Die Fähigkeit zur Partizipation
zählt zu den Kernkompetenzen einer auf Nachhaltigkeit abzielenden Bildung.
Das zentrale innovative Moment neuer Medien besteht in ihrem genuin partizipativen
Charakter, denn sie bieten ein wesentliches und qualitativ neues Instrument,
welches Kommunikations- und damit Partizipationsprozesse vereinfacht und unterstützt.
Darüberhinaus bieten Hypertextstrukturen durch ihre Option zur Ver-knüpfung
von nicht-linearen Zusammenhängen Möglichkeiten, um ökologische
Sach-verhalte direkt mit ökonomischen und sozialen Komponenten zu verbinden,
so wie es eine Bildung für nachhaltige Entwicklung erfordert. Mithin erweist
sich der Umgang mit Computermedien gerade für die Umweltbildung als sehr
bedeutungsvoll. Gleichwohl sind Medienkompetenzen in der professionellen Umweltbildung
noch ungenügend entwickelt.In einem Modellprojekt im Bundesland Thüringen
soll ein einwöchiger Bildungsbaustein für die Seminararbeit im FÖJ
entwickelt werden, der sich inhaltlich an der pädagogi-schen Rahmenkonzeption
des Bundesministeriums und dem entsprechenden Leitfaden des Landesministeriums
orientiert und methodisch durch den Einsatz von neuen Medien gekennzeichnet
ist.
Inhaltlich ist daher eine Verknüpfung mit folgenden Pflichtthemen vorgesehen:
"Die Bedeutung der Natur
und der Umwelt in der Gesellschaft und der eigenen Lebenswelt",
"Informationen über
Akteure, Organisationen und Verwaltungsstrukturen",
"Informationen über
Positionen und Probleme der Umweltpolitik" (vgl. BMFSFJ 1997, S. 13).
Für die Umsetzung wird eine
spezielle Internet-Plattform konzipiert, werden angemes-sene Lehr- und Lernmaterialien
entwickelt und Workshops zur Fortbildung der pädagogischen MitarbeiterInnen
angeboten.
Eine ständige Evaluation macht
Erfahrungswerte der FÖJ-Beteiligten verfügbar und sichert den Anschluss
des Projektes an die wissenschaftliche Diskussion.
Der Bildungsbaustein sieht konkret
die Vernetzung von 3 - 4 Seminarorten vor, an denen Teilnehmende des FÖJ
mit Hilfe der neuen Medien ein entsprechendes Umwelthema bearbeiten und hierzu
mit anderen Seminarorten in Kontakt treten. Die Teilnehmenden sollen dabei anhand
des Themas ökologische Zusammenhänge begreifen und Medienkompetenz
insofern erwerben, als sie zu diesem Thema nicht nur recherchie-ren, sondern
sich auch mit den TeilnehmerInnen an den anderen Seminarorten austauschen werden,
wozu sie den Umgang mit verschiedenen Präsentations- und Kommunikationswerkzeugen
erlernen. Dies fördert neben den technischen auch gestalterische und kommunikative
Fähigkeiten. Geplant ist dabei, dass die verschiedenen Gruppen ihre Themen
jeweils den anderen Gruppen vorstellen, die ihrerseits mit Rück-fragen,
Anregungen etc. die Kommunikation bereichern. Die Themen sollen dabei nicht
isoliert nebeneinander stehen, sondern eine sinnvolle Verknüpfung bilden,
so dass sich die Teilnehmenden im Sinne der Projektarbeit als Kooperation verstehen.
Zu den me-dientechnischen Arbeitsweisen zählen:
Internetrecherche,
Aufnahmen mit digitalen Kameras
und Tonbandgeräten,
Bedienung von Bild- und Tonbearbeitungsprogrammen,
Erstellung von HTML-Seiten,
Kommunikation mit Hilfe von E-Mail,
Diskussionsforum und Chat.
Insgesamt können dadurch zeitgleich
für wichtig erachtete Lerninhalte bearbeitet und Medienkompetenz vermittelt
werden, was den Zielsetzungen des FÖJ (vgl. BMFSFJ 2000, S. 76) entspricht.
Das Projekt soll in der Pilotphase
zunächst auf ein Bundesland ausgerichtet sein, um eine hohe Konzentration
auf die Zielsetzung zu erreichen. Im Sinne einer stringenten und überschaubaren
Entwicklung des Grundkonzeptes erscheint die räumliche Eingrenzung angebracht.
Überdies bestehen mit dem vorhandenen Kooperationspartner gute Rahmenbedingungen,
welche die Realisierungschancen des Projektes maßgeblich erhöhen.
Wenn das Konzept regional tragfähig ist, wird es entsprechend vereinheitlicht.
Der Transferierbarkeit auf andere Bundesländer dient bereits die Verknüpfung
mit o.g. Pflichtthemen, die auf den gemeinsamen bundesweiten Standard der FÖJ-Träger
zurückgreift. Zusätzlich soll ein bundesweiter Experten-Workshop im
Anschluß an die Pilotphase die Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse für
andere Bundesländer überprüfen und vorhandene Bedarfe im Blick
auf die Materialerstellung und die Weiterverbreitung ermitteln.
Erwartete Projektergebnisse:
Ein bundesweit anwendbarer einwöchiger
Bildungsbaustein für das Freiwillige Ökologische Jahr, der mithilfe
von Telekommunikation und Multimedia zentrale Pflichtthemen vermittelt und
in Form entsprechender, vereinheitlichter Lehr- und Lernmaterialien verfügbar
ist.
Eine internetgestützte Plattform,
die die langfristige Kommunikation der am FÖJ beteiligten Personen adäquat
unterstützt und sowohl dem inhaltlichen Aus-tausch während und außerhalb
der Seminare als auch dem persönlichen Kon-takt dient.
Ein Fortbildungskonzept, das als
Selbststudienmaterial aufbereitet wird und mit entsprechenden Lehr- und Lernmaterialien
ausgestattet ist.
Forschungsergebnisse, die in Form
eines Berichtes und entsprechender Fachpublikationen der Wissenschaft zur
Verfügung gestellt werden.