Die Abteilung „System und Politik“ beobachtet und analysiert das Weiterbildungssystem in Deutschland. Der Blick richtet sich auf die gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Weiterbildung, auf die bildungspolitischen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure sowie auf die Effekte, die deren Handeln auf die Strukturen von Weiterbildungsanbietern, -angebot und -teilnahme hat. Darüber hinaus untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Abteilung, welche Wirkungen die Teilnahme an Weiterbildung für Individuen und Gesellschaft entfaltet.

Die Leitfrage lautet: Wie können Weiterbildungssysteme so gestaltet werden, dass die Beteiligung steigt und soziale Disparitäten verringert werden? Diese Fragestellung führte in der Abteilung zur Etablierung dreier Arbeitsschwerpunkte:

Datengrundlage für Forschung und Berichterstattung über Weiterbildung

Der Stellenwert datengestützter Informationen für das Erforschen von und Berichten über Weiterbildung ist hoch: Deshalb ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der fragmentierten Datengrundlage ein zentrales Anliegen der Abteilung.

In Zusammenarbeit mit dem Team „Statistik“ in der Abteilung „Forschungsinfrastrukturen“ ist die Abteilung „System und Politik“ jährlich an der Bereitstellung von Anbieterdaten beteiligt: Produkte sind die Volkshochschul- und Verbundstatistik sowie in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) der „wbmonitor“ (Anbieterbefragung in der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung). Weitere Forschungsarbeiten untersuchen die Qualität zentraler Datengrundlagen der Weiterbildung und deren Entwicklungsmöglichkeiten.

Steuerungsrelevantes Wissen

Eine gute Datengrundlage ist auch eine wesentliche Voraussetzung für den zweiten Schwerpunkt der Abteilung: die Bereitstellung steuerungsrelevanten Wissens über das System der Weiterbildung sowie über die Auswirkungen von politischem Handeln in föderalen und nationalen Strukturen.

Hier setzen die beiden an die Abteilung angegliederten Nachwuchsgruppen an: In nationaler Perspektive forscht die Nachwuchsgruppe von Andreas Martin zu Wirkungen und Erträgen bildungspolitischer Interventionen im Feld der Weiterbildung. In internationaler Perspektive erforscht die Nachwuchsgruppe von Katrin Kaufmann-Kuchta die Zusammenhänge zwischen institutionellen Rahmenbedingungen und Angebotsstrukturen am Beispiel der wissenschaftlichen und der gesundheitsbezogenen Weiterbildung, basierend auf vergleichenden Fallstudien in Schweden, Spanien und England.

In der Abteilung werden darüber hinaus die Effekte institutioneller Rahmenbedingungen sowie die Wirkungen von Weiterbildung bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern, insbesondere mit Blick auf nicht-monetäre Wirkungen, untersucht. Die Grundlage sind in der Regel kausale Analysen von Sekundärdaten, die Steuerungsinformationen für Politik und Praxis enthalten.

Bildungsberichterstattung

Die Bildungsberichterstattung als dritter Arbeitsschwerpunkt von „System und Politik“ nutzt die Expertise aus den ersten beiden Schwerpunkten und beschreibt Weiterbildungssysteme auf der Grundlage aussagekräftiger Indikatoren und Kennzahlen. Die Abteilung unterstützt den Vorstand bei seiner Arbeit in der Autorengruppe des „Nationalen Bildungsberichts“ und liefert regelmäßig Beiträge für den „Datenreport zum Berufsbildungsbericht“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Weitere Beiträge zur Bildungsberichterstattung, insbesondere auf der Anbieter- und Angebotsseite, sind neben dem „wbmonitor“ die Jahresberichte der „Volkshochschul- und Verbundstatistik“. Im Rahmen der Transferagenturen Kommunales Bildungsmanagement unterstützt die Abteilung Kommunen bei der Umsetzung des kommunalen Bildungsmonitoring.

Projektübersicht

Alle Projekte der Abteilung „System und Politik“

Kontakt

Abteilungsleitung: 
Dr. Sarah Widany

 

 

Kurzlink zu dieser Seite:
die-bonn.de/li/299

Letzte Änderung: 09.06.2020