Belegungen nahezu kontinuierlich aus, von 18 Prozent im Jahr 1970 auf 34 Prozent 2009, ab Mitte der 1990er Jahre überholte er „Sprachen“ als wichtigsten Programmbereich. Bei dem aktuell zweitgrößten Bereich „Sprachen“ liegt der Anteil der Belegungen auf kontinuierlich hohem Niveau, mit Schwankungen zwischen 26 Prozent und 32 Prozent. Der Stellenwert des Bereichs „Kultur/Gestalten“ nimmt bis Mitte der 1980er Jahre zu, mit einem Anteil von 25 Prozent als (bisherigem) Höhepunkt zwischen den Jahren 1979 und 1984, danach geht der Anteil kontinuierlich zurück auf 15 Prozent im Jahr 2009. Auf den Bereich „Arbeit/Beruf“ entfallen anfangs noch rund 20 Prozent der Belegungen, nach einem Zwischenhoch Mitte bis Ende der 1990er Jahre liegt der Anteil an Belegungen aktuell bei 11 Prozent. „Politik/Gesellschaft/Umwelt“ geht von 17 Prozent bis Mitte der 1990er Jahre auf neun Prozent zurück, danach stabilisierte sich der Anteil der Belegungen um zehn Prozent. Die Anteile der Belegungen im Bereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ gehen bis 2000 auf niedrigem Niveau stetig zurück, steigen danach wieder an auf rund 2 Prozent im Jahr 2009.

Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigen, dass die Belegungen von 1970 bis 2009 stark zugenommen haben, von 2,2 Mio. 1970 auf 6,4 Mio. 2009. Abbildung xy (2 weiter) zeigt die Entwicklung der absoluten Zahl der Belegungen in offenen Kursen für die einzelnen Programmbereiche.

Zuwächse/Rückgänge der Unterrichtsstunden offener Kurse pro Programmbereich an VHS (2000-2009, 2005-2009)

Abbildung 5: Anteile der Belegungen in den Programmbereichen an allen offenen Kursen der VHS in Prozent 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)
Abbildung 6: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden offener Kurse an VHS insgesamt und nach Programmbereichen in Prozent 2000-2009 und 2005-2009 (Quelle: DIE 2001–2010)

Die Abbildung 6 zeigt die unterschiedlich ausgeprägten Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden offen zugänglicher Kurse an Volkshochschulen in dem 10-Jahres-Zeitraum von 2000-2009 bzw. 5-Jahres-Zeitraum von 2005-2009. Die Zuwachsrate für die offenen Kurse beträgt, ausgehend vom Jahr 2000, für die folgenden 10 Jahre insgesamt 2 Prozent, für die 5 Jahre seit 2005 6 Prozent. Bereiche mit Zuwachsraten sind „Gesundheit“ (10 Jahre: +21 Prozent; 5 Jahre: +9 Prozent), „Sprachen“ (10 Jahre: +14 Prozent; 5 Jahre: +9 Prozent) und „Grundbildung/Schulabschlüsse“ (10 Jahre: +36 Prozent; 5 Jahre: +15 Prozent). Bereiche mit Rückgängen sind „Kultur/Gestalten“ (10 Jahre: -11 Prozent; 5 Jahre: -5 Prozent) und „Arbeit/Beruf“ (10 Jahre: -39 Prozent; 5 Jahre: -5 Prozent). Der Bereich „Politik/Gesellschaft/Umwelt“ verliert ausgehend vom Niveau 2000 9 Prozent, für den Zeitraum seit 2005 beträgt die Zuwachsrate 10 Prozent. Die Entwicklung der Anteile der einzelnen Programmbereiche an den Unterrichtsstunden über einen längeren Zeitraum zeigt Abbildung 4.

Zuwächse/Rückgänge der Belegungen offener Kurse pro Programmbereich an VHS (2000-2009, 2005-2009)

Abbildung 7: Zuwächse und Rückgänge der Belegungen offener Kurse an VHS insgesamt und nach Programmbereichen in Prozent 2000-2009 und 2005-2009 (Quelle: DIE 2001–2010)
Abbildung 7: Zuwächse und Rückgänge der Belegungen offener Kurse an VHS insgesamt und nach Programmbereichen in Prozent 2000-2009 und 2005-2009 (Quelle: DIE 2001–2010)

Die Zuwächse und Rückgänge der Belegungen offener Kurse an Volkshochschulen werden in dieser Abbildung veranschaulicht. Die Belegungen in den letzten 10 Jahren an offenen Kursen insgesamt zeigen einen Negativtrend: In dem 5-Jahreszeitraum 2005-2009 weisen sie aktuell einen Rückgang von 2 Prozent auf, gegenüber dem Jahr 2000 ist ein Rückgang von 8 Prozent zu verzeichnen. Rückgänge gab es ebenso in den Bereichen „Politik/Gesellschaft/Umwelt“ (10 Jahre: -3 Prozent; 5 Jahre: -3 Prozent), „Kultur/Gestalten“ (10 Jahre: -13 Prozent; 5 Jahre: -11 Prozent), „Sprachen“ (10 Jahre: -4 Prozent; 5 Jahre: -1 Prozent) und insbesondere im Bereich „Arbeit/Beruf“ (10 Jahre: -45 Prozent; 5 Jahre: -8 Prozent). Zuwächse zeigen die Programmbereiche „Gesundheit“ (10 Jahre: +8 Prozent; 5 Jahre: +2 Prozent) und „Grundbildung/Schulabschlüsse“ (10 Jahre: +22 Prozent; 5 Jahre: +5 Prozent). Die Entwicklung der Anteile der einzelnen Programmbereiche an den Belegungen über einen längeren Zeitraum zeigt Abbildung 5.

Unterrichtsstunden nach Themenbereichen im Verbund Weiterbildungsstatistik (2002-2008)

Abbildung 8: Unterrichtsstundenanteile der Themenbereiche an allen Veranstaltungen im Verbund Weiterbildungsstatistik in Prozent 2002–2008  (Quelle DIE 2003–2009)
Abbildung 8: Unterrichtsstundenanteile der Themenbereiche an allen Veranstaltungen im Verbund Weiterbildungsstatistik in Prozent 2002–20086 (Quelle DIE 2003–2009)

Das thematische Profil der im Verbund Weiterbildungsstatistik beteiligten Einrichtungen wird in dieser Grafik anhand der Unterrichtsstundenanteile unterschiedlicher Themenbereiche abgebildet. Die jeweiligen Anteile der Unterrichtsstunden sind im Zeitverlauf von 2002 bis 2008 weitgehend stabil, Verschiebungen beim Gewicht der Themenbereiche finden keine statt. Die Themenbereiche entsprechen weitgehend den Programmbereichen der Volkshochschul-Statistik; im Verbund ist jedoch der VHS-Programmbereich Politik-Gesellschaft-Umwelt in die drei Themen Politik-Gesellschaft, Familie-Gender-Generationen und Religion-Ethik differenziert, da hier thematische Schwerpunkte dieser Anbieter liegen.

Der thematische Schwerpunkt des Weiterbildungsangebots liegt auf dem Bereich „Familie/Gender/Generationen“. Auf diesen Themenbereich entfallen im Zeitverlauf zwischen 32 Prozent und 36 Prozent aller Unterrichtsstunden. „Kultur/Gestalten“ folgt mit einem Anteil von 13 Prozent am gesamten Stundenvolumen, „Gesundheit“ mit 12 Prozent, „Arbeit/Beruf“ mit 11 Prozent. Die Anteile der Themenbereiche „Religion/Ethik“ und „Politik/Gesellschaft“ machen jeweils 9 Prozent aus. Die Bereiche „Sprachen“ gehören mit 6 Prozent und „Grundbildung/Schulabschlüsse“ mit 5 Prozent zu den kleineren Bereichen. Der Themenbereich „Umwelt“ ist mit einem Anteil am Stundenvolumen von knapp einem Prozent der kleinste Bereich.

[6] Anmerkung: Die Daten basieren auf verbandsspezifischen Hochrechnungen. Die Beteiligung der Einrichtungen ist nach Verbänden unterschiedlich und variiert im Zeitverlauf. Nähere Erläuterungen dazu vgl. Weiß/Horn 2010, S. 11.

Unterrichtsstunden nach Themenbereichen der Lehrgänge der IHK (2005-2008)

Abbildung 9: Verteilung der Unterrichtsstunden nach Themenbereichen der Lehrgänge (Aufstiegs- und Anpassungsbildung) der IHK 2005–2009 (AEVO = Ausbildereignungsverordnung) (Quellen: DIHK 2008, S. 66–69, DIHK 2009, S. 70–73 und DIHK 2010, S. 74–76)
Abbildung 9: Verteilung der Unterrichtsstunden nach Themenbereichen der Lehrgänge (Aufstiegs- und Anpassungsbildung) der IHK 2005–2009 (AEVO = Ausbildereignungsverordnung) (Quellen: DIHK 2008, S. 66–69, DIHK 2009, S. 70–73 und DIHK 2010, S. 74–76)

Die Schwerpunkte der Aufstiegs- und Anpassungsbildung der Industrie- und Handelskammern liegen deutlich erkennbar auf den „kaufmännischen“ und „industriell-technischen“ Themenbereichen. Nach einer abnehmenden Tendenz bei den Unterrichtsstundenanteilen der „kaufmännischen“ Lehrgänge seit 2005 nimmt dieser Bereich 2009 wieder zu. Der „industriell-technische“ Bereich“ geht dagegen, nach einem kontinuierlichen Anstieg im Zeitraum 2005 bis 2008, im Jahr 2009 zurück auf das Niveau von 2007. Die Weiterbildungen in den Themenbereichen „IT und Medien“ sowie die Lehrgänge der „Ausbildungseignungsverordnung (AEVO)“ haben mit Anteilen von jeweils 5 Prozent einen geringeren Stellenwert. Die Anteile bei beiden Themenbereichen zeigen jeweils nur geringe Schwankungen. Auch die Anteile der Unterrichtsstunden bei den Lehrgängen der „Querschnittsthemen“ liegen seit 2005 bei rund 12 Prozent und bleiben vergleichsweise stabil.

Themenbereiche betrieblicher Weiterbildung: Anteile am gesamten Stundenvolumen (1992 – 2004)

Abbildung 10: Themenbereiche betrieblicher Weiterbildung nach ihren Anteilen am gesamten Stundenvolumen 1992–2004 (Quellen: Weiß 2003, S. 15; Werner 2006, S. 5)
Abbildung 10: Themenbereiche betrieblicher Weiterbildung nach ihren Anteilen am gesamten Stundenvolumen 1992–2004 (Quellen: Weiß 2003, S. 15; Werner 2006, S. 5)

Die Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zwischen 1992 und 2004 erfassten Inhalte betrieblicher Weiterbildung und zeigen somit die Entwicklungen der jeweiligen Anteile am gesamten Stundenvolumen auf. Betriebliche Weiterbildung umfasst bei den Erhebungen formelle Maßnahmen wie Lehrgänge, Kurse, Seminare und informelle Maßnahmen wie Unterweisungen am Arbeitsplatz, Informationsveranstaltungen oder PC-gestütztes Lernen, die von den Unternehmen ganz oder teilweise direkt oder auch in indirekter Form finanziert werden.

Im Zeitverlauf verändert sich die Relation der Themenbereiche kaum, die Anteile am Stundenvolumen unterliegen nur leichten Schwankungen. Die „gewerblichen, naturwissenschaftlich-technischen und gestalterischen Themen“ haben 2004 mit 35 Prozent den größten Anteil am Stundenvolumen, gefolgt von den „kaufmännischen Themen“ mit einem Anteil von 30 Prozent. Die „Informations- und Kommunikationstechniken“ haben einen 20-Prozent-Anteil, auf die „fachübergreifenden Themen“ entfallen 15 Prozent des Stundenvolumens.

Anteile der Themenbereiche an den Teilnahmestunden (2005)

Abbildung 11: Anteile der Themenbereiche an den Teilnahmestunden in Prozent 2005 (Quelle: Statistisches Bundesamt 2008, S. 39)
Abbildung 11: Anteile der Themenbereiche an den Teilnahmestunden in Prozent 20057 (Quelle: Statistisches Bundesamt 2008, S. 39)

Daten zu Art und Umfang der betrieblichen Weiterbildung werden im Rahmen der Europäischen Erhebungen über die betriebliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS - Continuing Vocational Training Survey) erhoben. Berufliche Weiterbildung im Sinne dieser Erhebungen umfassen Maßnahmen wie Lehrgänge, Kurse und Seminare sowie informelle Maßnahmen wie Informationsveranstaltungen, arbeitsplatznahe Formen der Qualifizierung und selbstgesteuertes Lernen, die vollständig oder teilweise vom Unternehmen finanziert werden, sei es direkt oder indirekt.

Lehrveranstaltungen in der betrieblichen Weiterbildung finden zu einer Vielzahl von Themen statt. In der dritten CVTS-Erhebung 2005 entfällt mit 16 Prozent der größte Anteil der Teilnahmestunden auf den Bereich „Persönlichkeitsentwicklung, Qualitätsmanagement u.a.“. Mit Stundenanteilen von jeweils über 10 Prozent folgen die Themengebiete „EDV/Informationstechnik“ „Technik, Produktion“ und „Verkaufstraining, Marketing“. Der geringste Stundenanteil entfällt mit 2 Prozent auf den Themenbereich „Dienstleistungen“. Gegenüber der letzten Erhebung (CVTS II) hat der Bereich „Persönlichkeitsentwicklung“ an Stundenanteilen gewonnen (1999: 9%), das Thema „EDV/Informationstechnik“ dagegen machte 1999 noch 21% der Teilnahmestunden aus. Bei den übrigen Themenbereichen beträgt die Veränderung des Anteilswerts gegenüber 1999 weniger als 4 Prozentpunkte. Die Angabe „andere Themenbereiche“ wird nicht aufgeführt, liegt aber ungefähr bei 20%. (Quelle: Statistisches Bundesamt (2002): Zweite Europäische Erhebung zur beruflichen Weiterbildung (CVTS2). Wiesbaden. S. 92)

[7] ohne „andere Themenbereiche“ mit einem Anteil von 20%

Unterrichtsstunden und Belegungen im Programmbereich Sprachen der VHS (1987-2009)

Abbildung 12: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen im VHS-Programmbereich „Sprachen“ 1987–2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988–2010)
Abbildung 12: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen im VHS-Programmbereich „Sprachen“ 1987–2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988–2010)

Gemessen an den Unterrichtsstunden und Belegungen gehört der Programmbereich „Sprachen“ traditionell zu den größten thematischen Bereichen an den Volkshochschulen. Die Unterrichtsstunden der offen zugänglichen Sprachkurse steigen im Zeitraum 1987-2009 von knapp vier Millionen auf über sechs Millionen, das entspricht insgesamt einem Plus von 56 Prozent; lediglich im Jahr 1998 gibt es einen Rückgang um 7 Prozent. Bei dem folgenden Wiederanstieg wird im Jahr 2005 wieder das Niveau von 1997 erreicht.

Bei den Belegungen der Sprachkurse gibt es im Zeitraum 1987-2009 einen Zuwachs, im Vergleich mit den Unterrichtstunden jedoch in geringerem Ausmaß. Die Belegungen steigen um 16 Prozent, von 1,5 Millionen im Jahr 1987 auf 1,8 Millionen 2009.

Zuwächse/Rückgänge der Unterrichtsstunden offener Kurse im Programmbereich Sprachen der VHS (1988-2009, 2000-2009, 2005-2009)

Abbildung 13: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden offener Sprachkurse an VHS in Prozent (1988-2009, 2000-2009, 2005-2009) (Quelle: DIE 1989–2010)
Abbildung 13: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden offener Sprachkurse an VHS in Prozent (1988-2009, 2000-2009, 2005-2009) (Quelle: DIE 1989–2010)

Die Unterrichtsstunden der offen zugänglichen Sprachkurse an den Volkshochschulen steigen an. Im Zeitraum von 1988 bis 2009 verzeichnen sie ein Plus von 41 Prozent, 2009 im Vergleich zu 2005 ist eine Steigerung von neun Prozent zu sehen. Die Entwicklung der wichtigsten Fremdsprachen, gemessen an den Unterrichtsstunden, zeigt dabei ein differenziertes Bild: Im Zeitraum von 1988 bis 2009 steigen die Unterrichtsstunden der offenen Kursangebote in Englisch (+4%), Italienisch (+17%) und Spanisch (+62) an, während die Unterrichtsstunden der Französischkurse zurückgehen (-40%). In dem Zeitabschnitt 2005-2009 verlieren auch die Sprachen Englisch und Italienisch an Bedeutung: die Unterrichtsstunden der Englischkurse gehen um sieben Prozent zurück, Italienisch verliert vier Prozent. Lediglich die die Unterrichtsstunden der Spanischkurse bleiben stabil.

Zuwächse der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im Fachbereich Sprachen der VHS (2005-2009)

Abbildung 14: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen ausgewählter Sprachkurse an VHS in Prozent 2005-2009 (Quelle: DIE 2006-2010)
Abbildung 14: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen ausgewählter Sprachkurse an VHS in Prozent 2005-2009 (Quelle: DIE 2006-2010)

Die Zuwächse der Unterrichtsstunden und Belegungen der „selten gelernten“ Fremdsprachen an Volkshochschulen zeigt Abbildung 14. Die höchsten Zuwächse bei den Belegungen und Unterrichtsstunden erreichen Norwegisch und Neuhebräisch, im Zeitraum 2005 bis 2009 steigen bei diesen Sprachen Angebot und Nachfrage um jeweils rund 30 Prozent. Bei Chinesisch gibt es eine Kluft zwischen der Nachfrage und den durchgeführten Unterrichtsstunden. Die Unterrichtsstunden steigen um 20 Prozent, während die Belegungen seit 2005 nur um ein Prozent zunehmen. Auch bei Dänisch, Schwedisch und Niederländisch übersteigt der Zuwachs der Unterrichtsstunden jeweils den Zuwachs der Belegungen. Japanisch ist dagegen eine Sprache, bei der die Nachfrage stärker wächst als das Angebot.

Unterrichtsstunden und Belegungen in dem Programmbereich Gesundheit der VHS (1987-2009)

Abbildung 15: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen im VHS-Programmbereich „Gesundheit“ 1987-2009 (Quelle: DIE 1988-2010)
Abbildung 15: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen im VHS-Programmbereich „Gesundheit“ 1987-2009 (Quelle: DIE 1988-2010)

Gemessen an Unterrichtsstunden und Belegungen spielt der Programmbereich „Gesundheit“ bei den Volkshochschulen eine zunehmend bedeutende Rolle, sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zu den anderen Themenbereichen. Angebot und Nachfrage nehmen zu, seit 1987 stiegen die Belegungen um 67 Prozent von 1,2 Mio. auf aktuell 2,2 Mio. Die durchgeführten Unterrichtsstunden wuchsen im gleichen Zeitraum um 83 Prozent von 1,5 Mio. auf 2,8 Mio. im Jahr 2009. Seit 2005 steigen die Unterrichtsstunden im Bereich „Gesundheit“ um 9 Prozent, die Belegungen wachsen um 2 Prozent. Am stärksten ins Gewicht fallen die beiden großen Fachgebiete des Programmbereichs Gymnastik/Bewegung/Körpererfahrung (2009: 45,6% der Unterrichtsstunden; Zuwachs 1987 – 2009: 120%) und Autogenes Training/Yoga/Entspannung (2009: 31,1% der Unterrichtsstunden; Zuwachs 1987 – 2009: 130%).

Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im Programmbereich Gesundheit der VHS (2005-2009)

Abbildung 16: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich Gesundheit in Prozent 2005-2009 (Quelle: DIE 2006-2010)
Abbildung 16: Zuwächse und Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich Gesundheit in Prozent 2005-2009 (Quelle: DIE 2006-2010)

Die Abbildung von Zuwächsen und Rückgängen der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse an Volkshochschulen im Programmbereich „Gesundheit“ zeigt im Zeitraum 2005 bis 2009 deutliche Unterschiede bei einzelnen Themen. Die Nachfrage nach den Weiterbildungsthemen „Gesundheitspflege/Erste Hilfe/Krankenpflege“, „Autogenes Training/Yoga/Entspannung“ sowie „Ernährung“ nehmen zu, während die Nachfrage bei den Themenbereichen „Gesundheitspolitik/-wesen“ und „Erkrankungen/Heilmethoden“ sinkt. Bezogen auf das Ausgangsniveau an Unterrichtsstunden gewinnen die Themengebiete „Autogenes Training/Yoga/Entspannung“ mit einem Zuwachs von 18 Prozent und „Gesundheitspflege/Erste Hilfe/Krankenpflege“, mit einem Plus von 7 Prozent relativ am meisten dazu. Dagegen verliert „Gesundheitspolitik/-wesen“ 16 Prozent bei den Unterrichtsstunden und „Erkrankungen/Heilmethoden“ sogar 29 Prozent.

Absolut gesehen wird der Programmbereich Gesundheit an Volkshochschulen dominiert von den beiden Fachgebieten Gymnastik/Bewegung/Körpererfahrung (2009: 45,6% der Unterrichtsstunden insgesamt) und Autogenes Training/Yoga/Entspannung (2009: 31,1% der Unterrichtsstunden insgesamt).

Unterrichtsstunden und Belegungen in dem Programmbereich Arbeit/Beruf der VHS (1987-2009)

Abbildung 17: Entwicklung der Unterrichtstunden im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ 1987-2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988-2010)
Abbildung 17: Entwicklung der Unterrichtstunden im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ 1987-2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988-2010)

Das Jahr 2000 markiert bei den Volkshochschulen eine Zäsur im Programmbereich „Arbeit/Beruf“. Das Angebot, gemessen an Unterrichtsstunden, steigt von 1987 bis zum Jahr 2000 um 16 Prozent auf 2,5 Mio. Unterrichtsstunden. Ab 2001 geht das Angebot im Bereich „Arbeit/Beruf“ kontinuierlich zurück, um 36 Prozent auf 1,5 Mio. Unterrichtsstunden 2009. Diese Entwicklungen spiegeln sich in besonderer Weise in den im Bereich „Arbeit/Beruf“ angesiedelten Angebot zum Thema Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) wider. Die Unterrichtsstunden der IuK-Kurse steigen von 1987 bis 2000 an, um 190 Prozent auf 1,5 Mio. Unterrichtsstunden. In den Jahren nach 2000 hat auch dieser Themenbereich mit Rückgängen zu kämpfen, die Unterrichtsstunden sinken um 52 Prozent auf 700 Tausend im Jahr 2009. Das rückläufige Angebot in den letzten Jahren deutet auf eine sinkende Nachfrage bezüglich dieser Themen hin, was auch die Entwicklungen der Kursanmeldungen im Bereich „Arbeit/Beruf“ an Volkshochschulen vermuten lassen (siehe Abb. 18).

Abbildung 18: Entwicklung der Belegungen im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ 1987–2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988-2010)
Abbildung 18: Entwicklung der Belegungen im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ 1987–2009 (offene Kurse) (Quelle: DIE 1988-2010)

Die Entwicklungstendenzen bei den Belegungen im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ spiegeln die Entwicklung des Angebots an den Volkshochschulen zu diesem Themenbereich wider (vgl. Abb. 17). Bezogen auf offen zugängliche Kurse steigt im Zeitraum von 1987 bis 2000 die Nachfrage um 60 Prozent auf über eine Mio. im Jahr 2000, die Belegungen zum Thema Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) nehmen in diesem Zeitraum sogar um das Dreifache zu. Nach diesen Zuwächsen hat der Bereich „Arbeit/Beruf“ seit 2001 stetige Rückgänge zu verzeichnen: Die Belegungen der offenen Kurse gehen im Zeitraum 2001-2009 um 41 Prozent auf 578 Tausend zurück, die Belegungen der Kurse zum Thema IuK-Anwendungen sinken um 52 Prozent auf 344 Tausend.

Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im Programmbereich Arbeit/Beruf der VHS (2000-2009, 2005-2009)

Abbildung 19: Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ in Prozent 2000-2009 und 2005-2009 (Quelle: DIE 2001–2010)
Abbildung 19: Rückgänge der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich „Arbeit/Beruf“ in Prozent 2000-2009 und 2005-2009 (Quelle: DIE 2001–2010)

Bei den Volkshochschulen ist schon seit 10 Jahre ein anhaltender negativer Trend bei der Entwicklung des Angebots und der Nachfrage im Themenbereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zu sehen (vgl. Abb. 17 und Abb. 18). In besonderem Maße von dem Rückgang betroffen sind die kaufmännischen IuK-Anwendungen. Seit 2000 hat das Unterrichtsstundenvolumen in diesem Themenbereich um 76 Prozent abgenommen, die Belegungen um 77 Prozent. Im Zeitraum von 2005-2009 sind die Rückgänge etwas zurückgegangen, sie belaufen sich bei den Unterrichtsstunden auf 34 Prozent, bei den Belegungen auf 31 Prozent. Bei den technischen IuK-Anwendungen sind die Rückgänge in den letzten 10 Jahren ähnlich hoch, das Unterrichtsstundenvolumen geht um 66 Prozent zurück, der Rückgang der Nachfrage fällt mit 70 Prozent sogar noch höher aus. Auch in diesem Bereich gehen die Rückgänge ab 2005 leicht zurück, sie belaufen sich bei den Unterrichtsstunden auf 41 Prozent, bei den Belegungen auf 42 Prozent. Ebenfalls von den Rückgängen betroffen ist das Angebot und die Nachfrage zu den „IuK-Grundlagen/allgemeine Anwendungen“. In den 10 Jahren seit 2000 geht das Unterrichtsstundenvolumen um 45 Prozent zurück, die Belegungen um 46 Prozent; in den fünf Jahren seit 2005 haben sich die Rückgange deutlich abgeschwächt, sie belaufen sich nur noch auf 5 Prozent bzw. 8 Prozent bei den Belegungen.

Unterrichtsstunden und Belegungen in dem Programmbereich Grundbildung/Schulabschlüsse der VHS (1970-2009)

Abbildung 20: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen offener VHS-Kurse im Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)
Abbildung 20: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen offener VHS-Kurse im Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ 1970–2009 (Quelle: DIE 1971–2010)

An den Volkshochschulen steigen die Unterrichtsstunden im Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ von 1970 bis zum Jahr 1991 um 600 Prozent auf 1,6. Mio. an. Bis 1998 ist dann ein Rückgang auf unter eine Million Unterrichtsstunden zu verzeichnen, entsprechend dem Niveau zu Beginn der 1980er Jahre. Von 2002 bis 2008 erfolgt ein Wiederanstieg der Unterrichtsstunden auf 1,3 Mio., 2009 ist wieder einen Rückgang um 2 Prozent zu beobachten. Die Fachgebiete mit dem größten Stundenumfang sind Realschulabschluss (2009: 26,2% der Unterrichtsstunden), Hauptschulabschluss (2009: 21,7% der Unterrichtsstunden) und Alphabetisierung/Elementarbildung (2009: 17,6% der Unterrichtsstunden, siehe folgende Grafik) und haben stark zum Anstieg der letzten 10 Jahre beigetragen.

Bei den Belegungen erreichte der Programmbereich 1975 mit 166 Tausend Anmeldungen seinen Höchststand, der bislang tiefste Stand nach 1975 ist mit 86 Tausend im Jahr 1999 zu sehen. Die Kursbelegungen stiegen danach wieder an, insgesamt um 23 Prozent im Zeitraum von 2000 bis 2009 auf aktuell 111 Tausend.

Trotz der im Vergleich zu den anderen Programmbereichen überdurchschnittlichen Zuwächse beim Angebot und der Nachfrage in den letzten 10 Jahren (vgl. Abb. 6 und Abb. 7) spielt der Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“, gemessen an Unterrichtsstunden und Belegungen, im Vergleich zu den anderen thematischen Bereichen der Volkshochschulen nur eine nachrangige Rolle.

Unterrichtsstunden und Belegungen in dem Programmbereich Elementarbildung/Alphabetisierung der VHS (1977-2009)

Abbildung 21: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ 1977-2009 (Quelle: DIE 1978–2010)
Abbildung 21: Entwicklung der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ 1977-2009 (Quelle: DIE 1978–2010)

An den Volkshochschulen ist im Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ seit 1977 ein Anstieg der Unterrichtsstunden zu verzeichnen mit einem (vorläufigen) Höchststand von 348 Tausend im Jahr 1990. Von 1994 bis 2000 erfolgt ein Rückgang um 50 Prozent auf 112 Tausend, in den folgenden Jahren ist ein Wiederanstieg um mehr als 100 Prozent verzeichnen, auf aktuell 228 Tausend Unterrichtsstunden.

Bei den Belegungen verläuft die Entwicklung in den ersten Jahren nach 1977 gegenläufig zu der Entwicklung der Unterrichtstunden. Im Zeitraum von 1977 bis 1983 gehen die Belegungen zunächst um 18 Prozent auf knapp 21 Tausend zurück. Der darauf folgende Wiederanstieg erreicht 1990, ebenso wie bei den Unterrichtsstunden, einen (vorläufigen) Höchststand, mit 33 Tausend Belegungen. Ein erneuter Rückgang endet 1999, danach gewinnt der Bereich „Alphabetisierung/Elementarbildung“ wieder deutlich an Gewicht. Im Zehnjahresvergleich seit 2000 zeigt sich ein Zuwachs bei den Belegungen um 46 Prozent. Hier könnte die von der UNESCO ausgerufene Weltalphabetisierungsdekade von 2003 – 2012 eine Rolle spielen, in deren Rahmen auch in Deutschland verschiedene Programme zur Alphabetisierung aufgelegt wurden; u.a. ist auch der Deutsche Volkshochschul-Verband in dem nationalen Aktionsbündnis zur Alphabetisierung beteiligt.

Zuwächse/Rückgänge der Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ der VHS (2000-2009, 2005-2009)

Abbildung 22: Zuwächse der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ in Prozent 2000-2009 und 2005- 2009 (Quelle: DIE 2001–2010)
Abbildung 22: Zuwächse der Unterrichtsstunden und Belegungen offener Kurse im VHS-Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ in Prozent 2000-2009 und 2005- 2009 (Quelle: DIE 2001–2010)

Der Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ der Volkshochschulen und darunter insbesondere das Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ spielt unter bildungs- und sozialpolitischen Gesichtspunkten eine bedeutende Rolle. In den letzten 10 Jahren nehmen sowohl Angebot als auch Nachfrage in diesem Bereich stark zu. In den Jahren nach 2000 bzw. 2005 steigen die Unterrichtsstunden im Programmbereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ um 36 Prozent bzw. 15 Prozent.

Die Unterrichtsstunden im Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ nehmen in den gleichen Zeiträumen noch stärker zu, in den letzten 10 Jahren zeigt sich hier eine Wachstumsrate von 102 Prozent, seit 2005 beträgt der Zuwachs rund 33 Prozent. Auch die Belegungen steigen an, wenn auch weniger stark als die Unterrichtsstunden. Im Bereich „Grundbildung/Schulabschlüsse“ betragen die Zuwachsraten seit 2000 23 Prozent, seit 2005 5 Prozent. Im Fachgebiet „Alphabetisierung/Elementarbildung“ nehmen die Belegungen seit 2000 um 46 Prozent zu, seit 2005 um 8 Prozent.

Letzte Änderung: 12.04.2012