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Personal in der Weiterbildung

Kommentierte Daten/Kennzahlen zum Personal in der Weiterbildung

Tätigkeits- und Beschäftigungsverhältnisse von Lehrenden in der Weiterbildung (2004)

Lehrende in der Weiterbildung 2004
Abbildung 1: Art der Tätigkeits- und Beschäftigungsverhältnisse von Lehrenden in der Weiterbildung 2004 in Prozent (Quelle: WSF-Studie 2005. Hochgerechnete Werte auf Basis von n=1.054 Anbietern von Weiterbildung)

Im Weiterbildungsbereich gibt es im Jahr 2004 nach den (hochgerechneten) Ergebnissen einer Anbieterbefragung der WSF Wirtschaft und Sozialforschung rund 1,35 Mio. Tätigkeits- bzw. Beschäftigungsverhältnisse von Personen, die lehrend, planend oder beratend tätig sind (WSF 2005, S. 32). Davon entfallen 996.000 (74%) Tätigkeitsverhältnisse auf Honorarkräfte/Selbstständige, 185.000 (14%) auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und 130.000 (10%) auf ehrenamtliche Tätigkeitsverhältnisse (s. Abb. 1). Die 39.000 (3%) sonstigen Tätigkeitsverhältnisse umfassen u.a. Beamte und Zeitarbeitskräfte.

Als Weiterbildungseinrichtung werden in der Studie diejenigen Anbieter gezählt, deren Weiterbildungsmaßnahmen nicht nur reinen Freizeitcharakter haben und nicht dem Bereich der schulischen Bildung oder der Berufsbildung zuzurechnen sind; Weiterbildung schließt damit auch Umschulungen, außerbetriebliche Berufsausbildung, Berufsvorbereitung, Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt, Beratung/Coaching von Existenzgründern sowie spezielle Maßnahmen für sozial Benachteiligte mit ein.

Anzahl der befristeten und unbefristeten lehrenden Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeiter (HPM) an VHS (1991-2009)

Entwicklung der Stellen für unbefristet lehrende und befristet lehrende hauptberufliche pädagogischen Mitarbeiter/innen an Volkshochschulen 1991-2009
Abbildung 2: Entwicklung der Stellen für unbefristet lehrende und befristet lehrende hauptberufliche pädagogischen Mitarbeiter/innen an Volkshochschulen 1991-2009 (Quelle: DIE 1992-2010, eigene Auswertung)

Bezogen auf die Beschäftigungsverhältnisse ist festzustellen, dass die unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse, insbesondere von hauptberuflich Lehrenden, abnehmen und befristete seit dem Jahr 2004 zunehmen.

So ist bei den Stellen für hauptberuflich Lehrende an Volkshochschulen seit 1991 ein Rückgang zu beobachten, lediglich unterbrochen in den Jahren 1999, 2000, 2002, 2005 und 2007. Im Zeitraum von 1991 bis 2009 sinkt die Anzahl der Stellen für hauptberuflich pädagogische Mitarbeiter/innen, die lehrend an Volkshochschulen tätig sind, um ein Drittel auf knapp 1.200 (s. Abb. 2). Der Rückgang betrifft überwiegend das befristet eingestellte lehrende Personal. Im Zeitverlauf sinkt die Anzahl der Stellen um die Hälfte auf 681 in 2009. Die Anzahl der unbefristeten Stellen für hauptberuflich Lehrende geht ebenfalls zurück, jedoch auf einem niedrigeren Niveau. Im Zeitraum von 1991 bis 2009 sinkt die Anzahl der Stellen um 11 Prozent auf aktuell 475.

Gründe für die Abnahme von Festanstellungen und unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse sind die Deregulierung der Arbeitsmärkte und flexiblen Beschäftigungsformen sowie der Wegfall bzw. die Kürzungen von staatlichen Zuschüssen.

Kursleitende an VHS (1991-2009)

Zahl der Kursleitenden an Volkshochschulen 1991-2009
Abbildung 3: Zahl der Kursleitenden an Volkshochschulen 1991-2009 (Quelle: DIE 1992-2010; eigene Auswertung)

Während die Gesamtzahl der hauptberuflich pädagogischen Mitarbeiter/innen, die vorwiegend lehrend tätig sind, seit 1991 abgenommen hat (s. Abb. 2: Anzahl der befristeten und unbefristeten lehrenden Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeiter (HPM) an VHS 1991-2009), hat die Zahl der Kursleitenden zugenommen (s. Abb. 3)

Im Zeitraum von 1991 bis 2009 steigt die Zahl der Kursleitenden jährlich an, mit Ausnahme der Jahre 2005, 2006 und 2007, in 20 Jahren um knapp 26.000 (+16%). 2009 waren 193 Tausend Personen auf Honorarbasis tätig. Der Höchststand wurde 2004 erreicht, mit knapp 200 Tausend Personen, die freiberuflich Kurse an Volkshochschulen durchgeführt haben. Hauptberufliche pädagogische Mitarbeiter/innen, die vorwiegend lehrend tätig sind, werden durch (freiberufliches) Kursleitungspersonal ersetzt.

Die aktuellen Honorare von Lehrenden (2009/2010)

Das Netzwerk Weiterbildung – das Netzwerk für die Beschäftigten der Weiterbildungsbranche organisiert vom Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung in ver.di – hat die Honorareinträge auf mediafon (www.mediafon.de), einem ver.di-Beratungsservice für Selbstständige, ausgewertet (vgl. Schulz-Oberschelp 2010). In Abbildung 4 wird die Spannbreite der Honorarsätze in der Weiterbildung für unterschiedliche Bereiche visualisiert (siehe dazu auch Mania/Strauch 2011). Die Spanne reicht von 15 Euro bis zu 250 Euro pro Unterrichtseinheit á 45 Minuten. Nur 13,1 Prozent der ausgewerteten Honorare liegt bei über 25 Euro pro Unterrichtseinheit. Die höchsten Honorarsätze werden in der privat finanzierten beruflichen Weiterbildung gezahlt. Der Schnitt liegt hier bei 45,07 Euro pro Unterrichtseinheit.

Seit ein paar Jahren gibt es eine rege Debatte über die Beschäftigungssituation, die Entlohnung und die sozialen Rechte der Beschäftigten in der Weiterbildung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW 2010) wendet sich mit einem Schwarzbuch gegen die „unzumutbaren Arbeitsbedingungen“ in der Weiterbildung. Dass die Honorare von Lehrenden in der Kritik stehen, zeigt auch die Diskussion um die Einführung eines Mindestlohns für die Weiterbildungsbranche.

Abbildung 4 Spannen der Honorarsätze in der Weiterbildung
Abbildung 4: Spannen der Honorarsätze in der Weiterbildung (Schulz-Oberschelp 2010, S. 4, Datenquelle: mediafon, Jahr 2009: n=121, Jahr 2010: n= 86, Stand 22.07. 2010)

Aufgabenbereiche von Weiterbildner/inne/n (2004)

Aufgabenbereiche von Weiterbildner/inne/n in Weiterbildungseinrichtungen
Abbildung 5: Aufgabenbereiche von Weiterbildner/inne/n in Weiterbildungseinrichtungen (Angaben in Prozent, n=115 Weiterbildner/innen) (Quelle: Gruber/Harteis/Kraft 2004; eigene Bearbeitung)

Die Tätigkeits- und Aufgabenbereiche von Weiterbildner/inne/n zeigen sich nach einer explorativen Studie von Gruber/Harteis/ Kraft (2004) als sehr heterogen, mit der Durchführung von Lehre und Unterricht als Hauptaufgabenfeld. Abbildung 5 veranschaulicht, dass die Ausübung der dargestellten Aufgabenbereiche vom Beschäftigtenstatus abhängig ist: auf Honorarbasis beschäftigte Personen sind vorwiegend in der Lehre tätig, während fest angestellte Vollzeitkräfte in erster Linie für die Planung und Konzeption von Weiterbildungsveranstaltungen zuständig sind. Fest angestellte Teilzeitkräfte werden sowohl in der Planung und Konzeption als auch bei Beratungsaufgaben eingesetzt. Beratung und Lernsupport gehören vor dem Hintergrund der „neuen Lernkulturen“ und des selbstgesteuerten Lernens zu den neuen Aufgaben für Weiterbildner/inne/n. Das Nationale Forum für Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) forciert derzeit die Entwicklung eines eigenen Berufsprofils bzw. die Implementation eines Rahmenprogramms zur Professionalisierung der Beratung (vgl. nfb 2009). Solch aktuellen Bemühungen um die Professionalitätsentwicklung des Beratungspersonals bestätigen diesen Trend.

Formale Qualifikation Lehrender (2004)

Formale Qualifikation der Lehrenden 2004
Abbildung 6: Formale Qualifikation der Lehrenden 2004 (Quelle: WSF-Studie 2005. Hochgerechnete Werte auf Basis von n=4.847 Lehrenden in Weiterbildungseinrichtungen; eigene Darstellung)

Den Professionalisierungsbemühungen in der Weiterbildung entsprechend findet sich bei der Mehrzahl des lehrenden Personals in Weiterbildungseinrichtungen hohe formale Qualifikationen (s. Abb. 6). Nach den (hochgerechneten) Ergebnissen einer Studie der WSF Wirtschaft und Sozialforschung (2005) besitzen 73 Prozent aller Lehrenden einen akademischen Abschluss (Universität oder Fachhochschule), knapp 26 Prozent verfügen über einen beruflichen Abschluss (Lehre, Fachschule). Gut ein Prozent der Lehrenden weist keinen Abschluss auf.

Auch bezogen auf die pädagogische Qualifikation ist das Qualifikationsniveau der Lehrenden hoch: 19 Prozent der Lehrenden haben ein Lehramtsstudium absolviert, weitere 19 Prozent verfügen über einen anderen pädagogischen Studienabschluss, 21 Prozent haben trägerspezifische Fortbildungen durchlaufen, 28 Prozent bringen eine pädagogische Ausbildung aus anderen Kontexten mit, 34 Prozent verfügen über keine nachweisbaren pädagogischen Qualifikationen

Themen der Fortbildungsangebote für Weiterbildner/innen (2007-2009)

Themen der Fortbildungsangebote für Weiterbildner/innen 2007-2009
Abbildung 7: Themen der Fortbildungsangebote 2007-2009 (Quelle: QUALIDAT; eigene Auswertung)

In der Datenbank QUALIDAT werden seit 2007 Fortbildungsangebote für Weiterbildner/innen, deren Themen, die Kursform und -dauer erfasst. Abbildung 7 veranschaulicht die Vielfalt der angebotenen Fortbildungskurse: Neben fachlicher bzw. fachdidaktischer Fortbildung (wie Fremdsprachenunterricht, Gesundheitsbildung, Deutsch als Fremdsprache) gibt es die meisten Angebote in den Bereichen Kommunikation/Konflikt und Lernen/Lernkultur. Deutliche Anstiege verzeichnen in 2009 die Themen Deutsch als Fremdsprache, Lernen/Lernkultur, Fremdsprachenunterricht sowie Gesundheitsbildung. Ein Überblick über die Themen in den Jahren 2007 bis 2009 zeigt, dass die Verhältnisse der Kurszahlen weitgehend konstant bleiben.

Letzte Änderung: 12.04.2012