Herausgeber
Costard, Astrid Friebe, Jens Hülsmann, Katrin u. a.,
Herausgeber
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
Titel
Zur Passung von Bildungsinteressen älterer Menschen und Bildungsangeboten in NRW: Ergebnisse und Perspektiven aus den wissenschaftlichen Modulen der Arbeitsgruppe Lernregionen und Lebensqualität der "Generation Plus"
Reihe
texte.online
Jahr
2014
Ort
Bonn
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/30967
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Abstract
Im Rahmen des nordrhein-westfälischen Modellprogramms „Lernregionen und Lebensqualität der ‚Generation Plus‘“ haben sich von 2009 bis 2011 auf Einladung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) Partner aus Wissenschaft und Praxis in regelmäßigen Zusammenkünften zum Thema Verbesserung der Weiterbildungssituation älterer Menschen in ausgewählten Lernregionen ausgetauscht. Die folgende Veröffentlichung beinhaltet die Ergebnisse der drei wissenschaftlichen Module des CEfAS – Centrum für Alternsstudien der Universität zu Köln und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). In diesen Modulen wurde die Frage gestellt, was ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen, die leistungsfähig sind und über Wissen und Können verfügen, aber nicht (mehr) arbeiten müssen, tun – und wo sie es tun. In einer NRW-weiten quantitativen Befragung, mit Hilfe explorativer qualitativer Interviews mit Experten aus der Bildungs- und Altenarbeit in drei Stadtregionen mit mehrfach benachteiligter Bevölkerung sowie über Beobachtung und explorative Interviews zu den Selbstorganisationsprozessen bei der Gründung einer ZWAR Gruppe wurden über den Bereich der institutionalisierten Weiterbildung hinaus Formen informeller Lernprozesse älterer Menschen untersucht. Festgestellt werden ein vor allem mit dem Alter ansteigender Rückzug aus dem aktiven gesellschaftlichen Leben und eine Hinwendung zu häuslichen Beschäftigungsmöglichkeiten, die jedoch nicht mit einem Rückzug von Bildungsaktivitäten in einem weiten Sinn gleichzusetzen sind. Lernen wird deutlich mit dem Wunsch nach Persönlichkeitsbildung in Verbindung gebracht, der kombiniert werden kann mit einem konkreten Anwendungsbezug. Im Kontrast zu den Rückzugstendenzen in den häuslichen Bereich stehen Bildungsprozesse in ZWAR Gruppen, die auf der Grundlage von Selbstorganisation zunächst vor allem auf Gemeinschaftsbildung ausgerichtet sind. Im Rahmen der heterogenen Gruppenstruktur werden, so ein Ergebnis, durch die Verknüpfung von Geselligkeit und Betätigungen im Modus der Selbstorganisation Gestaltungsmöglichkeiten zur Teilnahme an Aktivitäten und ehrenamtlichem Engagement selbst bei unterschiedlichsten Einschränkungen eröffnet. Über eine vergleichende Auswertung von vorhandenen Seniorenangeboten werden schließlich Indikatoren auf den Ebenen der Erreichbarkeit, der Transparenz sowie der Vernetzung identifiziert, die in besonderem Maße bildungsfernen älteren Menschen den Zugang zu außerhäuslichen Aktivitäten und Lernmöglichkeiten eröffnen.