In Kürze werden hier die Handreichung zum Kompetenzmodell und der Reflexionsbogen zum Download zur Verfügung stehen

Von der Entwicklung zur Pilotierung:
GRETA geht in die zweite Runde

Im Projekt GRETA I wurden von 2014 - 2018 Instrumente und Konzepte entwickelt sowie Prozesse beschrieben, um Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung anzuerkennen. In der anschließenden Projektphase werden die entwickelten Produkte und Instrumente in unterschiedlichen Einsatzvarianten in der Praxis pilotiert und die Erfahrungen wissenschaftlich ausgewertet. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt GRETA II mit dem Titel „Pilotierung der GRETA Anerkennungsinstrumente und -verfahren“ wird vom BMBF für die Dauer von drei Jahren finanziert. Bis November 2021 wird dann über das Ob und Wie einer Implementierung entschieden werden.

In dieser Broschüre finden Sie alle wichtigen Informationen zum Projekt GRETA:

Warum ein Anerkennungssystem für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung?

In Deutschland leisten ca. 530.000 Kursleitende, Trainerinnen, Dozenten – kurzum Lehrende – einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von Weiterbildungsangeboten. Hinsichtlich ihrer Qualifikationen und Kompetenzprofile ist diese Gruppe sehr heterogen. Ein Grund dafür sind fehlende Kompetenzstandards, die Anforderungen an das Wissen und Können Lehrender definieren. Ihre oftmals prekäre Beschäftigungssituation ist zudem ein Ausdruck dafür, dass professionelles Lehrhandeln insgesamt noch zu wenig anerkannt wird.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt GRETA I hat von 2014 – 2018 „Grundlagen für die Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung“ geschaffen, mit dem Ziel, die Professionalität zu erhöhen und die Weiterbildung insgesamt zu stärken. In enger Abstimmung mit Dachverbänden aus relevanten Bereichen der Erwachsenen- und Weiterbildung wurden Strukturen vorbereitet für eine Förderung der Professionalitätsentwicklung auf zwei Wegen: Lehrenden sollte zum einen die Gelegenheit gegeben werden, ihre bereits auf non-formalen und informellen Wegen erworbenen Kompetenzen zu validieren, d.h. anerkennen zu lassen. Zum anderen sollte die Teilnahme an Fortbildungen und Qualifizierungsangeboten als Weg der Professionalitätsentwicklung von Lehrenden gestärkt werden.

Grundlage ist ein Kompetenzmodell, das alle relevanten Kompetenzen abbildet, die für eine Lehrtätigkeit erforderlich sind – unabhängig vom Fach, Auftraggeber oder der Beschäftigungssituation. Damit bietet das Projekt erstmalig Orientierung über Kompetenzanforderungen Lehrender. Lehrende können ihre non-formal und informellen Kompetenzen validieren, d.h. anerkennen lassen. Train-the-Trainer-Angebote können in Bezug zum Kompetenzmodell gesetzt und die Inhalte ausgewiesen werden.

GRETA II - Pilotierung der GRETA-Anerkennungsinstrumente

Unter dem Motto „GRETA - kompetent handeln in Training, Kurs und Seminar“ ist die zweite Projektphase gestartet mit dem Ziel, die GRETA-Instrumente und -Konzepte in verschiedenen Settings zu pilotieren. Lehrende, Weiterbildungsbildungseinrichtungen und sonstige Interessierte können die Instrumente passend zu ihren Bedarfen nutzen. Möglich ist z.B. die Nutzung eines Reflexionsbogens erwachsenenpädagogischer Kompetenzen bis hin zu einer vollständigen Validierung der Kompetenzen. Mit dieser Ausrichtung des Projekts wird der Vielfalt der Weiterbildung Rechnung getragen.

GRETA-Kompetenzmodell

Im folgenden Artikel wird das Kompetenzmodell vorgestellt.

GRETA-Rad

Nutzen des Kompetenzmodells

  • Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung von Kompetenzen
  • Adaption des Modells für die eigenen Bedarfe
  • Vorlage für Personalentwicklungsgespräche

Validierung mit dem PortfolioPlus

Die Anerkennung von non-formalen und informell erworbenen Kompetenzen über so genannte Validierungsverfahren wird von der Europäischen Union seit langem gefordert. Insbesondere Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung haben ihre professionellen Handlungskompetenzen überwiegend informell erworben. Diese sind ihnen oft nicht bewusst, Lehrende können sie daher nicht gegenüber Dritten ausweisen und objektiv darstellen. Mit dem Validierungsinstrument PortfolioPlus erhalten Lehrende die Möglichkeit, über ihre Kompetenzen zu reflektieren, diese im Abgleich mit dem GRETA-Kompetenzmodell zu dokumentieren und anschließend anerkennen zu lassen.

Das PortfolioPlus wird durch geschulte Gutachterinnen und Gutachter bewertet. Die Ergebnisse werden in einer Kompetenzbilanz dargestellt und den Lehrenden in einem Beratungsgespräch rückgemeldet.

Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, die Kompetenzentwicklung von Lehrenden, Trainerinnen und Trainern sowie Dozentinnen und Dozenten anzustoßen und zu unterstützen.

Nutzen für Lehrende

  • Nachweis und Anerkennung von überwiegend non-formal und informell erworbenen Kompetenzen
  • Anstoß für Weiterbildung
  • Individuelle Karriereplanung
  • Langfristig verbesserte Wettbewerbsfähigkeit

Nutzen für Einrichtungen

  • Ausweis der Qualität des Bildungspersonals
  • Bestandsaufnahme von Kompetenzen Lehrender
  • Vereinfachte Personalrekrutierung
  • Strategische Personal- und Organisationsentwicklung

Selbstreflektion - ohne Begutachtung

Lehrenden bietet der GRETA-Reflexionsbogen die Möglichkeit, sich mit den eigenen Kompetenzen zu beschäftigen und eine strukturierte Selbsteinschätzung vorzunehmen. Sie gibt erste Hinweise auf das eigene Wissen und Können und regt zum Weiterlernen an. Der Reflexionsbogen enthält u.a. auch Fragen aus dem PortfolioPlus und bietet so einen ersten Einblick in das Instrument.

Nutzen

  • Bietet praktische Hinweise zum Weiterlernen
  • Ermöglicht angeleitete Selbstreflexion
  • Bietet Einblick in das PortfolioPlus
  • Kann im Rahmen von Train-the-Trainer-Fortbildungen für Lehrende genutzt werden

Mapping von Fortbildungsangeboten

Für Lehrende gibt es eine Vielzahl von Train-the-Trainer-Angeboten, die jedoch nicht systematisiert sind und unabhängig voneinander existieren.

Bildungseinrichtungen können ihre Train-the-Trainer-Angebote mit Hilfe eines Mapping-Verfahrens auf das GRETA-Kompetenzmodell beziehen. Die Ergebnisse des Mappings lassen sich grafisch darstellen und perspektivisch auf der Fortbildungsdatenbank Qualidat ablegen. So können Lehrende gezielt nach Fortbildungen suchen, die Kompetenzen aus dem Kompetenzmodell abdecken.

Nutzen

  • Zielgerichtete Suche nach passenden Train-the-Trainer-Angeboten
  • Transparente Darstellung der Fortbildungsinhalte Unterstützung für eine kompetenzorientierte Ausschreibung von Train-the-Trainer-Angeboten
  • Stärkung der Nachfrage von Train-the-Trainer-Angeboten

Akteure

Ziel des Projektes ist das Sammeln von Erfahrungen mit der Nutzung des gesamten GRETA-Instrumentariums in unterschiedlichen Handlungsfeldern, Teilbereichen und Einrichtungstypen der Erwachsenen- und Weiterbildung. Hierzu werden in einem Bundesland im Sinne einer koordinierten Strategie Supportstrukturen mit einem HotSpot und weiteren Nutzungspartnern sukzessive aufgebaut. Darüber hinaus werden die GRETA-Instrumente im Sinne einer Grassroot-Strategie bei weiteren Nutzungspartnern bundesweit erprobt werden.

Wie können Sie die Produkte von GRETA nutzen?

Sie sind Lehrende oder Lehrender und wollen über Ihre erwachsenenpädagogischen Kompetenzen reflektieren oder sie sogar validieren lassen?

Sie sind Vertreterin oder Vertreter einer Bildungseinrichtung und wollen eines der GRETA-Produkte nutzen?

Sie bieten Train-the-Trainer Fortbildungen an und wollen die Inhalte Ihrer Angebote am GRETA-Kompetenzmodell ausrichten?

Zum Einstieg empfehlen wir Ihnen zur ersten Information das GRETA-Kompetenzmodell und die dazugehörige Handreichung. Darüber hinaus bietet Ihnen der GRETA-Reflexionsbogen die Möglichkeit, sich selbstreflexiv mit Ihren Kompetenzen auseinanderzusetzen, ohne eine externe Bewertung. Diese Produkte werden in Kürze auf die Webseite hochgeladen.

Sollten Sie darüber hinaus als Nutzungspartner am Einsatz der Instrumente in Ihrer Einrichtung oder als Lehrende oder Lehrender an einer Validierung interessiert sein, so wenden Sie sich an die GRETA-Koordinierungsstelle im DIE.

Wer sind die beteiligten Projektpartner?

Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB)

Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (AuL)

Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e. V. (BBB)

Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e. V. (DGWF)

Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. (DVV)

Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e. V. (DVWO)

Verband Deutscher Privatschulverbände e. V. (VDP)

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Forschungslandkarte.

Kontakt

Dr. Anne Strauch

Kurzlink zu dieser Seite:
die-bonn.de/li/420

Letzte Änderung 13.03.2019