Volkshochschulprogramme als Datenschatz

DFG fördert Projekt DiPA-AI

Was boten Volkshochschulen in den 1970er-Jahren zu Umweltthemen an? Wie haben sich Sprachkurse oder Angebote der politischen Bildung seit der Wiedervereinigung verändert? Antworten auf solche Fragen stecken in den Programmheften der Volkshochschulen, die das DIE seit Jahrzehnten sammelt. Im Projekt DiPA-AI, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für zwei Jahre fördert, wird dieser Bestand zu einem einheitlichen Datenkorpus ausgebaut. Es soll sich auch mit Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) auswerten lassen.

Grundlage ist das Digitale Programmarchiv (DiPA) des DIE. Es umfasst rund 4.800 retrodigitalisierte Programmhefte von 41 Volkshochschulen aus den Jahren 1957 bis 2003 mit etwa 390.000 Seiten. Hinzu kommen durch das Projekt die digital erschienenen Programme von 50 Volkshochschulen von 2004 bis in die Gegenwart. Das DIE stellt diese bislang getrennt und in einfacherer Form bereit. DiPA-AI führt beide Bestände in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammen und bringt sie auf denselben Qualitätsstandard.

Zudem werden die Programme inhaltlich erschlossen. Kurstitel, Programmbereiche, Orte, Termine und Entgelte werden maschinell ausgezeichnet. Personen, Orte und Institutionen werden mit der Gemeinsamen Normdatei verknüpft. So lassen sich etwa alle Kurse eines Themenfelds über Jahrzehnte und Regionen hinweg gezielt zusammenstellen. Das kostet in der Programmforschung bislang viel Handarbeit.

Außerdem entwickelt das Projektteam ein KI-gestütztes Recherchewerkzeug, das Datenabfragen über Sprache ermöglicht und Datenexporte erstellen kann. Ausgewählte Teilbestände sollen sich in gängigen Formaten herunterladen lassen. Davon profitiert nicht nur die Forschung: Auch Einrichtungen können so nachvollziehen, wie sich Angebote über lange Zeiträume entwickelt haben.

Der Datenschutz bleibt gewahrt. Eine anonymisierte Fassung ist frei zugänglich, und der vollständige Bestand steht registrierten Forschenden kostenfrei zur Verfügung.

Das Projekt startet am 1. November 2026 unter der Leitung von Dr. Kerstin Hoenig, Dr. Elke C. Bongartz und Dr. Nate Breznau.

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