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Das Programm Inklusion durch Weiterbildung

Inklusion ist zu einem wichtigen Thema im gesellschaftlichen Diskurs geworden, weil sich in der Bundesrepublik neue soziale Spaltungen abzeichnen. In einer repräsentativen Befragung stimmten 2006 über zwei Drittel der Aussage zu, es gebe keine gesellschaftliche Mitte mehr. Diese subjektiven Einschätzungen verdeutlichen die zunehmende Furcht wachsender Bevölkerungsteile vor langfristiger Exklusion, die sich nicht mehr nur auf sog. Problemgruppen oder das „Prekariat“ beschränkt. Auch wenn es sich hier vorrangig um ein gesellschaftliches Problem handelt, das nicht durch Weiterbildung allein gelöst werden kann, gewinnt die Frage, welchen Beitrag Weiterbildung zur sozialen und gesellschaftlichen Inklusion leisten kann, erneut Aktualität. Dieses Themenfeld wird vom neuen Programm „Inklusion“ am DIE aufgegriffen.

Im Fokus steht die Analyse weiterbildungsspezifischer „Stellschrauben“ wie Zugang, Finanzierung, Lernorganisation und -kontexte, Didaktik, Beratung etc. Sie müssen bewegt werden, um den von Exklusion Bedrohten oder Betroffenen eine angemessene Weiterbildungsbeteiligung zu ermöglichen. Politik und Weiterbildungspraxis sollen darin unterstützt werden, neue Wege und Strategien zu entwickeln, die zur gesellschaftlichen Inklusion beitragen. Dazu gehört auch die Identifizierung von organisationsbezogenen Maßnahmen zur Minimierung des Exklusionsrisikos und die Förderung der Inklusion auf der Basis des sozialen Rechts auf Bildung.

Kernaufgaben

  • Erhebung und Auswertung vorhandener Angebote für von Exklusion bedrohte oder betroffene Personengruppen (Migrant/inn/en, Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose und funktionale Analphabeten)
  • Analyse der Bedeutung demographischer Entwicklungen in Bezug auf Exklusionsrisiken
  • Analyse inklusionsförderlicher und -hinderlicher Faktoren in den spezifischen Angeboten für die von Exklusion bedrohten oder betroffenen Bevölkerungsgruppen (Fallstudien)
  • Empfehlungen zur Optimierung der Lehr- und Beratungsangebote in mikro- und makrodidaktischer Hinsicht, auch bezüglich der Qualifizierung von Lehrenden, Beratenden und Organisationsverantwortlichen
  • Unterstützung eines intensiven Diskurses über die Frage einer nachhaltigen Verbesserung der Inklusion für die von Exklusion bedrohten oder betroffenen Bevölkerungsgruppen

Produkte

  • Report: „Bestandsaufnahme inklusionsfördernder Maßnahmen für Migranten"
  • DIE-Forum zum Thema Inklusion
  • Die Rolle von Weiterbildung bei Langzeitarbeitslosigkeit (empirische Untersuchung)
  • Betriebsfallstudien in Modellen arbeitsplatznaher Lernsettings für Geringqualifizierte
  • Entwicklung eines (Selbst-)Evaluationsinstruments für Inklusion von Weiterbildungseinrichtungen
  • Entwicklung eines Instrumentariums zur Erfassung tatsächlicher Kommunikation zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft (beide Perspektiven in laufenden Kursen)

Haben Sie Fragen zum Programm?