Herausgeber
Kade, Jochen Nolda, Sigrid
Titel
Lernen im Kontext von Biografie und Lebenslauf
Zeitschrift
Zeitschrift für Weiterbildungsforschung - Report
Ausgabe
1/2015
Ort
Wiesbaden
Verlag
VS Verlag für Sozalwissenschaften
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/31342
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Abstract
Biografie und Lebenslauf stehen sich nicht mehr antonymisch gegenüber, sondern treten ins Verhältnis zueinander. Auf der theoretischen Grundlage des erweiterten kategorialen Rahmens ist ein breites Forschungsfeld entstanden, das Lehr-Lern-Prozesse aus der Perspektive der Biografie- und Lebenslaufforschung untersucht. Diese Ausgabe referiert auf diese Forschungslage. Sie knüpft damit an die Themenhefte des REPORT „Biografieforschung und biografisches Lernen“ und „Biografie und Bildung“ an, legt aber nun den Schwerpunkt auf die Verknüpfung von Lebenslauf und Biographie im Hinblick auf das Lernen Erwachsener in und außerhalb von Institutionen.

Inhalt

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Kade, Jochen; Nolda, Sigrid

Lernen im Kontext von Biografie und Lebenslauf

In dem Beitrag wird am Beispiel des Fremdsprachenlernens der spannende, wissenschaftlich noch wenig bearbeitete Zusammenhang zwischen Identität(-sarbeit) und Lernen thematisiert. Annahme ist, dass trotz des bildungspolitischen Appells zum lebenslangen Lernen das Lernen im Lebenslauf nicht kontinuierlich, sondern wechselvoll, in diesem Sinne diskontinuierlich ist. Es wird die Frage gestellt, wie die Lernenden mit diesen unausweichlichen Diskontinuitäten umgehen. Die Wahrnehmung, Beschreibung und Ordnung dieser Diskontinuitäten ist – so die These des Beitrags – abhängig vom Selbstbild als Lerner bzw. von der Lerneridentität. Drei Strategien bzw. Formen werden empirisch herausgearbeitet: die Identität als heroische(r) Lerner(in), die Identität als selbstverständliche(r) Lerner(in) und die Identität als potentielle(r) Lerner(in). In allen drei Formen, die keineswegs ausschließend sind, sondern sich individuell im Lebenslauf abwechseln können und zugleich zeitbezogen unterschiedliche Verbindungen eingehen können, wird Kontinuität als lebenslanger Lerner hergestellt bzw. dargestellt; und dies auch dann, wenn das Lernen diskontinuierlich verläuft oder zeitweise kaum stattfindet.

10.1007/s40955-015-0014-0
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Maier-Gutheil, Cornelia

Lern- und Bildungsprozesse im Lebenslauf

Befunde empirischer Forschung und Perspektiven der Theorieentwicklung
Ausgehend von Überlegungen zum Verhältnis von Lebenslauf und Biografie werden in diesem Artikel zunächst mit einer Konzentration auf den Lebenslauf die Kontexte des Lernens näher beleuchtet, wie sie in (inter-)nationalen Studien erforscht werden. Die Differenz von lebenslaufbezogener und bildungsbiografieorientierter Forschung wird anschließend spezifisch unter einer methodologischen Perspektive pointiert, um die Frage zu klären, welche methodischen Designs aktuell angemessen erscheinen, um Lern- und Bildungsprozesse im Lebenslauf zu erforschen. Zum Abschluss (und als Ausblick) wird dann vor diesem Hintergrund in allgemeinerer Form die Unterscheidung zwischen Lernen und Bildung thematisiert

10.1007/s40955-015-0008-y
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Rothe, Daniela

Lernen im Lebenslauf

Das lernende Subjekt im Spannungsfeld bildungspolitischer Imperative, pädagogischer Praxis und biografischer Forschung
Im Kontext Lebenslangen Lernens werden Erwachsene zunehmend in einer biografischen Perspektive betrachtet. Der Artikel arbeitet heraus, wie unterschiedlich und zum Teil widersprüchlich Erwachsene als biografische Subjekte in der Bildungspolitik, in der Bildungspraxis und in der Erwachsenenbildungsforschung konstruiert werden. Es wird argumentiert, dass erst eine Verknüpfung von Biografieforschung und ethnografischen Methoden es ermöglicht zu untersuchen, welche Prozesse und Praktiken der biografischen Subjektivierung in der Erwachsenen- und Weiterbildung stattfinden und inwiefern diese dazu führt, dass Erwachsene sich selbst als biografische Lernsubjekte verstehen.

10.1007/s40955-015-0010-4
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Kade, Jochen; Nolda, Sigrid

Lebenslange Lerner

Bildungsbiografische (Dis-)Kontinuitäten differenter Formen des Lernens von Fremdsprachen
In diesem Artikel wird am Beispiel des Fremdsprachenlernens der wissenschaftlich noch wenig bearbeitete Zusammenhang zwischen Identität und Lernen thematisiert. Annahme ist, dass trotz des bildungspolitischen Appells zum Lebenslangen Lernen das Lernen im Lebenslauf nicht kontinuierlich, sondern diskontinuierlich ist. Es wird die Frage gestellt, wie die Lernenden mit diesen Diskontinuitäten umgehen. Die Wahrnehmung, Beschreibung und Ordnung dieser Diskontinuitäten ist – so die These des Beitrags – abhängig vom Selbstbild als Lerner bzw. von dessen Identität. Drei Formen werden empirisch herausgearbeitet: die Identität als heroische(r) Lerner(in), die Identität als selbstverständliche(r) Lerner(in) und die Identität als potenzielle(r) Lerner(in). In allen drei Formen, die keineswegs ausschließend sind, sondern sich individuell im Lebenslauf abwechseln können und zugleich zeitbezogen unterschiedliche Verbindungen eingehen können, wird Kontinuität als lebenslanger Lerner her- bzw. dargestellt; und dies auch dann, wenn das Lernen diskontinuierlich verläuft.

10.1007/s40955-015-0016-y
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Benedetti, Sascha

Freiwilliges Engagement

Ein bildungsbiografischer Erfahrungsraum
Fortbestand und Weiterentwicklung moderner Gesellschaften sind nicht möglich ohne ein breites Spektrum gesellschaftlich verantwortlicher Tätigkeiten jenseits der Erwerbsarbeit, die unter dem Begriff „Freiwilliges Engagement“ zusammengefasst werden können. Unter Rückgriff auf empirisches Interviewmaterial skizziert der Beitrag das Spektrum und den Wandel der subjektiven bildungsbiografischen Bedeutungen freiwilligen Engagements aus der Perspektive der Engagierten. Dabei wird die besondere Eignung qualitativer Follow-up-Studien zur Erfassung eben jener längerfristigen bildungsbiografischen Wandlungsprozesse aufgezeigt. Nach einer systematisierenden Betrachtung bedeutsamer individueller sowie kollektiver Kontexte freiwilligen Engagements folgen abschließende Überlegungen zu dessen doppelter dynamischer Struktur.

10.1007/s40955-015-0013-1
71
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Noack Napoles, Juliane; Ricarte Lanz, Helza

Lebensweg zu und Motive bei der Entscheidung, in der Kindertagespflege tätig zu sein

Explorative empirische Befunde
In der Kindertagespflege können Menschen auch ohne pädagogische Vorbildung im Anschluss an eine Umschulung tätig sein. Für die betreffenden Personen handelt es sich um eine neue berufliche Perspektive und einen nicht-normativen Übergang. Mithilfe der Analyse narrativ-fokussierter Interviews mit zwei Tagesmüttern soll der Frage nach den Motiven nachgegangen werden, die der Entscheidung für diese berufliche Neuorientierung zugrunde liegen.

10.1007/s40955-015-0009-x
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Himmelsbach, Ines

Bildung im Alter im Kontext des dritten und vierten Lebensalters

Narrationen und Narrative
Der Beitrag lotet die Chancen der Nutzung des gerontologischen Datensatzes der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) für bildungsbiografische Analysen aus. Das Altern selbst zu lernen erscheint dabei als zentrale Analysekategorie. Der Beitrag nimmt Stellung zu aktuellen Debatten um Bildung im Alter und problematisiert deren sozialpolitisch-aktivierende und programmatisch ausgerichtete Fokussierung. In einem zweiten Schritt wird erläutert, inwiefern für die offene Frage, was Altern lernen im Prozess des Alterns bedeutet, Anschlüsse an die Bildungsbiografieforschung hilfreich sein können. Um Erzählungen über den Prozess des Alterns analysieren zu können, bedarf es des Rückgriffs auf einen Datensatz, der diesen Prozess beobachten kann. Die ILSE-Studie bietet mit ihren Biographischen Explorationen über einen Zeitraum von 20 Jahren außerordentliche Möglichkeiten. Exemplarisch wird ein Fall aus dem ILSE-Datensatz ausgewählt, um einen möglichen Analyseweg zu skizzieren. Als Heuristik für einen relevanten Kontext des Alterns werden die von Lessenich (2014) portraitierten Narrative des Ruhestands, des Unruhestands und des Produktiven Alters mit zwei Narrationen aus den Jahren 1994 und 2005 relationiert.

10.1007/s40955-015-0015-z
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Seltrecht, Astrid

Verlernen: Vom alltagsweltlichen zum erziehungswissenschaftlichen Verständnis

Verlernen ist als Phänomen im alltagsweltlichen Sprachgebrauch etabliert, aber erziehungswissenschaftlich bislang kaum beachtet worden. Nur wenige Autoren verwenden den Begriff des Verlernens überhaupt, noch seltener ist eine dezidierte und differenzierte Begriffsbestimmung zu finden. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst Dilemmata skizziert, die in Erscheinung treten, wenn der alltagsweltliche Begriff des Verlernens als Analysekategorie in empirischen Arbeiten verwendet wird. Die kritische Re-Analyse einer dieser Arbeiten aber zeigt zugleich ein Arbeitsprogramm für die Ergründung von Phänomenen des Verlernens auf. Einer dieser Aufgaben – die Entwicklung einer Heuristik des Verlernens aufgrund einer Literaturanalyse – nimmt sich der vorliegende Beitrag in einem ersten Schritt an.

10.1007/s40955-015-0017-x
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Hochholdinger, Sabine; Wißhak, Susanne

„Zaubern“ lernen

Welche pädagogischen Inhalte umfassen sogenannte Trainerausbildungen?
Obwohl davon auszugehen ist, dass Lehrende in der betrieblichen Weiterbildung wichtig für den Trainingserfolg sind, ist die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern in Deutschland nicht geregelt. Häufig dient eine so-genannte Trainerausbildung als pädagogischer Professionalitätsnachweis. Die Studie erfasst die Inhalte dieser Ausbildungen und deren Häufigkeiten. Hierfür wurden Programmbeschreibungen von 47 Anbietern mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Das induktiv entwickelte Kategoriensystem umfasst 56 Kategorien auf drei Hierarchieebenen. Die Ausbildungen zielen vor allem auf die praktische Befähigung zur Gestaltung von Seminaren ab. Häufig sind außerdem Inhalte, die sich auf Gruppendynamik und Kommunikationsprozesse beziehen. Theoretisches und empirisches Wissen spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.

10.1007/s40955-015-0012-2
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Bernhardsson-Laros, Nils

Illeris, Knud: Transformative Learning and Identity. 2014

Rezension
10.1007/s40955-015-0004-2
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Gruber, Elke

Schlögl, Peter: Ästhetik der Unabgeschlossenheit. 2014

Rezension
DOI 10.1007/s40955-015-0001-5
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Heuer, Klaus

Von der freien zur integrierten Erwachsenenbildung . 2015

Rezension
DOI 10.1007/s40955-015-0003-3
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Prescher, Thomas

Stang, Richard; Eigenbrodt, Olaf: Formierungen von Wissensräumen. 2014

Rezension
DOI 10.1007/s40955-015-0005-1
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Reichart, Elisabeth

Holford, John; Ure, Odd Björn; Saar, Ellu (Hg.): Lifelong Learning in Europe. 2013

Rezension
DOI 10.1007/s40955-015-0006-0
149
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Straß, Daniel

Bildung und Marktregime. 2013

Rezension
DOI 10.1007/s40955-015-0007-z

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