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Pressemitteilung

Bildungsforschung und Bildungspolitik im Gespräch: Das Unmögliche möglich machen

Sylvia Löhrmann: „Wir brauchen einen fortlaufenden und kritischen Dialog zwischen beiden Seiten“

Bonn, 27.10.2014. Die „Organisation des an sich Unmöglichen“ nannte Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth (Prof. em. der Humboldt-Universität Berlin) die Kommunikation zwischen Bildungsforschung und Bildungspolitik in seinem Eröffnungsvortrag zum Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsverbunds Bildungspotenziale. Die diesjährige Tagung in Bonn widmete sich dem Verhältnis von Bildungsinvestitionen und Bildungserträgen im Lebenslauf und beleuchtete an diesem Beispiel zugleich die Bedingungen der Möglichkeit wissenschaftlich informierter Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Praxis.

In seiner Begrüßung stellte Prof. Dr. Josef Schrader, Wissenschaftlicher Direktor des DIE, die Ziele der Veranstaltung vor: die Zusammenarbeit von Forschung, Politik, Administration und Praxis zu stärken, um verfügbares Forschungswissen für alle Adressaten von Bildungsangeboten besser nutzbar zu machen.

Der Vorsitzende der Sprechergruppe des Verbundes aus 16 Forschungsinstituten, Prof. Dr. Marcus Hasselhorn vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), kündigte an, durch jährliche Tagungen den Dialog zwischen Politik und Wissenschaft fördern zu wollen. Der Titel „Bildungspotenziale“ verweise auf den Beitrag, den Bildung für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung leiste bzw. leisten könne.

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung NRW und derzeit Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), beschrieb den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik im Blick auf die KMK als „pragmatisch“ und „erfreulich“, forderte die Bildungsforschung aber gleichzeitig auf, sich stärker als bisher mit Fragen der Umsetzung pädagogischer Reformen zu beschäftigen und einen stärkeren Austausch mit der Praxis zu suchen. Sie betonte: „Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik ist immer dann besonders fruchtbringend, wenn die Wissenschaft Erkenntnisse und Lösungsansätze zu politisch relevanten Fragen bereitstellen kann und die Politik ihrerseits die daraus notwendigen Schlussfolgerungen zieht. Dafür muss es einen fortlaufenden und kritischen Dialog zwischen beiden Seiten geben, dies hat das Forum klar betont.“

Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth zeichnete in seinem Hauptvortrag historische Etappen der Politikberatung mit den Mitteln der Bildungsforschung nach und begrüßte, dass der Forschungsverbund „Bildungspotenziale“ die Frage in den Mittelpunkt stellt, wie Bildung im Lebenslauf besser möglich wird. Er ermunterte den Verbund, die „Sisyphusarbeit“ der Kommunikation zwischen Politik und Wissenschaft weiter zu verfolgen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth und Prof. Dr. Marcus Hasselhorn auch Prof. Dr. Peter Drewek (Dean der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum) teilnahm und die von Berichten der Moderatorinnen und Moderatoren aus den fünf Foren eröffnet wurde, zogen die Diskutanten ein insgesamt positives Fazit der Veranstaltung, plädierten aber zugleich dafür, den Dialog zwischen den verschiedenen Altersgruppen noch intensiver zu gestalten und dabei sowohl die Praxis als auch die Administration stärker einzubeziehen.

Dazu besteht im nächsten Jahr Gelegenheit, wenn das Bildungspolitische Forum am 1. Oktober 2015, ausgerichtet in Berlin vom ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, den Titel trägt: “Akzeptanz und Umsetzbarkeit von Bildungsreformen: Wie wir Bildungspotenziale ausschöpfen können“.

Informationen zur Tagung sowie eine Dokumentation der Tagungsbeiträge finden Sie hier .

Information

Beyer-Paulick, Beate

Behr, Sarah