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Anmerkungen zur Geschichte der Bibliographie zur Erwachsenenbildung

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1980 blickte Ernst Richter resümierend und mit bildungsbürgerlicher Distanz auf seine 20jährige Tätigkeit als Bearbeiter der Bibliographie zur Erwachsenenbildung zurück:
"Ein Gelehrter des 19. Jahrhunderts hat den Bibliographen einmal den ‚Kärrner der Wissenschaft' genannt. Nach meinen Erfahrungen hat er damit ins Schwarze getroffen. Bibliographieren ist, viel mehr als der Außenstehende ahnt, mit öder, mechanischer Arbeit verbunden; andererseits steht der Bibliograph unter ständiger Anspannung - wenn auch nicht der Muskeln wie der Kärrner, so doch des Gehirns. Er muß ständig konzentriert sein, muß entscheiden und systematisch einordnen."

1962 war auf Anregung der Deutschen Unesco-Kommission unter Federführung von Walter Karbe und Ernst Richter die Bibliographie zur Erwachsenenbildung im deutschen Sprachgebiet zum ersten Mal erschienen. Sie verfolgte das ehrgeizige Ziel, einen möglichst vollständigen Überblick über die deutschsprachige Literatur zum erwachsenenbildnerischen Handeln seit den Anfängen zu geben. Karbe wollte keine Auswahlentscheidungen treffen, denn: "Eine Bibliographie kann nicht argumentieren." Gleichwohl verzichtete er auf die Aufnahme von Titeln, die nicht dem Ideal der "freien Volksbildung" verpflichtet waren.

Karbe und Richter hatten den primären Zweck der Bibliographie darin gesehen, "der wissenschaftlichen Bearbeitung der Probleme der Erwachsenenbildung [...] eine Vorleistung zu geben". In den 1960er und 1970er Jahren erschienen Folgeveröffentlichungen in immer kürzeren Abständen. Infolgedessen konstatierte Hans Tietgens, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), im Vorwort zur 9. Auflage 1981 einen zunehmenden Gebrauchswert der Bibliographie auch für die Praxis der Bildungsarbeit.

Seit 1980 erschien jährlich eine Folge. Sie wurde mehr als 20 Jahre lang von Peter Liebl bearbeitet. Mit dem Berichtsjahrgang 2002 wurde die gedruckte Version der Bibliographie zur Erwachsenenbildung Deutschsprachige Literatur eingestellt.

Mit der Online-Literaturdatenbank und der an wenigen Inhaltsschwerpunkten orientierten Neuerwerbungsliste stehen zwei über das Internet zugängliche bibliographische Hilfsmittel zur Verfügung.