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Einrichtungen in der Weiterbildung

Kommentierte Daten/Kennzahlen zu folgenden Themen:

Anbieterdichte in den Bundesländern (2008)

Abbildung 1: Anbieterdichte in den Bundesländern 2008 (Anzahl der Weiterbildungsanbieter pro 100.000 Einwohner (Quelle: Dietrich/Schade/Behrensdorf 2008, S. 39; eigene Darstellung)
Abbildung 1: Anbieterdichte in den Bundesländern 2008 (Anzahl der Weiterbildungsanbieter pro 100.000 Einwohner (Quelle: Dietrich/Schade/Behrensdorf 2008, S. 39; eigene Darstellung)

Zur Ermittlung der Grundgesamtheit der Weiterbildungsanbieter in Deutschland wurden in dem Projekt „Anbieterforschung“, in Kooperation zwischen dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und dem Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES), Daten von institutionalisierten oder betrieblich verfassten Einrichtungen erhoben, die Weiterbildung als Haupt- oder Nebenaufgabe regelmäßig oder wiederkehrend offen zugänglich anbieten. Die meisten Anbieter finden sich in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Im Verhältnis zu den Einwohnern verfügen jedoch die Stadtstaaten Bremen und Hamburg über die höchste Anbieterdichte, wobei diese insgesamt in den nördlichen Ländern, mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, niedriger ausfällt als in den südlichen (s. Abb. 1). Die Spannbreite liegt zwischen 55,4 Anbietern pro 100.000 Einwohner in Hamburg und 23,1 Anbietern in Brandenburg. Durchschnittlich liegt die Dichte bei 32,4 Anbietern pro 100.000 Einwohner.

Anbietergröße nach Unterrichtsstundenvolumen (2008)

Abbildung 2: Anbietergröße nach Unterrichtsstundenvolumen – alle Anbieter 2008 (Verteilung in Prozent nach Unterrichtsstundenvolumen) (Quelle: Projekt Anbieterforschung)
Abbildung 2: Anbietergröße nach Unterrichtsstundenvolumen – alle Anbieter 2008 (Verteilung in Prozent nach Unterrichtsstundenvolumen) (Quelle: Projekt Anbieterforschung)

In Deutschland existiert eine Vielfalt an Einrichtungen unterschiedlicher Größenordnung, die Weiterbildung anbieten. Einen Überblick über die Größe der Einrichtungen ermöglichen die Ergebnisse des Projekts „Anbieterforschung“, einer Kooperation zwischen dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und dem Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES). Ermittelt wurden Anzahl und strukturelle Daten der Einrichtungen, die in Deutschland Weiterbildung als Haupt- oder Nebenaufgabe offen zugänglich anbieten. Gemessen an der Anzahl der geleisteten Unterrichtsstunden ist ein großer Teil dieser Einrichtungen eher als „klein“ einzustufen (s. Abb. 2). 75 Prozent der an dem Projekt teilnehmenden Einrichtungen führen bis zu 3.000 Unterrichtsstunden im Jahr durch, 40 Prozent leisten weniger als 1.000 Unterrichtsstunden. Zu den „größeren“ Einrichtungen mit 30.000 oder mehr durchgeführten Unterrichtsstunden zählen vier Prozent der Anbieter, 60.000 und mehr Unterrichtsstunden im Jahr leisten zwei Prozent der Einrichtungen.

Tabelle 1: Anbietergröße nach Unterrichtsvolumen – VHS (Quelle: VHS-Statistik)
Tabelle 1: Anbietergröße nach Unterrichtsvolumen – VHS (Quelle: VHS-Statistik)

Gemessen an der Anzahl der durchgeführten Unterrichtstunden werden die Volkshochschulen geprägt von den eher „kleinen“ Einrichtungen (s. Tab. 1). Mit einem Anteil von 87 Prozent führen die meisten Volkshochschulen 30.000 Unterrichtsstunden oder weniger durch. Bis zu 3.000 Unterrichtsstunden im Jahr leisten ungefähr 20 Prozent der Volkshochschulen. „Große“ Volkshochschulen mit mehr als 120.000 durchgeführten Unterrichtsstunden machen einen verschwindend geringen Anteil von einem Prozent aus.

Anbieterspektrum nach Einrichtungstyp (2008)

Abbildung 3: Anbieterspektrum nach Einrichtungstyp (2008) (Verteilung in Prozent)(Anbietertypen gemäß „Anbieterforschung“) (Quelle: Projekt Anbieterforschung)
Abbildung 3: Anbieterspektrum nach Einrichtungstyp (2008) (Verteilung in Prozent)(Anbietertypen gemäß „Anbieterforschung“) (Quelle: Projekt Anbieterforschung)

Informationen über die Anzahl und die strukturellen Daten von Einrichtungen, die in Deutschland Weiterbildung als Haupt- oder Nebenaufgabe offen zugänglich anbieten, wurden im Projekt „Anbieterforschung“ erhoben, einer Kooperation zwischen dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und dem Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES). Eine Kategorisierung der Einrichtungen erfolgte anhand der Trägerschaft der Einrichtungen, in Anlehnung an die Systematisierung des Adult Education Survey wurden die in Abbildung 3 dargestellten Kategorien gewählt. Danach sind am häufigsten private Bildungsanbieter (41,3%) vertreten, gefolgt von Volkshochschulen, auf die knapp ein Viertel der Antworten entfallen (23,5%). An dritter Stelle folgen mit einigem Abstand Einrichtungen eines "anderen" Vereins oder Verbands (7,5%). Die Einrichtungen der Wirtschaft machen etwa 5 Prozent aus, alle anderen Anbietertypen haben jeweils Anteile unter 4 Prozent.

Nachgefragte Anbieter von Weiterbildungsveranstaltungen (2007)

Abbildung 4: Nachgefragte Anbieter von Weiterbildungsveranstaltungen 2007 (Verteilung der Teilnahmefälle in Prozent) (Quelle: BSW-AES)
Abbildung 4: Nachgefragte Anbieter von Weiterbildungsveranstaltungen 2007 (Verteilung der Teilnahmefälle in Prozent) (Quelle: BSW-AES)

Ein Bild der institutionellen Struktur des deutschen Weiterbildungsmarktes vermittelt neben dem Projekt „Anbieterforschung“ (s. Abb. 3) der Adult Education Survey (AES). Die prozentuale Verteilung der Teilnahmefälle auf die verschiedenen Anbieter von Weiterbildungsveranstaltungen zeigt, dass im Jahr 2007 die Arbeitgeber mit 41 Prozent der Teilnahmefälle der größte Anbieter von Weiterbildung sind (s. Abb. 4). Darauf folgen mit großem Abstand Weiterbildungseinrichtungen (17%), andere Unternehmen (14%), Einzelpersonen (7%) und andere öffentliche Einrichtungen (6%). Alle anderen Anbieter haben Anteilswerte von 5 Prozent oder weniger.

Verteilung der Teilnahmefälle (1991-2003)

Tabelle 2: Verteilung der Teilnahmefälle in Prozent (1991-2003) (Quelle: BSW)
Tabelle 2: Verteilung der Teilnahmefälle in Prozent (1991-2003) (Quelle: BSW)

Anhand des Indikators „Teilnahmefälle“ liefert die repräsentative Erhebung des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) Informationen über die Trägerstrukturen der deutschen Weiterbildungslandschaft (s. Abb. 6). Größte Trägergruppe sind im Jahr 2003 die „Arbeitgeber/Betriebe“, denen knapp ein Drittel der Teilnahmefälle zuzurechnen ist. An zweiter Stelle stehen die Volkshochschulen mit 14 Prozent, gefolgt von privaten Instituten mit 11 Prozent. Die Kammern nehmen mit fünf Prozent der Teilnahmefälle den vierten Rangplatz ein, mit jeweils einem Anteilswerte von vier Prozent folgen mit den Verbänden (nicht Berufsverbände), Berufsverbänden, kirchliche Stellen und Akademien weitere vier Trägergruppen. Alle anderen Trägergruppen liegen bei Werten von drei Prozent oder darunter. Im Verlauf seit 1991 zeigt sich, trotz des leichten Rückgangs im Vergleich zu 2000, ein steigender Anteil der Arbeitgeber/Betriebe an allen Teilnahmefällen. Die Anteilswerte der anderen Träger weisen dagegen im gleichen Zeitraum nur leichte Veränderungen auf. Die Trägerstrukturen bleiben damit, bezogen auf die Teilnahmefälle, seit 1991 vergleichsweise stabil.

Wirtschaftliches Klima bei Weiterbildungsanbietern (2007-2010)

Abbildung 5: Wirtschaftliches Klima bei Weiterbildungsanbietern – alle Anbieter (2007-2010) (wbmonitor-Klimaindex; Quelle: wbmonitor)
Abbildung 5: Wirtschaftliches Klima bei Weiterbildungsanbietern – alle Anbieter (2007-2010) (wbmonitor-Klimaindex; Quelle: wbmonitor)

Aus den Ergebnissen der jährlich durchgeführten Anbieterbefragung „wbmonitor“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) wird ein Klimaindex gebildet, der als Indikator für die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche herangezogen werden kann. In Anlehnung an die Berechnung des ifo-Geschäftsklimaindex ist der wbmonitor Klimaindex ein Mittelwert aus den Differenzen von positiven bzw. negativen Einschätzungen der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage. Die Einschätzungen werden mit der Anzahl der im Vorjahr durchgeführten Unterrichtsstunden eines Anbieters gewichtet. Der Index kann zwischen -100 und +100 schwanken, höhere Werte zeigen dabei eine bessere Stimmung an. 2008 liegt der Klimaindex der Weiterbildung mit 41 Punkten deutlich über dem Wert von 2007 (+27) (s. Abb. 5). Nach diesem (bisherigen) Höchststand sinkt der Index stetig ab. 2009 fällt er mit 33 Punkten unter das Vorjahresniveau, im Jahr 2010 sinkt er, im Vergleich zu 2009, um zehn Punkte auf +23. Nicht alle Weiterbildungsanbieter sind von der sinkenden wirtschaftlichen Stimmung gleichermaßen betroffen, innerhalb des Anbieterspektrums zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen (s. Tab. 3: Wirtschaftliches Klima bei ausgewählten Teilgruppen).

Wirtschaftliches Klima bei ausgewählte Teilgruppen (2007-2010)

Tabelle 3: Wirtschaftliches Klima bei ausgewählten Teilgruppen (Quelle: wbmonitor 2007-2010)
Tabelle 3: Wirtschaftliches Klima bei ausgewählten Teilgruppen (Quelle: wbmonitor 2007-2010)

Aus den Ergebnissen der jährlich durchgeführten Anbieterbefragung „wbmonitor“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) wird ein Klimaindex gebildet, der als Indikator für die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche herangezogen werden kann. Im Zeitverlauf zwischen 2007 und 2010 zeigt sich, dass Weiterbildungsanbieter in Deutschland ihre wirtschaftliche Situation nach einem Hoch im Jahr 2008 zunehmend weniger optimistisch einschätzen. Die Stimmungslage hängt dabei stark von dem Einrichtungstyp ab (s. Tab. 3). Insbesondere Volkshochschulen sind stark von dem Abwärtstrend betroffen, der Klimaindex sinkt von dem (bisherigen) Höchststand 2008 mit 30 Punkten auf 2 Punkte im Jahr 2010. Auch bei den Einrichtungen wissenschaftlicher Weiterbildung und den Anbietern, die sich überwiegend durch Arbeitsagenturen finanzieren, ist nach drei Jahren zunehmend positiver Stimmung ein deutlicher Rückgang des Klimaindex zu verzeichnen.

Letzte Änderung: 12.04.2012