Diversität und Inklusion in sozialwissenschaftlichen Daten
Frühjahrstagung der DGS-Sektion „Methoden der empirischen Sozialforschung“
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Die Tagung
Allgemeine Bevölkerungsumfragen verfolgen das Ziel, ein möglichst umfassendes Abbild der Gesamtbevölkerung zu liefern. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen häufig unterrepräsentiert sind, unvollständige Daten aufweisen oder innerhalb der Erhebungen nicht eindeutig identifizierbar sind. Exemplarisch zeigen sich diese Herausforderungen in verschiedenen Bereichen: So weisen etwa Migrantinnen und Migranten häufig erhöhte Nonresponseraten auf – beispielsweise aufgrund von Sprachbarrieren oder einer begrenzten Barrierefreiheit der Erhebungsinstrumente. Fragen zu Geschlecht, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität fehlen oftmals oder sind unzureichend operationalisiert, was differenzierte Analysen zwischen LGBTQI+-Personen und heterosexuellen bzw. cisgeschlechtlichen Befragten erschwert. Auch Personen mit eingeschränkten Lese- und Schreibkenntnissen, begrenzter Alphabetisierung oder Sehbeeinträchtigungen stoßen auf Hürden, etwa durch komplexe Frageformulierungen oder den geringen Einsatz leichter bzw. einfacher Sprache. Ebenso werden Kinder und Jugendliche, ältere Befragte, sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen häufig nur unzureichend berücksichtigt, wodurch ihre spezifischen Perspektiven in vielen Umfragen fehlen. Diese Beispiele verdeutlichen, dass insbesondere Gruppen, die von Diskriminierung und Marginalisierung betroffen sind, in Bevölkerungsumfragen strukturell benachteiligt werden.
Die daraus resultierenden Datenlücken erschweren eine angemessene Untersuchung sozialer Ungleichheiten sowie der intersektionalen Verflechtungen dieser Prozesse. Die Frühjahrstagung der Methodensektion im Jahr 2026 widmet sich somit dem Thema „Diversität und Inklusion In Sozialwissenschaftlichen Daten“. Diskutiert werden methodische und konzeptionelle Ansätze zur Verbesserung der Repräsentation marginalisierter Gruppen in Bevölkerungsumfragen unter besonderer Berücksichtigung von Barrierefreiheit, sprachlicher Zugänglichkeit und Diversität in den Erhebungsinstrumenten der Umfragen.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier.
Wann und wo?
Die Tagung findet am 5. und 6. März 2026 am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen statt.
Es ist auch möglich virtuell an der Tagung teilzunehmen.
Anmeldung
Die Anmeldung ist hier möglich: eveeno.com/366544019
Kontakt
Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Verena Ortmanns.
E-Mail: ortmanns@die-bonn.de