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Disaster Preparedness

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Dr. Peter Brandt; Prof. Dr. Matthias Rohs
Disaster Preparedness
weiter bilden
1/2026
Bonn

Abstract

Naturkatastrophen, Krieg, Pandemien und Angriffe auf Demokratie und kritische Infrastrukturen rücken Katastrophen in den Alltag der Menschen – nicht nur in Deutschland. Vorbereitetsein will gelernt sein, doch dies entspricht in der Bevölkerung oftmals nicht der Realität. weiter bilden zeigt auf, welche Rolle die Erwachsenen- und Weiterbildung bislang hierbei spielt und welchen Beitrag sie auch perspektivisch leisten kann.

Content

Seit Jahrzehnten wird Krisenvorsorge im Gesundheitssektor als technisch-institutionelle Aufgabe begriffen. Die Bevölkerung wird dabei meist übersehen – obwohl sie die Schlüsselressource in jeder Krise ist. Und diese Ressource lässt sich bilden. Wortwörtlich. Warum Information während der Pandemie nicht ausreichte, um Panik und Verharmlosung zu verhindern – und was Deutschland von Finnlands „Comprehensive Security“ lernen kann, wo Medienkompetenz offiziell als Verteidigungsinstrument gilt.

Katastrophen, Krisen, Notfälle: Die Begriffe verschwimmen im öffentlichen Diskurs – dabei entscheidet ihre Unterscheidung, wie Vorsorge gedacht wird. Der Beitrag klärt zentrale Konzepte wie Vulnerabilität, Resilienz und Selbstschutz und zeigt, warum „Disaster Preparedness“ mehr ist als Vorräte: eine Frage von Wissen, Routinen und der Verteilung von Verantwortung zwischen Staat und Einzelnen.

8.725 antisemitische Vorfälle registrierte RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) 2025 – nahezu unverändert zum Vorjahr, auf historischem Höchststand. Reuven Konnik liest Antisemitismus als Seismograph für den Zustand der Demokratie und sieht Potenzial darin, traditionellen jüdischen Diskurs als Übung für eine resiliente Gesellschaft auszulegen. Mit der Akademie für Jüdische Ethik und Demokratie in Rheinland-Pfalz stellt er eine neue Institution vor, die genau das umsetzt.

Wie bereitet man Erwachsene auf Krisen vor, die sich nicht vorhersehen lassen? Beim 21. (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr ging es um genau diese Frage. Manuel Schulz, Leiter des Zentrums für technologiegestützte Bildung (ZtB) der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, erläutert, was die zivile Erwachsenenbildung aus dem Konzept „Train while you fight“ mitnehmen kann.

Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Schweden seine gesellschaftliche Krisenvorsorge (totalförsvar) grundlegend neu ausgerichtet – ein Kurswechsel, der 2024 im NATO-Beitritt mündete. Welche Rolle spielt dabei die traditionsreiche schwedische Erwachsenenbildung, die folkbildning? Im Interview mit Co-Herausgeber Matthias Rohs erläutert Thor Rutgersson vom Folkbildningsrådet, wie freiwillige Bildungsarbeit gesellschaftliche Verunsicherung aufgreifen kann – und an welchen Grenzen sie dabei stößt.
Thor Rutgersson; Prof. Dr. Matthias Rohs

Welche Fähigkeiten brauchen Menschen, um in Krisen und Katastrophen handlungsfähig zu bleiben? Disaster Preparedness umfasst nicht nur die organisatorische Vorbereitung auf kritische Ereignisse, sondern auch die Förderung psychischer Resilienz als zentralen Bestandteil wirksamer Vorsorge. Der Beitrag beschreibt Resilienz als Bündel adaptiver Kompetenzen, erläutert ihre Bedeutung für Bevölkerung und Einsatzkräfte und diskutiert, wie diese durch Bildungs- und Trainingsangebote gezielt gefördert werden können.

Radikalisierung wird meist als Jugendphänomen behandelt – dabei zeigen Daten aus mehreren Bundesländern einen erheblichen Anteil älterer Menschen in extremistischen Szenen, von Reichsbürgern bis Islamismus. Anders als bei jungen Menschen fehlt hier jedoch ein zentraler Erreichbarkeitsweg wie die Schule. Isabel Lang zeigt, welche Projekte bereits ansetzen, wo Lücken bestehen – und warum Radikalisierungsprävention zu einem wichtigen Themenfeld der Erwachsenen- und Weiterbildung werden muss.

80 % der Bevölkerung interessieren sich für Angebote zur Katastrophenvorbereitung – doch nur 42 % haben sich bislang tatsächlich damit beschäftigt, und Vorsorge ist sozial deutlich ungleich verteilt. Während die Politik Zivilschutz vor allem in der Schule verankern will, fallen die entscheidenden Vorsorgeentscheidungen im Alltag Erwachsener. Sophie Lacher-May plädiert dafür, Disaster Preparedness als Aufgabe öffentlich geförderter Erwachsenenbildung zu verstehen – und zeigt, was sich dafür von Japans nachbarschaftlicher Vorsorgepraxis lernen lässt.

Die Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt steht angesichts unklarer politischer Entwicklungen aktuell vor großen Herausforderungen. Umso erfreulicher ist, dass aus dem Bundesland in ganz anderer Sache ein Impuls kommt, der Schule machen könnte: Bildungspraxis und (abtretende) Landesregierung haben Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge zum Gegenstand einer expliziten förderpolitischen Vereinbarung gemacht. Was es damit auf sich hat, fragte Herausgeber Peter Brandt bei Mechthild Jorgol nach, der Geschäftsführerin im Landesverband der Volkshochschulen Sachsen-Anhalt e. V.
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