Die Erwachsenenbildungsbewegung des Chautauqua-Movements in den USA entwickelte sich um 1874 aus den methodistischen Summer-Schools. In achtwöchigen Sommerkursen sollten Inhalte der allgemeinen und religiösen Bildung vermittelt werden. In ihren Angeboten kombinierten sie unterhaltende mit bildenden Elementen. Ab 1878 entstanden auch „Homereading and Discussion Clubs“. Daraus entwickelten sich schließlich mehr als 10.000 Reading Circles. Im frühen 20. Jahrhundert gab es sogenannte„traveling Chautauquas“, die Bildungs- und Freizeitangebote in Zelten in der ganzen USA durchführten. Die Bildungsangebote richteten sich insbesondere an Frauen, Lehrer und die ländliche Bevölkerung.

Das 1874 von den methodistischen Pfarrern Lewis Miller und John Heyl im Chautauqua County (New York) gegründete Chautauqua College besteht auch heute noch. Es organisiert auf einem großen Parkgelände am Chautauqua Lake jeden Sommer Lehrprogramme und Veranstaltungen in den Sparten Kunst, Bildung, Religion und Sport. Das College liegt nordwestlich von Jamestown und südöstlich des Eriesees im Bundesstaat New York.

Um 1878 entstand auch schon eine Briefschule mit einem vierjährigen Fernlehrgang, in dem die Voraussetzungen für einen Collegebesuch gelegt wurden. Es war ein Angebot für all diejenigen, die weder die Zeit noch das Geld für solch einen Bildungsweg hatten. Um die Kosten des Bücherkaufs zu verringern und das Selbstbewusstsein der Studierenden zu stärken, wurden lokale Lesezirkel propagiert.

Durch den 1974 veröffentlichten Roman "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig ist der Begriff „Chautauqua“ weltweit bekannt geworden. Er bezeichnet da die geübte innere Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Erfahrungen und Begrifflichkeiten. Auch in dem Spielfilm „The Trouble with Girls“ von 1969 wird an die Chautauqua-Bewegung erinnert. Elvis Presley spielte darin einen Manager einer Chautauqua-Theatergruppe während eines Aufenthalts in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Iowa im Jahre 1927.

Archive:

Archiv des Chautauqua Instituts, Online unter: http://chautauqua.pastperfect-online.com/34268cgi/mweb.exe?request=ks, Online Recherchen möglich

Literatur:

Galey, Mary (1981): The Grand Assembly. The Story of Life at the Colorado Chautauqua. Boulder, Colorado

Kett, Joseph F. (1994): The Pursuit of Knowledge under Difficulties. From Self-Improvement to Adult Education in America 1750-1990. Stanford

Morrison (1974): Theodore Morrison, Chautauqua: A Center for Education, Religion, and the Arts in America. Chicago

Rieser, Andrew (2003): The Chautauqua Moment: Protestants, Progressives, and the Culture of Modern Liberalism. New York

Internetquellen:

Zur Geschichte: Homepage des Chautauqua Institutes, unter: http://ciweb.org/about-us/about-chautauqua/our-history

Zur Geschichte, unter: http://www.campusschool.dsu.edu/myweb/history.htm

Zur Geschichte http://en.wikipedia.org/wiki/Chautauqua

Zum Begriff Chautauqua, in: Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, unter: http://digital.library.okstate.edu/encyclopedia/entries/C/CH010.html

 

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Letzte Änderung: 23.05.2017

Klaus Heuer