PD Dr. phil. Marion Fleige
wiss. Leitung
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
Das Projekt erschließt, wie Digitalisierung in die VHS-Angebotsstruktur integriert ist, welche Bildungsbedarfe in der digitalisierten Gesellschaft bestehen und wie die VHS mit ihren Angeboten darauf reagieren, um gemäß ihres öffentlichen Bildungsauftrags die Teilhabe an kulturellen Bildungsangeboten für breite Bevölkerungsschichten sicherzustellen.
Mit der Betrachtung der Funktionen und Bildungsziele Kultureller Bildung soll zudem analysiert werden, wie die Digitalisierung gesellschaftliche (Bildungsziele) und subjektive (Funktionen) Nutzenerwartungen an Kulturelle Bildung stützt bzw. ob diese transformiert und erweitert werden.
Das Gesamtziel des Forschungsprojektes ist es, eine empirisch basierte Theoriebildung zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung Kultureller (Erwachsenen-)Bildung für die Angebotsplanung und die Aneignungsprozesse der nachfragenden Teilnehmenden am repräsentativen Beispiel der VHS zu leisten. Konkret geht es um folgende Aspekte:
Dazu wird erstens eine für die Volkshochschullandschaft in Deutschland repräsentative Systematisierung der VHS-Angebote zum aktuellen Stand der Digitalisierung Kultureller (Erwachsenen-)Bildung geleistet. Dies erfolgt über eine kategoriengeleitete Programmanalyse von etwa 50 zufallsausgewählten VHS-Programmen (Teilprojekt Leibniz Universität Hannover). In diesem Rahmen werden theoretisch und empirisch begründete Funktionen und Bildungsziele Kultureller Bildung, Zugangsportale, anvisierte Zielgruppen und die Integration des Digitalen im Angebot selbst im Projekt fokussiert.
Zweitens soll anhand exemplarischer VHS-Angebote ein vertiefter Einblick (vertiefende Angebotsanalyse) in Chancen und Herausforderungen der Angebotsplanung einerseits und in die ermöglichten Lern-/Aneignungs- und Nutzungsprozesse der Teilnehmenden andererseits gegeben werden. Ziel ist hier, die Angebote selbst und deren Umsetzung, wie auch die formulierten Ankündigungstexte für die Angebote sowie die Präsentation der Angebot als Ergebnis eines komplexen Planungs- und Aushandlungsprozesses zu betrachten.
Im Teilprojekt am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung werden parallel dazu zum einen über Interviews mit Programmplanenden u.a. die Erschließung von Bildungsbedarfen und -bedürfnissen erhoben sowie Strategien der Zielgruppenansprache identifiziert. Durch Teilnehmenden-Interviews werden darüber hinaus Erkenntnisse dazu generiert, welche Selbstaneignungsprozesse in den Angeboten Kultureller Bildung durch digitale Inhalte und Zugänge ermöglicht werden.
In der Verschränkung der Perspektiven Programmangebot, Angebotsplanung und Aneignungs- und Nutzungsprozesse wird dann das professionelle Planungshandeln sowohl mit den analysierten Programmstrukturen als auch subjektiven Lern- und Nutzungsprozessen in Verbindung gebracht.