Dezember 2016 bis März 2019

Unter dem Stichwort eines entstehenden neuen Governance-Regimes werden in der Erziehungswissenschaft in allen Bildungsbereichen, so auch im Weiterbildungsbereich, weitreichende Veränderungen in den Akteurskonstellationen, Koordinations- und mithin Steuerungsformen verzeichnet. Ihnen wird ein bedeutender Einfluss auf die pädagogische Leistungerbringung in Bildungsorganisationen und damit auf die Entwicklung von pädagogischen Leistungsprofilen, d.h. dem je organisationsspezifisch ausgeprägten Gesamtspektrum an Lern- und Bildungsangeboten sowie Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Lernende zugeschrieben. Bislang ist jedoch weder klar, wie das neue Governance-Regime auf der Ebene von Weiterbildungsorganisationen empirische Gestalt annimmt, noch ist bekannt, wie sich die Organisationen zu den steigenden und sich verändernden akteursspezifischen Leistungs- und Koordinationserwartungen verhalten. Die übergreifende Zielsetzung des Projektes ist die Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnis zur empirischen Verfasstheit des neuen Governance-Regimes auf der Ebene von Weiterbildungsorganisationen und seiner Konsequenzen für die Entwicklung von pädagogischen Leistungsprofilen. Hierzu wird ein qualitatives Forschungsdesign zugrunde gelegt. Es werden Fallstudien in 9 Weiterbildungsorganisationen, speziell Volkshochschulen, durchgeführt.

Fragestellung

Welche Akteurskonstellationen und Koordinationsformen gewinnen in Weiterbildungsorganisationen eine besondere Relevanz für die Entwicklung von pädagogischen Leistungsprofilen?

Welche Handlungskonventionen werden von Leitungskräften in Weiterbildungsorganisationen aktiviert, um die jeweiligen pädagogischen Leistungsprofile zu begründen und zu rechtfertigen?

Welche typischen Handlungs- und Entscheidungsspielräume für die Entwicklung von organisationsspezifischen pädagogischen Leistungsprofilen zeichnen sich im Kontext des Entstehens eines neuen Governance-Regimes ab?

Projektziel

Die Zielsetzung des Projekts ist die Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnis zur empirischen Verfasstheit des neuen Governance-Regimes auf der Ebene von Weiterbildungsorganisationen und seiner Konsequenzen für die Entwicklung von pädagogischen Leistungsprofilen. Hier werden folgende Teilziele verfolgt:

1. Erfassung von neuen Akteurskonstellationen sowie Koordinationsformen auf der Ebene von Weiterbildungsorganisationen

2. Rekonstruktion von Handlungskonventionen, die von Leitungskräften im Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen und Koordinationsanforderungen aktiviert werden

3. Bestimmung von typischen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen für die Entwicklung von organisationsspezifischen pädagogischen Leistungsprofilen im Kontext des neuen Governance-Regimes in der Weiterbildung

 

Kontakt

  • Graß, Doris (Projektkoordination, Mitarbeit)
    • Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)

Beteiligte Personen

  • Alke, Matthias, Dr. (Mitarbeit)
  • Dollhausen, Karin, Prof. Dr. (Leitung)
    • Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
  • Engels, Martina (Mitarbeit)
  • Graß, Doris (Projektkoordination, Mitarbeit)
    • Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
  • Schemmann, Michael, Prof. Dr. (Leitung)

Beteiligte Institutionen

Publikationen

  • Graß, D. & Alke, M. (2019). Die Soziologie der Konventionen und ihr analytisches Potenzial für die Educational Governance Forschung. In Handbuch Educational Governance Theorien, 219–246.

Forschungsparadigma

Theorieentwicklung ohne Einbindung von Praxisinteressen in das Forschungsprojektdesign

Datenerhebung

  • Akten- und Dokumentenanalyse (standardisiert/offen)
  • Qualitatives Interview

Datenauswertung

  • analytisch
  • rekonstruktiv

Forschungsart

  • Geförderte Forschung

Förderung

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)