Was ist das GRETA-Kompetenzmodell?

Beim GRETA-Kompetenzmodell handelt es sich um eine Darstellung aller erwachsenenpädagogischen Kompetenzaspekte, Kompetenzbereiche und Kompetenzfacetten, die für eine Lehrtätigkeit bzw. für
professionelles Lehrhandeln relevant sind. Als Strukturmodell bildet es all das ab, was Lehrende in der Erwachsenenbildung wissen und können sollten. Das Modell wurde im Projekt GRETA vom Deutschen
Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) unter großem Rückhalt der acht beteiligten bundesweiten Träger- und Berufsverbänden der Erwachsenen- und Weiterbildung in Deutschland entwickelt.

Abb.: Das GRETA-Kompetenzmodell

Das Modell nimmt alle Lehrendengruppen gleichermaßen in den Blick. Ganz unabhängig vom Beschäftigungsstatus (in haupt- oder oft nebenberuflicher Beschäftigung, als Angestellte, Honorarkräfte, Selbstständige oder Ehrenamtliche) bzw. dem institutionellen Kontext, in dem Lehrende arbeiten (von der öffentlich anerkannten, gemeinnützigen und kommerziellen bis zur innerbetrieblichen Weiterbildung), welches Fach sie bedienen oder in welchem Handlungsfeld sie agieren. Da allen Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung gleich ist, dass sie das Lernen Erwachsener durch die Planung, Durchführung und Evaluation von Bildungsangeboten unterstützen, wird genau das dafür relevante Wissen und Können im GRETA-Kompetenzmodell systematisiert.

Das Modell adressiert die quer zu allen fachlichen Qualifizierungen (etwa von EDV-, Sprachen- oder Sportlehrenden) liegenden erwachsenenpädagogischen Kompetenzen. Fachliche und fachdidaktische
Kompetenzen werden damit keineswegs übergangen, sie finden sich im Modell als „fachspezifisch
zu definierende“ Bereiche wieder. Indem das Modell die relevanten erwachsenenpädagogischen Kompetenzen
abbildet, kann es als Referenzmodell für unterschiedliche Verwendungszwecke dienen.

  • Zu nennen ist hier beispielsweise die Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Kompetenzen als relevant gelten und die darauf aufbauende Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung von Kompetenzen von lehrend tätigen Mitarbeiter/innen in Einrichtungen.

  • Einen Schritt weiter gedacht, kann das Modell als Referenz genutzt
    werden, um die Kompetenzanforderungen an das Lehrpersonal speziell für die eigene Einrichtung bzw.
    für ein spezifisches Handlungsfeld zu definieren.

  • Auch die Rekrutierung von Personal und die Orientierung
    am Kompetenzmodell in Personalauswahl und Personalentwicklungsgesprächen sind typische Einsatzmöglichkeiten des Kompetenzmodells.


Zusätzlich zum Modell als grafische Darstellung (GRETA-Kompetenzrad) gibt es eine Handreichung, die alle
im Modell aufgeführten Kompetenzbereiche und -facetten beschreibt und definiert.

(Das Kompetenzmodell und die dazugehörige Handreichung finden auch Sie in unserem Downloadbereich)

 

 

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Letzte Änderung: 09.07.2019