Herausgeber
Nuissl von Rein, Ekkehard
Titel
Kopf oder Zahl
Zeitschrift
DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung
Ausgabe
4/2010
Ort
Bielefeld
Verlag
wbv
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/9076
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Abstract
Kopf oder Zahl – was zählt? Die Bildungspolitik verlangt nach quantitativ-empirischen Grundlagen. In den Erziehungswissenschaften hat die quantitativ-empirische Forschung an Bedeutung gewonnen. In der Praxis spielen quantitative Daten und Benchmarks eine immer wichtigere Rolle bei der Positionierung und Steuerung von Einrichtungen und Angeboten. Wie weit trägt diese sog. Evidenzbasierung? Es geht schließlich um die „Köpfe“, welche die Zahlen abbilden sollen. Die Beiträge des Themenschwerpunkts abtworten salomonisch: „Kopf oder Zahl“ lautet ihre Devise.

Inhalt

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Reich-Claassen, Jutta; Tippelt, Rudolf

Stichwort: Evidenzbasierung

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Koch, Lutz

Messbarkeit als Norm

Warum quantitativ-empirische Forschung nicht neutral ist
Der Beitrag erschließt die der scheinbar neutralen empirischen Forschung inhärente Normativität. Am Beispiel der PISA-Studien werden unmittelbare und mittelbare normative Einflussnahmen empirischer Forschung aufgezeigt: (1) ihr Wille, steuerungsrelevantes Wissen bereitzustellen, (2) die Normativität ihres didaktischen und bildungstheoretischen Konzepts, (3) die aus der Untersuchungsabfolge abgeleitete Idee, den Unterricht in den Phasen zwischen den Erhebungen dem Konzept anzupassen und (4) die im Vorfeld der Messung erforderliche Operationalisierung theoretischer Messnormen im Sinne ihrer quantitativen Messbarkeit, die den Charakter von Handlungskriterien annehmen können.
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Buchhaas-Birkholz, Dorothee

Die "empirische Wende" in Bildungspolitik und Bildungsforschung

Zum Paradigmenwechsel des BMBF in der Forschungsförderung
Aus der Perspektive des zuständigen Ministeriums skizziert die Autorin den Paradigmenwechsel der Bundesbildungspolitik als eine »empirische Wende«. Sie zeigt Strukturen und Rahmenbedingungen der einschlägigen Großprojekte auf (Nationales Bildungspanel, Technologiebasiertes Testen, Programm Empirische Bildungsforschung) und verweist auf die Output- und Kompetenz-Orientierung als deren »roter Faden«. Dabei sieht sie Bildungspolitik und Bildungsforschung in ihren Erfolgs- und Gelingensbedingungen aufeinander verwiesen, auch wenn sie jeweils eigenen Handlungslogiken folgen.
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Rosenbladt, Bernhard von

Vom Erkenntniswert der Vogelperspektive

Weiterbildung in Zahlen am Beispiel von BSW und AES
Ausgehend vom bildungspolitischen Ziel einer erhöhten Weiterbildungsteilnahme stellt der Beitrag ein Instrumentarium vor, mit dem das Lern- und Bildungsverhalten erwachsener Menschen statistisch erfassbar wird. Am Beispiel ausgewählter Daten aus dem Berichtssystem Weiterbildung (BSW) und dem Adult Education Survey (AES) werden Analysepotenzial und Erkenntnisgewinn der Weiterbildungsstatistik ausgeleuchtet. Hierzu werden Daten zum Weiterbildungsvolumen, zur Anzahl und Dauer von Lernaktivitäten und zur sektoralen Zuordnung der Weiterbildungsaktivitäten in einen internationalen Vergleich gestellt.
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Heuer, Klaus

IQ – die Zahl fürs Köpfchen

Der HAWIE Intelligenztest aus dem Archiv des DIE
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Weinrauch, Wolfgang

Referenzen und Impulse

Vom Nutzen empirischer Weiterbildungsdaten in der Praxis
Was kann die Weiterbildungspraxis mit empirischen Daten über den Bereich der Weiterbildung praktisch anfangen? Der Autor, kaufmännischer Leiter eines Volkshochschul-Zweckverbandes, zeigt im Betrag das praktische Potenzial empirischer Bildungsforschung auf. Die erhobenen Daten dienen als Vergleichsgrößen für lokale Kennzahlen und können helfen, Entwicklungsfelder zu identifizieren und zu untermauern. Er erläutert dies an den Beispielen des Milieumarketings und der Kursleiterqualifizierungen.
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Jütten, Stefanie; Lindemann, Barbara; Mania, Ewelina; Rosenstiel, Tatjana von

Basisqualifikation für die Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit

Die Fortbildung des Verbundprojekts »ProGrundbildung« als Beitrag zur Professionalisierung
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Qualifikationen und Kompetenzen der Lehrenden in der Erwachsenenbildung zielt die im Rahmen des Verbundprojekts ProGrundbildung entwickelte Fortbildung »Basisqualifizierung Alphabetisierung / Grundbildung« auf die Professionalisierung von Erwachsenenbildner/inne/n, die im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung tätig sind bzw. tätig werden wollen, ab. Die Autorinnen stellen das Konzept der Fortbildung vor und diskutieren die im Rahmen der Evaluation der Qualifizierung erhobenen Daten zur Personalstruktur sowie zu Fortbildungsmotiven und Qualitätsmerkmalen von Fortbildungen. Schließlich wird aufgezeigt, welchen Beitrag die Fortbildung zur Professionalisierung der Alphabetisierung und Grundbildung darstellt
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Kliche, Thomas; Post, Manuela; Wormitt, Kathrin

Gesundheitsförderung durch Erwachsenenbildung

Wirkungen der Entspannungs- und Stressbewältigungsangebote an Volkshochschulen
Der Beitrag stellt Ergebnisse einer bundesweiten medizinischen Wirkungsanalyse von Entspannungs- und Stressbewältigungskursen vor. Untersucht wurden Gesundheitswirkungen in 132 an 40 Volkshochschulen (VHS) zu Kursbeginn und -ende sowie drei Monate danach. Die Kurse erzielten hohe Zufriedenheit unter den Teilnehmer/innen und verbesserten Gesundheitsbezogene Lebensqualität, psychische und körperliche Beschwerden deutlich und signifikant, und diese Wirkung blieb auch drei Monate nach Kursende erhalten. Verschiedene Entspannungsverfahren wirkten etwa gleich stark. Die Angebote förderten die Gesundheit aller Teilgruppen gleich gut. Wichtig für die Effekte war eine regelmäßige Nutzung des Verfahrens. Erwachsenenbildung hält also bundesweit flächendeckend nachhaltig gesundheitswirksame Angebote bereit.

Dialog mit dem Autor/den Autoren

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