Herausgeber
Nuissl von Rein, Ekkehard
Titel
Generationenwechsel
Zeitschrift
DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung
Ausgabe
2/2005
Ort
Bielefeld
Verlag
wbv
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/572
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Abstract
Ob Geburtenrückgang oder »Methusalem-Komplott« der demografische Wandel und die Beziehungen von Jung und Alt sind in der alternden Gesellschaft zum Brennpunktthema geworden. Für die Weiterbildung ergeben sich eine Fülle von Fragen, von denen das Heft Generationenwechsel einige herausgreift (generationenübergreifende Didaktik, generationengerechte Weiterbildungsfinanzierung). Zugleich identifiziert es einen speziellen »Generationenwechsel«, der nur mittelbar mit dem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun hat: In der Szene der Erwachsenenbildner und ihrer wissenschaftlichen Vordenker vollzieht sich gegenwärtig ein kollektiver personeller Wechsel. Was macht ihn aus? Wer tritt ab, wer sind die Nachfolger?

Inhalt

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Bönninghausen, Maximiliane; Wilkesmann, Uwe

E-Learning meets Wissensmanagement

Wie Qualifikations- und Kompetenzentwicklung in Betrieben zugleich erfolgt
Im Kontext organisationalen Lernens fragen die Autoren, wie man Qualifikations- und Kompetenzentwicklung zusammenbringen kann. Sie entfalten ihren Zugang am Beispiel von E-Learning und Wissensmanagement. Zunächst werden die Begriffe Qualifikation und Kompetenz geklärt, wobei für die Entwicklung von beidem das erste als Voraussetzung für das zweite angesehen wird. Schließlich wird an einem Praxisbeispiel aus einem Großunternehmen (eine der führenden Fluggesellschaften) gezeigt, wie Qualifikations- und Kompetenzentwicklung zugleich erfolgen kann. E-Learning- und Wissensmanagement-Aktivitäten werden in diesem Fall strategisch konzernweit gemeinsam geplant und nicht – möglicherweise konkurrierenden – Abteilungen überlassen.
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Marschke, Britta

Was Hänschen nicht lernt, lernen Hans und Hasan

Interkulturelle Pädagogik für ältere Erwachsene
Die demografische Entwicklung und der zahlenmäßige Anteil von Migranten an der über 60-jährigen Wohnbevölkerung in Deutschland belegen den Bedarf für eine interkulturelle Altenbildung. Die Autorin führt nacheinander ein in die Themenfelder Interkulturelle Bildung, und Bildung älterer Erwachsener, bevor sie beide miteinander verknüpft. Obwohl der Erwerb interkultureller Handlungskompetenz ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Bildungskonzeption und des lebenslangen Lernens ist, fehlen in der Praxis Angebote für Ältere weitgehend. Die Autorin plädiert für eine Umorientierung und zeigt, zuletzt anhand eines praktischen Beispiels, Wege zu einer Praxis interkultureller Geragogik auf.
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Brandt, Peter; Künzel, Klaus

Stichwort »Generationenwechsel«

Begriffsklärungen rund um "Generationenwechsel"
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Behrens, Heidi; Bischoff, Daniel; Brandt, Peter; Huntemann, Hella; Klein, Rosemarie; Scheurer, Beate; Zeuke, Alexandra

Gespräch »... vielleicht gar nicht so weit voneinander entfernt«

Studierende damals und heute - studieren heute und damals
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Weinberg, Johannes

Die Gründer räumen die Lehrstühle

Generationenwechsel in der Wissenschaft der Erwachsenenbildung
Die erste Generation der Lehrstuhlinhaber hat in den 1970er Jahren mit der Arbeit begonnen. Sie waren sowohl wissenschaftlich erkundend als auch praxisverbunden tätig. Ihre erziehungswissenschaftlichen Arbeitsansätze sind von den nachfolgenden Wissenschaftlergenerationen aufgenommen, weiterentwickelt und durch neue Themenbereiche erweitert worden. Soweit es zu weiteren Generationenwechseln kommt, lassen diese ein gelingende zukunftsoffene Entwicklung des Faches erwarten.
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Schöll, Ingrid

Leiten früher und heute

Generationenwechsel an der Spitze von Einrichtungen der Weiterbildung
Gegenwärtig gehen diejenigen Personen in den Ruhestand, die im Zuge der Bildungsoffensive um 1970 Leiter/innen von Volkshochschulen geworden sind. Dem anstehenden Generationenwechsel auf Leitungspositionen nähert sich die Autorin durch einen Vergleich der Rahmenbedingungen. Diese waren vor etwa zwanzig Jahren besser: größere Freiräume, etablierte Rolle als kultur- und bildungspolitischer Knotenpunkt. Heute ist die sich permanent verdichtende Tätigkeit geprägt von Innovationserfordernissen und kurzfristigen Produkt- und Projektlogiken. Gleichwohl: Nie war die bildungspolitische Herausforderung einer Leitungstätigkeit im Weiterbildungsbereich so hoch wie heute.
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Küchler, Felicitas von

Vorläufer und Nachfolgemodelle

Generationenwechsel bei Organisationsstrukturen in Einrichtungen der Weiterbildung
Im Jargon der Produktgenerationen werden Merkmale »neuer« und »alter« Organisationen identifiziert. Auf diese Weise wird der Generationenwechsel in der Organisation von Weiterbildungseinrichtungen beschrieben. Er vollzieht sich auf drei Ebenen, beim Organisationsverständnis (Dienstleister statt Angebotsverwalter), bei den inneren Strukturen (interne Flexibilisierung) sowie bei einrichtungsübergreifenden Veränderungen im Zusammenhang des lebenslangen Lernens.
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Meese, Andreas

Lernen im Austausch der Generationen

Praxissondierung und theoretische Reflexion zu Versuchen intergenerationeller Didaktik
Der Autor gibt einen Überblick über Zugänge generationenübergreifender Didaktik. Dabei clustert er Angebote danach, ob eher voneinander, miteinander oder übereinander gelernt wird. Ausgehend vom Generationenbegriff wird der Verdacht verfolgt, dass das Lernen der Generationen jeweils zeitgeschichtlich und individuell-biographisch aufgeladen sein dürfte. Konkrete Umsetzungsperspektiven für intergenerationelles Lernen seien erst dann möglich, wenn eine Folie für die Beschreibung generationsspezifischen Lernens entwickelt sei.
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Bosch, Gerhard

Den Kuchen zwischen Jung und Alt aufteilen

Bildungsfinanzierung und demographischer Wandel
Angesichts des demographischen Wandels werden Bildungsinvestitionen für Ältere immer wichtiger. Zugleich zielen die Reparaturanstrengungen im Bildungssystem eher auf die ganz Jungen. Wie lassen sich Bildungsinvestitionen sinnvoll zwischen jung und alt aufteilen? Am Beispiel skandinavischer Länder erläutert der Autor eine Doppelstrategie von hohen Bildungsinvestitionen in der Jugendphase und im Erwachsenenalter. Den Ländern ist es gelungen, entgegen dem Trend die Beschäftigungsquote der Erwerbspersonen zwischen 55 und 64 Jahren in den letzten Jahrzehnten hoch zu halten. Abschließend rekurriert der Autor auf die Vorschläge der Expertenkommission »Finanzierung lebenslangen Lernens«.
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DIE Redaktion

Surftipps

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Künzel, Klaus

Rückblicke 1928/29: »Generation« und gemeinsames Bewusstsein

Anhand der Konflikte im »Hohenrodter Bund« 1929 kann abgelsesen werden, dass sich eine Generation vor allem durch ein gemeinsames Bewusstsein sowie durch eine Vielzahl geteilter gesellschaftlicher Merkmale und darauf bezogener Deutungsmuster auszeichnet. Das hat Karl Mannheim ein Jahr zuvor durch die theoretische Anerkennung der subjektiven, die gemeinsame praktische Betroffenheit widerspiegelnden Generationsmerkmale bereits klar erkannt.
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Loibl, Stefan

Allianz für's Lernen

Zum Verhältnis von Erwachsenenbildung und Sozialarbeit
Der Autor liefert eine Reihe von Beispielen für die schon heute existierenden Überschneidungen von praktischer Sozialarbeit und Erwachsenenbildung. Angesichts des Auftrags, allen Menschen das Mitkommen in der beschleunigten Lebens- und Arbeitswelt zu ermöglichen, sollten beide Disziplinen stärker zusammen gehen: Die Erwachsenenbildung muss sich der Sozialarbeit öffnen, und die Sozialarbeit muss sich als erwachsenenbildnerisch durchdrungen verstehen.
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Nolda, Sigrid

Unter Verdacht

Zur Darstellung von organisierter Erwachsenenbildung im Fernsehkrimi
Hochkarätige Darsteller spielen in Krimifolgen des deutschen Fernsehens zuweilen Lehrende und Lernende in Weiterbildungs-Settings. Und bedienen dabei das Klischee der organisierten Erwachsenenbildung als Ort problematischer Anpassungsleistungen. Die Autorin hat sich verschiedene Krimifolgen angesehen und rät, das transportierte Bild nüchtern zur Kenntnis zu nehmen: Lehrende und Lernende der Erwachsenenbildung werden damit leben müssen, im Fernsehkrimi als komische oder verdächtige Gestalten aufzutreten. Zugleich ist das positive Gegenbild, das das Genre auf der Folie der Erwachsenenbildung entwerfen will, selbiger erstaunlich nahe.

Dialog mit dem Autor/den Autoren

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