Die wichtigste bundesweite Repräsentativerhebung zur Beteiligung an Weiterbildung war von 1979 – 2007 das Berichtssystem Weiterbildung (BSW), das alle drei Jahre durchgeführt wurde. Dies wird nun abgelöst vom europaweit erhobenenen Adult Education Survey (AES), der 2007 in Deutschland und anderen europäischen Ländern als Pilotstudie stattfand. Ab 2012 wird der AES verpflichtend als Teil der EU-Statistiken über lebenslanges Lernen alle fünf Jahre durchgeführt (Verordnung (EG) Nr. 452/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über die Erstellung und die Entwicklung von Statistiken über Bildung und lebenslanges Lernen, Bereich 2). In Deutschland gibt es mit dem AES 2010 noch einen Zwischenstand, der auf freiwilliger Basis durchgeführt wird.
Sowohl BSW als auch AES sind Einthemenbefragungen zum Lernen im Erwachsenenalter, in denen neben der Beteiligung an organisierten Lernformen auch Aktivitäten des informellen Lernens (z.B. Besuch von Tagungen, Lesen von Fachzeitschriften) erfasst werden.
BSW und AES unterscheiden sich in ihrer Definition der Lernformen, weshalb die mit beiden Konzepten gemessenen Teilnahmequoten nur eingeschränkt vergleichbar sind. Der AES orientiert sich an der internationalen „Classification of Learning Activities“ der Europäischen Kommission und gliedert die Lernaktivitäten in formales Lernen (reguläre Bildungsgänge), non-formales Lernen (organisierte Weiterbildung) und informelles Lernen; berufliche und nicht-berufliche Weiterbildung wird danach unterschieden, ob aus Sicht des/der Teilnehmenden eher berufliche Gründe oder eher privates Interesse für die Teilnahme an der Bildungsveranstaltung ausschlaggebend waren. Im BSW wurden dagegen allgemeine und berufliche Weiterbildung von vornherein anhand definierter Lernsituationen getrennt.
Neben diesen beiden Befragungen enthalten auch andere regelmäßig durchgeführte Repräsentativbefragungen wie das Sozio-Ökonomische Panel (SOEP) oder der Mikrozensus, Fragen zur Weiterbildungsbeteiligung, die dort aber weniger ausführlich sind und jeweils spezifische Definitionen des Lernens enthalten. Auch diese Quoten sind nicht direkt mit denen der Einthemenbefragungen vergleichbar. Daten zur Weiterbildung ausschließlich im betrieblichen Kontext liefern Betriebsbefragungen, wie etwa auf europäischer Ebene der Continuing Vocational Training Survey (CVTS) oder in Deutschland das IAB-Betriebspanel.