Herausgeber
Ahlheim, Klaus Mathes, Horst
Titel
Utopie denken: Realität verändern Bildungsarbeit in den Gewerkschaften
Jahr
2011
Ort
Hannover
Verlag
Offizin
ISBN
9783930345915
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/10901
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Abstract
"In der bildungspolitischen Debatte um lebenslanges Lernen, Beschäftigungschancen und die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland wir die politische Erwachsenenbildung kaum noch thematisiert, gewerkschaftliche Bildungsarbeit gar nicht mehr wahrgenommen. Und in den Theorieentwürfen politischer Bildung selbst ist die soziale Frage wegmodernisiert. Wenn Guido Westerwelle von vermeintlich „anstrengungslosem Wohlstand“ hierzulande und von „spätrömischer Dekadenz“ schwadroniert, wenn sich Thilo Sarrazin in die Debatte mit der Empfehlung an Hartz-IV-Empfänger zum Kaltduschen einmischt („Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben“), scheint das an der Zunft der universitären politischen Bildner spurlos vorüberzugehen. Gerade gewerkschaftliche Bildungsarbeit dagegen ist in ihrer geschichtlichen Tradition und Intention der „natürliche“ Ort einer politischen Erwachsenenbildung, die den Gedanken der Gesellschaftskritik, der Emanzipation und der sozialen Gerechtigkeit nicht aufgibt. Sie sieht in den gesellschaftlichen Verhältnissen, wie sie sind, nicht das gute Ende der Geschichte. Klaus Ahlheim, Universität Duisburg-Essen, bis 2007 Inhaber des einzigen Lehrstuhls für politische Erwachsenenbildung in Deutschland, und Horst Mathes, bis 2008 Schulleiter im IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel, haben zusammen mit erfahrenen Bildungspraktikern und –experten aus dem Bereich der IG Metall einen Sammelband veröffentlicht, der es in sich hat. Sie beschreiben, durchaus auch selbstkritisch, aktuelle Probleme und Herausforderungen gewerkschaftlicher Bildungsarbeit, fordern Raum für Visionen und Utopien, für Bildung im Alltag, auch jenseits der Seminarräume. Vor allem aber: Sie halten fest an einem Erkenntnis- und Handlungsziel, das über die (nötigen) tarifpolitischen Auseinandersetzungen hinausweist. Es heißt „Demokratisierung auch des Wirtschafts- und des Arbeitslebens“, heißt mehr „Demokratie wagen“ auch im Betrieb!" (Verlagsinformation)