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Das Thema des "20. DIE-Forums Weiterbildung 2017" ist ein Aufruf zum konstruktiven Dialog: „Einmischen, positionieren, verständigen.“ Unter diesem Motto nehmen Expertinnen und Experten das Verhältnis von Erwachsenenbildung und Öffentlichkeit genau unter die Lupe.

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Blättern Sie auch in unserem Flyer. Dort finden Sie alle Infos kurz zusammengefasst.

 

 

 

 

 

 

Worum es geht

Die konstruktive Auseinandersetzung mit Themen wie Integration oder Digitalisierung und die beharrliche Abwehr von Extremismus und Fundamentalismus sind notwendige Grundlagen demokratischen Zusammenlebens. Allerdings gibt es auf diese komplexen Herausforderungen keine „einfachen“ Antworten – und keine schnellen Lösungen für gesellschaftliche Probleme. Und doch verstärken sich populistische Strömungen, die genau solche einfachen Lösungen versprechen.

Darüber hinaus hat die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft einen erneuten „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ in Gang gesetzt, der sowohl unser Verständnis von „Öffentlichkeit“ als auch die Art und Weise, wie im öffentlichen Raum debattiert wird, grundlegend verändert. Dies wirkt sich auch auf gesellschaftliche Diskurse aus, die oftmals schnelllebig und oberflächlich geführt werden – eher interessengeleitet und unversöhnlich als geprägt von der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Somit wandeln sich also nicht nur Diskurse und Debatten, sondern auch die Öffentlichkeit selbst.

Diese Entwicklungen betreffen auch die organisierte Erwachsenenbildung, denn viele Träger und Einrichtungen der öffentlich geförderten und gemeinwohlorientierten Erwachsenenbildung sind aus einem politisch-demokratischen Bewusstsein der Aufklärung und Emanzipation als Orte für Bildung, Begegnung und Austausch entstanden. Ihr Bildungsauftrag ist immer auch ein gesellschaftspolitischer Auftrag, ihr Handeln Teil gesellschaftlicher Diskurse.

Zweifache Herausforderung

Die Erwachsenenbildung nimmt diese Herausforderungen in einer Doppelrolle an: Einerseits sind die Einrichtungen selbst Orte der Begegnung und bieten Raum für öffentlichen Diskurs. Durch ihre Bildungsarbeit leisten sie gleichzeitig einen wichtigen Beitrag dazu, Aufklärung und Teilhabe an öffentlichen Diskursen überhaupt zu ermöglichen. Andererseits prägen die Einrichtungen und Trägerorganisationen, Verbände, Netzwerke sowie Wissenschaft und Forschung der Erwachsenenbildung öffentliche Diskurse und nehmen als Akteure selbst teil an gesellschafts- und bildungspolitischen Debatten.

Vier Arbeitsschwerpunkte

Das diesjährige DIE-Forum nimmt das aktuelle Verhältnis von Erwachsenenbildung und Öffentlichkeit genauer in den Blick. Neben einem historischen Rekurs auf die öffentliche Rolle der Erwachsenenbildung (Arbeitsgruppe 1) beschäftigt sich das Forum mit der zunehmend digitalen Öffentlichkeit und den damit verbundenen Konsequenzen für die Erwachsenenbildung (Arbeitsgruppe 2). Gefragt wird auch, wie sich die Erwachsenenbildung selbst als Akteur in öffentlichen Diskursen positioniert und welchen Einfluss sie hier ausüben kann (Arbeitsgruppe 3). Darüber hinaus wird thematisiert, wie Träger und Einrichtungen der Erwachsenenbildung selbst Räume für öffentliche Begegnungen und Auseinandersetzungen schaffen können (Arbeitsgruppe 4). Die Keynote hält der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger.

Die Arbeitsgruppen

AG 1   Aus der Öffentlichkeit – für die Öffentlichkeit. Erwachsenenbildung im Zeitverlauf

Die Entstehung der heutigen Träger- und Einrichtungslandschaft geht u.a. zurück auf gesellschafts- und bildungspolitische Debatten der 1960er und 1970er Jahre. In deren Folge wurde Weiterbildung als öffentlich verantworteter Auftrag verankert, der auch heute noch die Daseinsberechtigung für viele Einrichtungen bildet. Auch jenseits dieser staatlichen Einbettung gibt es heute eine Vielzahl von Einrichtungen, die einen „Bildungsauftrag“ für sich reklamieren. So wurden in den 1970er und 1980er Jahren – aus dem Umfeld der Neuen Sozialen Bewegungen heraus – viele Einrichtungen gegründet, die sich als Teil der öffentlichen Sphäre, ja sogar als „Gegenöffentlichkeit“ verstanden und in diesem Sinne eine „andere“ Bildungsarbeit betrieben.

Wie hat sich dieser Bildungsauftrag zwischen „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“ im Zeitverlauf gewandelt? Welche Debatten und Diskurse waren prägend? Wie wurden die Einrichtungen in ihrer pädagogischen Arbeit beeinflusst? Welche Positionen haben öffentliche, konfessionell gebundene oder freie Träger dabei vertreten? Wie hat sich dadurch die Rolle der organisierten Erwachsenenbildung im öffentlichen Raum insgesamt gewandelt? Und wie schlägt sich das in aktuellen Debatten und Standpunkten nieder?

 

AG 2   Einmischen. Digitale Öffentlichkeit und Herausforderungen der Erwachsenenbildung

Der digitale Raum etabliert sich immer stärker als öffentlicher Ort, in dem Austausch, Diskussionen und Meinungsbildung stattfinden sowie neue Formen des Einmischens, des Engagements und der politischen Teilhabe ermöglicht werden. Zugleich erzeugt der digitale Raum auch eine destruktive Kraft, indem hier im Schutz des Anonymen Diskurse wuchern und befeuert werden. Zwar vermögen es die sozialen Medien im digitalen Raum, Menschen über große geografische Entfernungen zusammenzubringen, untergraben aber gleichzeitig angesichts zersplitternder Diskurse durch eine Vielzahl an Teilöffentlichkeiten die soziale Kohäsion. Partizipation, Netzaufklärung und Medienkompetenz werden deshalb zu zentralen Herausforderungen im Zuge einer zunehmend digitalen Öffentlichkeit.

Wie kann die digitale Partizipation von Erwachsenen unterstützt werden? Welche Kompetenzen benötigen sie für den Austausch und Umgang im Netz? Welchen Beitrag kann die Erwachsenbildung hier leisten?

 

AG 3   Positionieren. Standpunkte der Erwachsenenbildung im öffentlichen Diskurs

Erwachsenenbildung ist im Zuge der Debatten um die Integration von Geflüchteten wieder in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Zum einen wurde sie zum Gegenstand öffentlicher Debatten gemacht und zum anderen haben sich einzelne Einrichtungen oder Verbände aktiv in die Auseinandersetzungen um erwachsenenpädagogische Aufgaben und Fragen der Umsetzbarkeit eingebracht. In dieser Hinsicht gestaltet die organisierte Erwachsenenbildung aktiv Öffentlichkeit mit und nimmt Einfluss auf gesellschaftspolitische Diskurse.

Durch welche Maßnahmen und Themen gestaltet sie Öffentlichkeit mit und übt Einfluss auf Debatten aus? Welche Interessen vertritt sie und zu welchen Themen positioniert sie sich? Wie nehmen Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen der Erwachsenenbildung ihre Rolle wahr? Wie können die unterschiedlichen Akteure (z.B. Einrichtungen, Verbände, Netzwerke, Wissenschaft) Diskurse anstoßen und zu einer angemessenen Debattenkultur beitragen?

 

AG 4   Verständigen. Erwachsenenbildung als Raum für öffentliche Begegnung und Auseinandersetzung

Ein erklärtes Ziel von Erwachsenenbildung ist es, Menschen dazu zu befähigen, sich für ihre Interessen einzusetzen und am öffentlichen Diskurs teilzuhaben, indem sie beispielsweise Foren der Begegnung, des Austauschs und der Diskussion etabliert oder auch Angebote der Aufklärung, Wissensvermittlung und Kompetenzentwicklung unterbreitet.

Die Arbeitsgruppe nimmt durch die Erwachsenenbildung geschaffenen Räume für den öffentlichen Austausch in den Blick und widmet sich den Fragen: Für welche Themen stellt Erwachsenenbildung Öffentlichkeit her? Welche Herausforderungen ergeben sich hierbei aktuell und zukünftig? Welche Rolle kann und möchte Erwachsenenbildung übernehmen und wo liegen Grenzen? Wie tolerant kann und darf die organisierte Erwachsenenbildung sein, was muss sie aushalten? Welche aktuellen Erfahrungen, Projekte, Praxisbeispiele gibt es?

Informationen zu Referentinnen und Referenten entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungs-Flyer.

 

Letzte Änderung: 17/11/2017