Publikation

weiter bilden

DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung

Abstract

weiter bilden. DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung erscheint viermal jährlich zu einem thematischen Schwerpunkt aus dem Feld der Erwachsenen- und Weiterbildung. Die Zeitschrift spiegelt aktuelle Entwicklungen in der Weiterbildungspraxis, informiert über Erkenntnisse in den relevanten Bezugswissenschaften, erschließt und versachlicht Debatten, deutet die gesellschaftliche Gegenwart und ihre Trends erwachsenenpädagogisch, zeigt aktuelle Entwicklungsherausforderungen auf und gibt Impulse für die Zukunft. Sie ist sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praxisbezogen – Magazin und Reflexionsmedium zugleich. Damit wendet sie sich an Mitarbeitende in der Weiterbildung, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende der Erwachsenenbildung und an Verantwortungsträger in der Bildungspolitik. Verlegt wird die Zeitschrift vom W. Bertelsmann Verlag.

Inhalt

Naturkatastrophen, Krieg, Pandemien und Angriffe auf Demokratie und kritische Infrastrukturen rücken Katastrophen in den Alltag der Menschen – nicht nur in Deutschland. Vorbereitetsein will gelernt sein, doch dies entspricht in der Bevölkerung oftmals nicht der Realität. weiter bilden zeigt auf, welche Rolle die Erwachsenen- und Weiterbildung bislang hierbei spielt und welchen Beitrag sie auch perspektivisch leisten kann.

Einst galt die Zukunft als Schicksal, dem man ausgeliefert war – heute verstehen wir sie als gestaltbaren und pluralen Möglichkeitsraum. Doch das Gestalten vielfältiger Zukünfte will gelernt sein. weiter bilden fragt, welche Rolle Erwachsenenbildung dabei spielt und was für ihre eigene Zukunft wichtig sein wird.

Grundbildung und Grundkompetenzen sind zentrale Voraussetzungen für gesellschaftlicher Teilhabe. weiter bilden nimmt die Veröffentlichung und Diskussion der PIAAC-Studie 2023 zum Anlass, die Situation in Deutschland zu beleuchten, Ergebnisse einzuordnen und Perspektiven für Praxis, Politik und Forschung aufzuzeigen.

Wirkungen und Erträge von Weiterbildung finden insbesondere in der empirischen Bildungsforschung immer stärkere Aufmerksamkeit. weiter bilden beleuchtet die Herausforderungen bei der Erforschung nicht-messbarer Wirkungen u. a. von Grundbildung, politischer Bildung oder Maßnahmen wie etwa Bildungsurlaub.

Die Möglichkeiten, die sich mit generativen KI-Modellen wie ChatGPT ergeben, lassen auch den Bildungsbereich nicht unberührt. Neben einem (explorativen) Blick auf die Möglichkeiten und Fallstricke der Nutzung in der EB / WB fragt weiter bilden auch nach (notwendigen) Kompetenzen oder – grundsätzlich – dem Verhältnis von Mensch und Maschine.

Auch in der EB/WB wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden, gerade im Bereich der Lehrkräfte. weiter bilden betrachtet die aktuelle Situation und mögliche Lösungsansätze, um dem Mangel zu begegnen.

Demokratien weltweit stehen unter Druck, allenthalben wird die Diagnose gesellschaftlicher Spaltung bemüht. Wie können außerschulische politische Bildung und Erwachsenen- und Weiterbildung dabei unterstützen, Menschen für die Demokratie zu gewinnen? weiter bilden blickt auf aktuelle Gesellschaftsdiagnosen und neuere Entwicklungen beim Bilden für die Demokratie.

Mit vielen Initiativen – der Nationalen Weiterbildungsstrategie, der Nationalen Bildungsplattform und der Online-Bildungsplattform – hat die Bundespolitik seit einiger Zeit ein Augenmerk auf die Weiterbildung gelegt. Wie ist der Stand der Initiativen? Sind wir wirklich auf dem Weg in eine »Weiterbildungsrepublik«?

Der Umgang mit Unsicherheiten, Mehrdeutigkeiten und Ambivalenzen stellt eine individuelle, gesellschaftliche und politische Herausforderung dar. Das Heft möchte Ambiguität und Ambivalenz in ihren verschiedenen Bezügen zur Erwachsenenbildung theoretisch und empirisch betrachten. Dabei soll der ambivalente Charakter von Ambiguität als bildungsproduktives und zuweilen auch -hinderliches Phänomen deutlich werden.

Das Miteinander der Kulturen legt Unterschiede und Gemeinsamkeiten offen, man lernt voneinander oder grenzt sich ab. Nicht zuletzt geht es um Fragen der Macht und der Hegemonie. weiter bilden lotet aus, wie in der Erwachsenen- und Weiterbildung über Kultur und die Unterschiedlichkeit von Kulturen gesprochen wird und was es für Bildungsprozesse bedeutet, »kultursensibel« zu sein. Diese Publikation wird mit Ausnahme des »Stichworts« (S. 12–13), der Fotos auf den Seiten 8, 10, 14, 43, 45 und 58 sowie der Autor*innenporträts unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0/4.0 International (CC BY-SA 3.0/4.0) veröffentlicht: creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Die Grüne Transformation bringt einen sozialökologischen Strukturwandel mit sich, der alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft. Wie kann die Erwachsenen- und Weiterbildung dabei unterstützen, diesen Strukturwandel zu gestalten? In welchen Bereichen ist sie selbst von diesem Strukturwandel betroffen? weiter bilden reflektiert Lösungsansätze aus der Praxis der EB/WB.

In dieser Ausgabe werden das Konzept Lebenswelt untersucht und sein Potenzial für das Weiterbildungshandeln, aber auch seine Grenzen ausgeleuchtet. Wie kann der Anspruch an Lebensweltorientierung eingelöst werden, wenn es zahlreiche limitierende Faktoren gibt? Welche Orientierung kann der Lebensweltbegriff bieten?

Gespannt, distanziert, produktiv – das Verhältnis von Praxis und Wissenschaft in der EB/WB wird unterschiedlich beschrieben. weiter bilden schaut auf die Gründe und beleuchtet, wie ein Transfer von Wissen zwischen Praxis und Wissenschaft gelingen kann.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auf allen Ebenen der EB / WB – bei den (Organisations-)Strukturen, den Mitarbeitenden, den Formaten sowie den Teilnehmenden. weiter bilden wagt eine erste Einschätzung und fragt: Was fehlt, das es vor Corona gab? Ist der Wandel so disruptiv, dass gänzlich neue Wege eingeschlagen werden?

Auch wenn die Beschäftigung mit dem Thema offene Bildungsmaterialien (OER) in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und die Abkürzung OER inzwischen vielen in der Bildung Tätigen geläufig sein sollte, ist die Bildungslandschaft in Deutschland von einem flächendeckenden Einsatz von OER weit entfernt. Wie ist es um OER in der EB / WB bestellt? Ist die Erstellung und Verwendung von offenen Bildungsmaterialien in der Erwachsenenbildung sinnvoll und wünschenswert – und wie kann sie gelingen? Dies fragt weiter bilden in ihrer Frühjahrsausgabe.

Kooperieren ist eine elementare Praktik in der Erwachsenen- und Weiterbildung, so Matthias Alke im »Stichwort«. Wie diese Praktik in der Digitalisierung Einrichtungen und Verbände herausfordert, diskutieren Mathias Repka, Christof Schulz, Julia von Westerholt und Beatrice Winkler im »Gespräch«, während Jan Koschorreck und Angelika Gundermann zeigen, dass Kooperieren besonders geeignet ist, die Bewältigung der Digitalisierung zu unterstützen. Michael Marquart und Florian Köhler widmen sich mit internationalen Erasmus+-Kooperationen sowie den Weiterbildungsverbünden zwei konkreten Beispielen des Kooperierens, und Rudolf Tippelt arbeitet die acht wichtigsten Gelingensbedingungen für erfolgreiche Bildungskooperationen heraus. In einem zweiten Gespräch widmen wir uns der Flutkatastrophe an der Ahr, und Rainald Manthe sendet einen »Impuls« für ein Bildungsgrundeinkommen. Die neuen Erwachsenen- und Weiterbildungsgesetze in Berlin und NRW beleuchtet Ernst Dieter Rossmann.

Bildungstechnologie, so Isabell Grundschober im Stichwort, sollte didaktisch so ausgerichtet und eingesetzt werden, »dass Lernprozesse unterstützt werden und die Lernenden ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in konkreten Situationen besser einsetzen können.« Neben Beiträgen zur Qualitätsfrage von digitalen Technologien (Schmidt-Hertha), zur Situation der EdTech-Branche (Schmid), zur Professionalisierung der Bildungstechnologie (Weinberger & Niegemann) und zur Zukunftstechnologie Blockchain (Prinz) sprechen Anna Hansch von LinkedIn und Andreas Dörich von der oncampus GmbH über »gute Bildung« und wie EdTech sie unterstützen kann. In einem zweiten »Gespräch« blickt DVV-Verbandspräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer auf den digitalen Schub der vergangenen Monate und fordert eine »gemeinsame digitale Weiterbildungsoffensive von Bund und Ländern«. Im »Impuls« arbeitet Tim Vetter unterschiedliche Verständnisdimensionen des Begriffs Digitalisierung heraus.

Freude ist, so Wiltrud Gieseke im »Stichwort«, eine Emotion, die öffnet – und damit das Lernen unterstützen kann. Sie ist wirkmächtiger als kurzfristiger Spaß (Zirfas) und kann bestenfalls einen Kreislauf positiver Verstärkung in Gang setzen, bei dem Freude beim Lernen entsteht und neue Lernprozesse anstößt (Traub & Konrad). Doch wann und wie entsteht Freude beim Lernen und Lehren (Gespräch, Schüßler)? Können Spiele dabei unterstützen, Freude in Lernprozessen auszulösen (Rachow)? Ist Freude gar eine Zielperspektive der Erwachsenen- und Weiterbildung? Zumindest für die konfessionelle Erwachsenenbildung kann dies gelten (Sabel), und in der Alphabetisierung und Grundbildung kann Freude als »wider benefit« identifiziert werden (Engels). Im »Impuls« überlegt Nikolaus Schneider, wie sich Volkshochschulen nach der Corona-Pandemie aufstellen müssen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Krise & Chance Krisen sind etwas, womit moderne Gesellschaften leben müssen, so Heinz-Elmar Tenorth im »Stichwort«. Die aktuelle Corona-Krise wirkt sich unterschiedlich auf die verschiedenen Bildungsbereiche aus – was auch mit deren jeweiliger Handlungslogik zu tun hat (Ulrich Heine¬mann). In der Erwachsenen- und Weiterbildung sind neben den (wirtschaftlichen) Folgen für die Einrichtungen (Kohl & Denzl und Tafelbild) und die Lehrenden (Pia Probst) vor allem Fragen der Digitalisierung virulent (Scharnberg & Krah und Maier & Rohs) – was nicht überrascht, in der Vielfältigkeit der Auswirkungen auch in diesem Bereich aber eindrücklich ist. Dabei geht es auch darum, die Folgen für die Teilnehmenden im Blick zu behalten (Gespräch und Koppel & Langer). Dass die Pandemie auch neue Chancen eröffnet, zeigt nicht nur die Notwendigkeit für wissenschaftliche Grundbildung (Stanik & Wahl).

Haltung meint, so zeigt Klaus Zierer im »Stichwort«, »im Kern etwas Positives, Wichtiges, Erhabenes«. Dabei sind Haltungen nicht nur etwas Individuelles, sondern durch die Gesellschaft und ihre Verhältnisse geprägt (Thomas Alkemeyer). Und: Man kann Haltungen entwickeln (Xenia Kuhn, Eva Hahnrath & Dörthe Herbrechter) und lernen, Haltung zu zeigen (Klaus-Peter Hufer). Wie eine professionelle pädagogische Haltung aussehen kann, wie sie entsteht, welche Konsequenzen sie für das Lehren und Lernen haben kann, erörtern Christina Schwer, Rolf Arnold und Henning Pätzold in ihren Beiträgen. Wolfgang Müller-Commichau beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Haltung und Ethik am Beispiel einer Ethik der Anerkennung. In der Rubrik »Impuls« untersuchen Matthias Alke und Marika Rauber die Rolle von Programmplanenden, Fachbereichs- und Einrichtungsleitungen im Prozess der Digitalisierung der Weiterbildung.

Kompetenzorientierte Bildung wird, so Sabine Schwarz und Peter Brandt im »Stichwort«, »von den Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten der Lernenden her gedacht«. Obwohl es »nach wie vor ungelöste Definitionsprobleme« mit dem »Konstrukt« Kompetenz gibt (Matthias Vonken), wird die Orientierung an Kompetenzen besonders auf der europäischen Ebene verfolgt (Noack). Der starke Handlungsbezug wird im Heft immer wieder betont – sei es im »Gespräch« oder beim Blick auf verschiedene Inhaltsbereiche der EB/WB (Beiträge von Barbara Menke & David Stein, Ewelina Mania, Matthias Rohs). Wie eine kompetenzorientierte Planung von Bildungsveranstaltungen anhand von acht Kriterien möglich ist, zeigt Lars Kilian.In der Rubrik »Impuls« blickt Walter Schöni auf die »Weiterbildung als Geschäft«; und wie dieses »Geschäft« in Zeiten einer Pandemie weiterlaufen kann und welche Einschränkungen und Folgen »Corona« mit sich bringt, erörtern wir im Gespräch mit sechs Einrichtungsleitungen.

Spätestens seit »Fridays for Future« wird deutlich, dass Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit gesellschaftliche und bildungspolitische Querschnittsthemen sind. Wie werden Nachhaltigkeit und BNE in der Erwachsenen- und Weiterbildung umgesetzt? Welche Rolle spielen Klimafragen? Das Heft liefert Einblicke und Eindrücke aus Forschung und Praxis.

Beim Lehren und Lernen können wir von KI profitieren, so Lutz Goertz im »Stichwort«. Alina Köchling und Shirin Riazy zeigen Vorteile von Learning Analytics auf, warnen aber, dass der Einsatz auch Diskriminierungen nach sich ziehen kann. Wie Lern-Empfehlungen durch die Maschine helfen, Lernziele zu erreichen, zeigt das EULE-Team, und Ralf Klamma beschreibt, wie Wearables und Augmented Reality die Weiterbildung verändern. Cäcilie Kowald stellt intelligente Chatbots als allzeit verfügbare Dialogpartner in Lernprozessen vor. Dass man aber nicht nur mit, sondern vor allem über KI sprechen sollte, legen Michael Brendel und Olaf Zawacki-Richter im Gespräch dar. Die Rubrik »Impuls« kommt diesmal mit einem eigenen Schwerpunkt: Tetyana Kloubert und Daniel Oelbauer haben Teilnehmende von Integrationskursen zur Wertevermittlung befragt, und Josef Schrader und Friderike Spang laden zu einem Dialog über den Umgang mit Wertekonflikten in den Integrationskursen ein.

Ästhetische Erfahrungen, so betont Christian Rittelmeyer im »Stichwort«, können Freiheitserfahrungen sein, die anders nicht möglich sind. Peter Schlögl hebt die Erkenntnismöglichkeiten hervor, die das Ästhetische birgt, und Wolfgang Müller-Commichau argumentiert, dass eine anerkennende Kunstpädagogik nicht nur den kritischen Blick auf die Wirklichkeit schärft, sondern immer auch politische Bildung ist. Uwe Hochmuth und Susanne Umbach legen in ihren Beiträgen dar, wie ästhetische Erfahrungen in Lehr-/Lernsituationen genutzt werden und Lernprozesse unterstützen können. Dass nicht nur wie, sondern auch wo wir lernen einen Einfluss auf den Lernerfolg haben kann, zeigt Dorit Günther anhand von unterschiedlichen Lernorten und -räumen. Nicht zuletzt blickt Thomas Jung auf die Profession der Erwachsenenbildung und fragt, welche Bilder von Erwachsenenbildung in ein kollektives Bildgedächtnis eingehen könnten.

Im Interview mit weiter bilden spricht sich die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, für die Vernetzung bestehender digitaler Bildungsplattformen aus – und erteilt damit der aus dem MILLAKonzept stammenden Idee eines »Netflix für Bildung« eine Absage. Auch andere Vorhaben aus dem Feld der Bildungspolitik werden zurzeit unterschiedlich bewertet (s. die Beiträge zur Nationalen Weiterbildungsstrategie aus Sicht der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite). Und manche Folgen kürzlich beschlossener Gesetze könnten für die Weiterbildungslandschaft gravierend sein, zum Beispiel die Ausweitung der Beratungsleistungen der Bundesagentur für Arbeit (Walter Würfel). Es ist viel Bewegung in einem Politikfeld, an dem sich eigentlich, so Michael Schemmann im »Stichwort«, keine Kontroversen entzünden.

Wer Inklusion ernst meint, so Silke Schreiber-Barsch in ihrem »Stichwort«, muss »Gewissheiten traditioneller Zuschreibungen oder Normalitätserwartungen« in Frage stellen. Dabei sollte es längst »normal« sein, Inklusion in Gesellschaft und damit in alle Bildungsbereiche als ein Menschenrecht anzuerkennen, die Frage ist eher, wie sie gelingen kann (dazu Marianne Hirschberg, Franziska Bonna und Helge Stobrawe in ihrem Beitrag sowie Rebecca Babilon und Michael Weiß im »Gespräch«). Dass die Umsetzung schwierig sein kann, zeigt Wiebke Curdt am Beispiel des Sports, Beispiele guter Praxis findet Karl-Ernst Ackermann. Dass Bildungsassistenzen eine gute Möglichkeit zur Inklusion sind, finden Amund Schmidt und Liane Neubert, und dass Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht nur als Teilnehmende, sondern auch als Lehrende im Fokus stehen sollten, verdeutlicht Lisa Mau. Im »Anblick« berichtet Cornelia Pfeiffer (Foto) von ihren Erfahrungen mit Leichter und schwerer Sprache.

Was ist Wahrheit? Was sind Fakten? Diesen großen Fragen nähern sich Thomas Philipp im Gespräch und Sigrid Nolda im Stichwort. Ob wir uns schon von Fakten verabschiedet haben und in einem »postfaktischen Zeitalter« leben, lotet Henning Pätzold aus – und zeigt Konsequenzen für die Erwachsenenbildung auf. Eine Konsequenz ist, sich als Lehrender Methoden anzueignen, Fake und Fakt zu unterscheiden (Martin Merkt). Grundsätzlicher kann gefragt werden, was Lehrende von der Wissenschaft erwarten – und was sie erwarten können (Josef Schrader). Eine andere Sicht nimmt Johannes Sabel ein, wenn er fragt, was denn in postfaktischen Zeiten die Überzeugungen sind, die erwachsenenbildnerisches Handeln prägen. Dass die Diskussionen um Fake und Fakt Glaubenskämpfe nach sich ziehen, die inzwischen auch die Erwachsenenbildung erreicht haben, zeigt schließlich Heiner Barz am Beispiel der Komplementärmedizin.

»Wir sind alle Flüchtlinge.« Mit diesem Zitat von Hannah Arendt eröffnet Michaela Stoffels den Schwerpunkt des vorliegenden Hefts – und stellt klar, dass das Flüchtlingsthema gesellschaftsweit wie auch in der Erwachsenen- und Weiterbildung weiterhin relevant ist. Für die EB/WB betrifft dies vor allem die Sprach- und Integrationskurse, die, so Rainer Ohliger im Gespräch, einem folgenreichen Geburtsfehler unterliegen. Dass sie aber dennoch sinnvoll sind und für die Teilnehmenden wie auch für die Lehrenden eine Bereicherung sein können, darauf verweist Barbara Beyer in der »Nachfrage«. Warum Grundbildung ein wichtiges Thema im Fluchtkontext ist (Silvester Popescu-Willigmann/Bernd Remmele) und dass man Integration und Teilhabe in Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung quer denken muss (Michaela Stoffels), zeigt diese Ausgabe von weiter bilden.

Debatten sind das »Lebenselixier der Demokratie« – so überschreibt Benedikt Widmaier sein »Stichwort«. Damit Debatten und gesellschaftliche Diskurse einlösen können, was ihnen an Demokratie stärkender, fördernder, gar schaffender Wirkung nachgesagt wird, reicht es nicht aus, die eigene Meinung kundzutun, zu posten oder zu tweeten. Dies gilt besonders in den sozialen Medien, so dass Caja Thimm eine »digitale Werteordnung« fordert. Dass wir Räume für konstruktiven Streit benötigen (Thomas Krüger) und gleichzeitig ausloten müssen, ob und wo »rote Linien« zu ziehen sind (Helmut Bremer), ist keine leichte Aufgabe. Dass sich aber die Erwachsenenbildung dieser Aufgabe stellt und die Diskursfähigkeit der Menschen fördert (Marie Batzel und Rolf Arnold im Gespräch), ja dass sie sogar prädestiniert dafür ist, öffentliche Debatten mitzugestalten (Susanne May), zeigt diese Ausgabe von weiter bilden.

Neu starten, Routinen aufbrechen, das Alte hinter sich lassen – für viele eine sehnsuchtsvolle Vorstellung. Gleichzeitig wandelt sich die Welt so beharrlich, dass auch Routine und Kontinuität erstrebenswert scheinen. In der Erwachsenen- und Weiterbildung findet sich beides: Erneuerung und Bewahrung. Der Neustart von weiter bilden lässt uns auf das Wechselspiel von Kontinuität und Wandel schauen.
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