Publikation
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich
Springer VS
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich
Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
9/2016
Wiesbaden
Inhalt
Dr. Alexandra Ioannidou; Prof. Dr. Josef Schrader
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich 2/2016, S. 125–129
Comparing policies on literacy and basic education
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich 2/2016, S. 125–129
Comparing policies on literacy and basic education
Carolin Knauber; Dr. Alexandra Ioannidou
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich. Von der Politikformulierung zur Implementierung 2/2016, S. 131–148
Politiken der Grundbildung im internationalen Vergleich. Von der Politikformulierung zur Implementierung 2/2016, S. 131–148
Der Beitrag untersucht international-vergleichend die Frage, wie Politiken der Grundbildung auf Ebene der Politikformulierung (policy) verstanden und wie sie, unter Berücksichtigung der institutionellen Regeln und Handlungszuständigkeiten des mehrebenenpolitischen Systems (polity), von jeweiligen Akteurskonstellationen in nationale Bildungspolitik umgesetzt werden (politics). Auf der Grundlage empirischer Daten aus dem Projekt „EU-Alpha“ wird das Zusammenspiel von policy, polity und politics in der Grundbildungspolitik in England, den Niederlanden, Österreich und der Türkei untersucht. Der Beitrag identifiziert unterschiedliche Governance-Strukturen in den hier betrachteten Ländern und beschreibt somit Unterschiede von der Politikformulierung bis hin zur Implementierung über die Fall-Länder hinweg. Darüber hinaus liefert er Anregungen für weiterführende Forschungsfragen, die nach Bedingungen erfolgversprechender Politiken sowie nach Erklärungen für mögliche Effekte von Governance-Strukturen auf das Niveau und die Verteilungsstruktur von Grundkompetenzen in der erwachsenen Bevölkerung suchen.
Prof. Dr. Andreas Martin; Ina Elisabeth Rüber
Die Weiterbildungsbeteiligung von Geringqualifizierten im internationalen Vergleich 2/2016, S. 149–169
Eine Mehrebenenanalyse
Die Weiterbildungsbeteiligung von Geringqualifizierten im internationalen Vergleich 2/2016, S. 149–169
Eine Mehrebenenanalyse
Weiterbildung steht zunehmend im Fokus bildungspolitischer Steuerungsansprüche auf nationaler sowie supra- und internationaler Ebene. International-vergleichende Large-Scale-Assessments wie PIAAC haben die öffentliche Aufmerksamkeit für die Erwachsenen- und Weiterbildung weiter gesteigert und dabei auch die Geringqualifizierten fokussiert. Der Beitrag analysiert anhand von Mehrebenenmodellen die Relevanz nationaler Kontexte für die Weiterbildungsbeteiligung insgesamt und von Geringqualifizierten insbesondere. Unter Benutzung der Daten des European Labour Force Survey aus dem Jahr 2013 wird gezeigt, dass die Höhe nationaler Bildungsausgaben einen positiven Einfluss auf die individuelle Teilnahme an Weiterbildung hat und die Benachteiligung Geringqualifizierter bei höheren Bildungsausgaben geringer ist.
Jennifer Litster; David Mallows
Literacy as supply and demand 2/2016, S. 171–182
Literacy as supply and demand 2/2016, S. 171–182
Prof. Dr. Anke Grotlüschen
Politische Grundbildung – Theoretische und empirische Annäherungen 2/2016, S. 183–203
Politische Grundbildung – Theoretische und empirische Annäherungen 2/2016, S. 183–203
Der Artikel fragt, ob eine auf arbeitsorientierte Grundbildung ausgerichtete Forschung und Politik Felder ausschließt, die emanzipatorisches Potenzial für die Teilnehmenden haben und in denen es auch immer wieder verfehlt wird, gering gebildete, geringqualifizierte oder gering literalisierte Bevölkerungsgruppen anzusprechen – die politische Grundbildung. Hierzu wird zunächst auf Gegenwartsanalysen zugegriffen, die eine Krise der Demokratie konstatieren und diese durch materielle Verteilung und ihre Legitimation erklären. Darauf aufbauend wird die Kritik einer Chancengleichheit rezipiert, die Verteilungsungleichheit legitimiere. Daraus resultiert die These einer „aufgekündigten Reziprozität“, welche die Solidarität unterschiedlicher Gesellschaftsschichten1 untergräbt. Dem werden Befunde auf Basis der PIAAC-Studie gegenübergestellt, mit der das Verhältnis von Literalität und politischer Wirksamkeit, sozialem Vertrauen und freiwilligem Engagement gezeigt werden kann. Die Ergebnisse werden mit den Freiwilligen-Surveys und Shell-Jugendstudien kontrastiert. Anschließend wird das Problem von Rechtspopulismus und politischer Wirksamkeit diskutiert, um das Vorurteil, Marginalisierung determiniere rechtspopulistische Gesinnungen, zu differenzieren.
Jean-Pierre Jeantheau
The Defence and Citizenship Day (JDC) in France 2/2016, S. 205–223
The Defence and Citizenship Day (JDC) in France 2/2016, S. 205–223
Ralf St. Clair
Plus ça change 2/2016, S. 225–239
The failure of PIAAC to drive evidence-based policy in Canada
Plus ça change 2/2016, S. 225–239
The failure of PIAAC to drive evidence-based policy in Canada
Caroline Euringer
Grundbildung im Spannungsfeld bildungspolitischer Ein- und Abgrenzungsinteressen 2/2016, S. 241–254
Grundbildung im Spannungsfeld bildungspolitischer Ein- und Abgrenzungsinteressen 2/2016, S. 241–254
Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, wie der Begriff „Grundbildung“ vor dem Hintergrund von Interessen und Machtverhältnissen in der öffentlichen Bildungsverwaltung der Länder definiert wird. Mit Blick auf die New Literacy Studies werden empirisch-qualitative Ergebnisse zum Verständnis von Grundbildung und darauf bezogene Begründungslinien dargestellt. Diese wurden mittels leitfadengestützter Interviews erfasst und unter Rückbezug auf Neo-Institutionalismus und Bourdieus Ansatz zum Staat als Feld der Macht interpretiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ein- und Abgrenzung des Begriffs nicht nur mit allgemeinen Zielen von Teilhabe und Weiterlernen begründet wird, sondern vor allem formale Zuständigkeiten und finanzielle Ressourcen eine Rolle dabei spielen, was als Grundbildung proklamiert wird. So dominiert vor allem ein Verständnis, das den Fokus – entgegen einem breit gedachten Grundbildungsbegriff – auf Lesen, Schreiben und Rechnen begrenzt.