Publikation

Personen- und organisationsbezogene Bildungsberatung

Prof. Dr. Christiane Schiersmann; Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl von Rein; Prof. emer. Horst Siebert
wbv
Personen- und organisationsbezogene Bildungsberatung
REPORT Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
1/2007
Bielefeld

Abstract

Mit zunehmender Individualisierung von Bildungsverläufen wächst der Bedarf an Unterstützung bei der Suche nach maßgeschneiderten Bildungsangeboten. Die Beratung von Individuen und Organisationen gewinnt in diesem Kontext an Bedeutung. Das Heft nimmt sowohl theoretische Zugänge als auch bildungspolitische Entwicklungen in den Blick und widmet sich aktuellen Herausforderungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern: der Qualifizierung von Berufsberater/inne/n, der Erforschung von Beratungsprozessen, der Qualifizierungsberatung in Unternehmen und dem Einsatz von Instrumenten der Kompetenzbilanzierung.

Inhalt

Soll sich die Beratung als allgemein akzeptierte Dienstleistung zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchsetzen, sind sowohl ein grundlegender Paradigmenwechsel, als auch die damit verbundene Entwicklung nachhaltiger Beratungsangebote notwendig. Die ständige Co-Evolution von Bedürfnissen der Ratsuchenden, der Wirtschaft und der Gesellschaft verlangt spezifische Kompetenzen zur Analyse und Bewältigung multipler subjektiver Realitäten, sozialer Kontexte, nicht-linearer Kausalitäten und dynamischer Modelle. Der Beitrag skizziert einige Perspektiven für mögliche Entwicklungen der Beratung als integrative Dienstleistung, welche sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Erwartungen berücksichtigt.

International herrscht Einigkeit darüber, dass eine neutrale und effektive Berufsberatung nur durch hohe Professionalität der Beratungskräfte zu sichern ist. Betrachtet man die in den letzten Jahren entstandenen Qualifizierungsangebote für Berufsberater/innen, zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. Auf der Grundlage von Ergebnissen internationaler Studien zeichnet dieser Beitrag Ansätze zur Schaffung europäischer Standards bei der Qualifizierung von Beratungskräften exemplarisch nach und schlägt ein modulares Curriculum auf Hochschulniveau vor. Bei der Darstellung aktueller Studienangebote beschränken wir uns auf den deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus werden einschlägige Angebote zur Weiterbildung der Berufsberater beschrieben, die im Wesentlichen im Rahmen eines EU-Programms (LEONARDO DA VINCI) entwickelt wurden.

Prozessverläufe von Beratungen sind bislang ein nicht erforschtes Untersuchungsfeld in der Erwachsenenbildung. Es ist erforderlich, diese Forschungslücke für eine Professionalisierung der Beratung durch eine empirische Grundlagenarbeit zu schließen, da die Beratungsanforderungen wachsen. In diesem Aufsatz wird ein Forschungsdesign erläutert. Die methodische Anlage wird entwickelt und begründet.
Prof. Dr. Bernd Käpplinger; Prof. Dr. Wiltrud Gieseke; Sylvana Otto

Career guidance provision has been catapulted into the political foreground by virtue of its recognised value as a key component of lifelong learning strategies which in turn are corner stones of development in a knowledge based economy and society. Such recognition has been accorded by the European Council of Ministers, and by international organisations such as OECD, the World Bank, the European Commission and its agencies CEDEFOP and ETF. This article traces its rise to the forefront in Europe and places career guidance in the context of broader international concerns on the links between career guidance and the achievement of public policy objectives.

Aktuelle Aspekte von Qualifizierungsberatung für Betriebe Um wirksame Beratungsdienstleistungen für Betriebe zu erbringen, muss Qualifizierungsberatung an der Realität betrieblicher Weiterbildung anknüpfen. Ein erster Schritt dabei ist, Unternehmen für die Identifizierung von Handlungsbedarf zu sensibilisieren, um ihnen dann bei der Renovierung ihrer Lernkultur zu helfen. Dafür brauchen sie ein Interventionsrepertoire, welches auf kooperativen Vorgehensweisen und der Nutzung betrieblicher Expertise basiert. So kann es gelingen, die Kluft zwischen neuen wissenschaftlichen Konzepten zur betrieblichen Weiterbildung und der Skepsis von Unternehmensverantwortlichen gegenüber angeblich revolutionären Neuerungen zu verkleinern. Der Artikel stellt Ansprüche an Qualifizierungsberatung aus der Sicht von Unternehmen vor und beleuchtet die derzeitige Praxis. Er gibt außerdem Hinweise, wie Qualifizierungsberatung ihr Profil als eigenständige Dienstleistung schärfen könnte.
Ottmar Döring; Daniela Rätzel

Der Kompetenzbegriff hat bereits seit den 1970er Jahren durch den Deutschen Bildungsrat Eingang in die pädagogische Diskussion gefunden. Dennoch wurde er erst in jüngster Zeit zum Gegenstand einer intensiveren Auseinandersetzung. Immer geht es dabei um jenes Potenzial der Individuen, das über die in Zertifikaten dokumentierten Wissensbestände und Fertigkeiten hinausgeht. In diesem Beitrag werden drei methodologisch unterschiedliche Ansätze zur Kompetenzerfassung und -entwicklung aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt und analysiert. Vorab werden, auf der Grundlage einiger theoretischer Definitionsmerkmale von Kompetenzen und unterschiedlicher Verfahren der Kompetenzerfassung, Kriterien für eine Beurteilung von Kompetenzbilanzierungen vorgestellt. Das Schlusskapitel fasst zentrale Erkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für solche Verfahren.
Dr. Rüdiger Preißer; Reinhard Völzke

Prof. Dr. em. Jürgen Wittpoth

Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl von Rein

Professorin Käthe Schneider

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