Herausgeber
Wedekind, Volker
Titel
Lernen im Alter
Zeitschrift
Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
Jahr
2019
Ort
Wiesbaden
Verlag
Springer
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/36985
Um diese Ausgabe zu zitieren, verwenden Sie bitte diese Internetadresse.

Inhalt

1
(PDF)

Wedekind, Volker; Schrader, Josef

Editorial

5
(PDF)

Richards, Cameron

Later life learning from experience: the cross-cultural importance of ‘life reviews’ in seniors’ lifelong education and learning

Lebenslanges Lernen für ältere Menschen gerät im Kontext eines globalen demographischen Wandels zunehmend in den Fokus der Politik. Dennoch führt eine gesellschaftliche Geringschätzung informellen und experimentellen Lernens zu einer Demoralisierung in Bezug auf Lernaktivitäten, die sich auch als Angst vor dem Altern manifestiert. Dies ist umso mehr der Fall, wenn die Politik hauptsächlich auf die negativen ökonomischen und gesundheitlichen Auswirkungen alternder Gesellschaften fokussiert, ohne dies hinreichend an ein sinnvolles und qualitatives Leben rückzukoppeln. Andererseits wird zunehmend erkannt, welchen Wert „Lebensrückblicke“ im höheren Alter für Lern- und Bildungsprozesse haben können, insbesondere dann, wenn es um kulturelle Unterschiede geht, von denen sich auf Resilienz-Erfahrungen abheben lässt. So ist auch in den Blick zu nehmen, dass der informelle Austausch von Lebensgeschichten, -erfahrungen und -modellen u.a. über soziale Medien und soziale Netzwerke auch Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern einschließen sollte. Dieser Beitrag diskutiert den universellen Wert solcher Lebensrückblicke in Lernprozessen im höheren Alter für die Politik und Praxis aktiven Alterns.
23
(PDF)

Maßmann, Alexandra; Egetenmeyer, Regina

Subjektives Alter und Weiterbildungsfunktionen. Zum Zusammenhang von Alter und Weiterbildungsteilnahme

Der Beitrag analysiert den Zusammenhang des Alters von Weiterbildungsteilnehmenden und der von Teilnehmenden zugeschriebenen Funktion der Weiterbildungsteilnahme. Dazu wird der Einfluss des subjektiven Alters auf die Funktionszuschreibung einer Weiterbildung untersucht. Die Funktion wird nach beruflichen, persönlichen und sozialen Funktionen differenziert. Eine Faktorenanalyse legt eine zweifaktorielle Ausprägung des subjektiven Alters (kognitiv und sozialpsychisch) nahe. Mit Daten aus zwei Erhebungen (n?=?265 und n?=?441) erfolgt die Auswertung mittels Strukturgleichungsmodellen. Die Ergebnisse zeigen, dass das subjektive Alter keinen Zusammenhang zur beruflichen und persönlichen Funktion aufweist, mit steigendem sozial-psychischem subjektivem Alter die soziale Funktion aber abnimmt.
41
(PDF)

Graeff, Bibiana; Bestetti, Maria Luisa; Domingues, Marisa; Cachioni, Meire

Lifelong Learning: Perceptions Collected through the “Age-friendly Cities” Method in the Neighborhood of Mooca, São Paulo (Brazil)

Im Jahr 2015 wurde im Bericht der Weltgesundheitsorganisation, veröffentlicht durch das Programm für altersfreundliche Städte, eine Überprüfung des Konzepts des aktiven Alterns vorgeschlagen. Dieses schließt neben den drei Grundsätzen Gesundheit, Sicherheit und Partizipation auch die Erwachsenenbildung in Form von formaler (Zugang zu Bewertung und Abschlüsse) sowie informeller Bildung (Lernen im täglichen Leben oder während Freizeitaktivitäten) mit ein. Das Ziel dieser Studie ist es zu analysieren, inwiefern Fragen des Lebenslangen Lernens in diesem Kontext diskutiert wurden und ob sie Gegenstand von zwei Fokusgruppen waren, welche die Methode der „altersfreundlichen Städte“ in zwei Stadtvierteln von São Paulo anwendeten. Die beiden Fokusgruppen wurden im Jahr 2016 im Stadtviertel Mooca begleitet: eine Gruppe bestand aus fünf Einwohnern zwischen 60 und 75 Jahren, die andere Gruppe bestand aus sechs Einwohnern im Alter von 76 Jahren und älter. Obwohl die Richtlinien der altersfreundlichen Städte keine speziellen Anforderungen an die Erwachsenenbildung enthalten, so kam das Thema in den Gesprächen zur Sprache. Fünf allgemeine Kategorien wurden erfasst: 1) Lernen: Aktivitäten und Räumlichkeiten; 2) Lernen und Zugang; 3) Bildungswesen: Anerkennung, Berücksichtigung; 4) Lernen und Arbeit; 5) Lernen und Altern. Die formale Bildung hatte zwar einen geringen Stellenwert, dennoch waren Aspekte bezüglich der Anerkennung des Bedürfnisses nach sozialer Partizipation und Freizeitgestaltung älterer Menschen durchaus präsent. Aus Sicht der Teilnehmer wird Lebenslanges Lernen nicht nur durch schlichtes Anbieten von Lernaktivitäten sichergestellt, denn verschiedene Hindernisse können den Zugang zu den Angeboten für ältere Menschen erschweren. Darüber hinaus erkannten die Teilnehmer nicht nur die Bedeutung von Bildungsaktivitäten für Erwachsene und ältere Menschen, sondern auch die Notwendigkeit, dass gerontologische Themen stärker in der Gesellschaft vermittelt werden müssten.
69
(PDF)

Schreiber-Barsch, Silke; Gundlach, Hannah

„Du kannst doch MEHR!“ – Studierfähigkeit als Bewertungskriterium im Hochschulzugang

Validierungsverfahren zwischen subjektiver Deutung und hochschulischem Gatekeeping
Der Beitrag diskutiert Validierungsverfahren zum Hochschulzugang auf der Grundlage beruflicher Qualifikation. Dieses Spannungsfeld wird anhand des Eingangsprüfungsverfahrens (§38 HmbHG) der Universität Hamburg bearbeitet, in dem die Studierfähigkeit beruflich Qualifizierter bewertet wird. Von Interesse ist die qualitative Rekonstruktion von subjektiven Bildungsentscheidungsprozessen in temporalen Übergangsperioden. Hierzu werden Ergebnisse einer Erhebung mit beruflich qualifizierten Studierenden vorgestellt, die sich methodologisch an Grounded Theory orientiert und eine Methodentriangulation nutzt (Teilnehmende Beobachtungen; Gruppendiskussionen; quantitative Fragebogenerhebung). Es zeigt sich, dass das Validierungsverfahren als legitimes und praktikables Instrument zur Messung von Studierfähigkeit angesehen und gleichermaßen in seiner Reproduktionsfunktion diskursiver Ordnungen in Übergängen im Lebenslauf evident wird.
95
(PDF)

Steiner, Petra

Die individuelle Nutzenwahrnehmung aus dem summativen Validierungsverfahren der Weiterbildungsakademie Österreich im Spiegel struktureller und individueller Professionalisierung

Dieser Beitrag stellt Ergebnisse einer aktuellen Online-Befragung der Absolventinnen und Absolventen des Validierungsverfahrens der Weiterbildungsakademie (WBA) Österreich vor. Dazu werden Befragungsergebnisse quantitativ ausgewertet sowie Antworten auf offene Fragen qualitativ inhaltsanalytisch interpretiert. Die Ergebnisse zeigen vor dem Hintergrund der Konzepte zu individueller und struktureller Professionalisierung sowie bildungspolitischer Agenden, dass die WBA individuell und strukturell professionalisierend wirkt. Dies gelingt in besonders hohem Ausmaß durch die Vermittlung des Professionsbildes der Erwachsenenbildnerin bzw. des Erwachsenenbildners. Die Valorisierung der erworbenen Qualifikation aus dem summativen Validierungsverfahren bleibt mangelhaft. Durch das Durchlaufen der Zertifizierung werden Erkenntnisse und Reflexionen der Professionsangehörigen angestoßen, welche sie befähigen an der eigenen Professionalisierung mitzuwirken.
115
(PDF)

Fischer, Andreas; Hecker, Kristin; Pfeiffer, Iris

Berufliche Kompetenzen von Geflüchteten erkennen? Exemplarische Befunde zur Kompetenzmessung im Bereich der Metallbearbeitung und Metallverarbeitung

Der IdA KompetenzCheck stellt ein wissenschaftlich entwickeltes Testverfahren dar, um non-formal und informell erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen, und in Bezug auf deutsche Referenzberufe auszuwerten. Im Rahmen des IdA KompetenzCheck werden Testpersonen mit typischen Handlungsfeldern eines Berufsbildes konfrontiert. Zu jedem Handlungsfeld wird eine Reihe von handlungsrelevanten Fragen präsentiert, deren Beantwortung Rückschlüsse auf die Ausprägung der Kompetenz im jeweiligen Handlungsfeld ermöglicht. Auf diese Weise erlaubt es der IdA KompetenzCheck für ausgewählte deutsche Referenzberufe aus vier Branchen (Metall, Elektro, Logistik sowie Garten- & Landschaftsbau), die Kompetenzen der Testteilnehmenden zu erfassen.

Im vorliegenden Beitrag wird am Beispiel des IdA KompetenzCheck Metall vorgestellt, wie berufliche Kompetenzen effektiv und effizient über papier- oder computerbasierte Testverfahren getestet werden können und welche Besonderheiten bei der Kompetenzfeststellung von Geflüchteten zu beachten sind. Außerdem werden erstmals empirische Belege für die Zuverlässigkeit und Gültigkeit derartiger Testverfahren erbracht: Anhand einer Stichprobe von 162 Geflüchteten, die eine papierbasierte Fassung des Tests bearbeiteten, wird gezeigt, dass sich mit dem IdA KompetenzCheck reliable und valide Ergebnisse erzielen lassen, die durchweg positiv mit Berufserfahrung korrelieren.

Die Ergebnisse zu diesem und ähnlichen Testverfahren werden kritisch diskutiert und sowohl im Spannungsfeld zwischen Praktikabilität, Reliabilität und Validität, als auch in Bezug auf andere Verfahren der Kompetenzfeststellung eingeordnet. Zusammenfassend halten wir den IdA KompetenzCheck für einen gelungenen Beitrag zu einer Validierung von „learning outcomes“ nicht-zertifizierten non-formalen und informellen Lernens, der jedoch im Sinne einer ganzheitlichen Beurteilung von beruflicher Handlungskompetenz andere Verfahren der Kompetenzfeststellung nicht ersetzen, sondern nur ergänzen kann.
133
(PDF)

Fischer, Martin; Follner, Magdalene; Rohrdantz-Herrmann, Ines; Sandal, Cüneyt

AiKomPass – Ein Instrument zur Sichtbarmachung informellen Lernens in der Metall- und Elektroindustrie

AiKomPass ist ein webbasiertes Instrument, mit dessen Hilfe informelle und non-formale Kompetenzen aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie sichtbar gemacht werden können. Das Instrument beruht auf einer Interviewstudie mit potenziellen Nutzern und auf einem Aufgabeninventar, welches Aufgaben aus den Arbeitsfeldern Arbeitsvorbereitung, Produktion, Instandhaltung und Logistik umfasst. Das Instrument selbst wurde in einem Prozess partizipativer Technikgestaltung entwickelt. Es hilft Arbeitskräften und Arbeitssuchenden, ihre Fähigkeiten zur Bewältigung von Arbeitsaufgaben selbst einzuschätzen und visualisiert auf diese Weise das hierfür erforderliche Wissen und Können. Überdies dient es zur Analyse biografischer Aspekte von Kompetenzen (außerhalb der Erwerbsarbeit und außerhalb der Metall- und Elektroindustrie angeeignete Kompetenzen sowie relevante Zertifikate). Das Online-Tool richtet sich besonders an Menschen, denen formale Qualifikationen für den Arbeitsmarkt fehlen. AiKomPass ist online verfügbar (www.aikompass.de) und kann kostenlos verwendet werden.

Erzählen Sie Ihren Kontakten von unserer Publikation: