Forschung
Wir erforschen, wie Erwachsenenbildung inklusiv, digital und wirksam gestaltet werden kann.
Angebot
Digitale Tools, Fachportale und Daten – für Lehrende, Forschende, Studierende und Interessierte.
Institut
Wir bieten Forschung, Transfer und Infrastruktur für lebenslanges Lernen.
Bildung ist eine Qualität – Geld eine Quantität. Manchmal scheint es, als stände sich die Erwachsenenbildung selbst im Weg, wenn sie Geldfragen als Widerspruch zum humanistischen Bildungsgedanken betrachtet und die Debatte Finanzexperten überlässt. Das Heft diskutiert Finanzmodelle lebenslangen Lernens unter bildungspolitischen und erziehungswissenschaftlichen Aspekten (Timmermann, Paape und Grünwald/Moraal) und beleuchtet die Praxis von EU geförderten Programmen (Theessen). Im Gespräch be…
Die Corona-bedingte Schließung von Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung hat vor allem diejenigen Lehrenden hart getroffen, die freiberuflich Kurse leiten. Am Beispiel der Volkshochschulen zeigt die Autorin, welche Auswirkungen die Pandemie für Solo-Selbständige hatte und wie Einrichtungen und Politik reagiert haben.
Bildung im Alter zielt auf Orientierung und erweiterte Handlungsspielräume sowie auf Vernetzung in der realen und digitalen Welt – um den Herausforderungen und Chancen beim Älterwerden positiv begegnen zu können. Als erfolgversprechend erweist sich der Ansatz, dass das Bildungspersonal in Einrichtungen der Erwachsenenbildung als Lern- und Engagementbegleitung engagierte Digitalpat*innen weiterbildet und in deren Praxis fachlich unterstützt.
Der Beitrag beschreibt aus der Perspektive wissenschaftlicher Praxisbegleitung, wie sich eine kommunale Weiterbildungsberatungsstelle (in der Ruhrgebiets-Großstadt Bochum) am Übergang Schule¬–Berufsausbildung engagiert, indem sie Schüler/inne/n Orientierung und Hilfen bei der Berufswahl gibt. Rein quantitativ scheint es sich um ein höchst erfolgreiches Projekt zu handeln. Seit 2000 sind ca. 30.000 Teilnehmende registriert worden. Beim genaueren Hinsehen aber entpuppt sich der Bochumer Zugang al…
Der Beitrag geht den Fragen nach, welche Kompetenzen und Qualifikationen im untersten Segment des Arbeitsmarktes erforderlich und welche Lernangebote geeignet sind, diese zu erwerben und auch geringer Qualifizierte für lebensbegleitendes Lernen zu ermutigen. Verschiedene Anforderungsprofile von Schriftsprachlichkeit im betrieblichen Kontext werden beschrieben. Auf die Bedeutung betrieblicher Multiplikatoren, die sich für Grundbildung im Unternehmen engagieren, wird verwiesen. Exemplarische Wege…
Es ist davon auszugehen, dass sich Teilnahmequoten, Teilnahmeinteressen und -motive nicht nur hinsichtlich zentraler soziodemographischer Merkmale, sondern auch im Hinblick auf die jeweilige Milieuzugehörigkeit stark unterscheiden. Theoretisch schließen Milieustudien einerseits an traditionelle Leitstudien in der Erwachsenenbildung (vgl. Strzelewicz u.a. 1966), anderseits an differenzierende Analysen der modernen Sozialstrukturforschung an (vgl. Müller 1992; Bourdieu 1982; Hradil 2001). In dies…
Der Essay knüpft an Grundlinien der frühen Kritischen Theorie an, um sie mit machtanalytischen Untersuchungen zur neoliberalen Restrukturierung des Bildungswesens zu verknüpfen. Foucaults Analytik der Macht dient als Leitfaden, um den aktuellen Selbstorganisationsdiskurs in der Erwachsenenbildung als Teil eines Macht-Wissens- Komplexes zu dechiffrieren. Dabei erweisen sich die derzeitigen Reformstrategien als gouvernementale Arrangements zur Intensivierung neuer Kontrollformen. Vor allem Qualit…
In der Gesellschaft der Bundesrepublik zeichnen sich neue soziale Spaltungen ab. Sie betreffen die gesellschaftliche Einbindung der Menschen und die Qualitäten ihrer gesellschaftlichen Teilhabe, somit die materiellen Grundlagen von Demokratie. Weiterbildung muss angesichts solcher Exklusionstendenzen ihre Positionen neu bestimmen, wenn sie an ihrem Ziel festhalten will, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten durch Bildung zu erweitern. Der vorliegende Band trägt zu dieser Positionsbestimmung b…
Ist »Haltung« ein Thema in der Erwachsenenbildung? Sie sollte es sein, argumentiert der Autor – denn Erwachsenenbildung hat einen normativen Auftrag, der sich in der Haltung der Lehrenden spiegeln muss. Die aktuelle Gefährdung von Demokratie und offener Gesellschaft macht es gerade heute notwendig, Haltung zu haben und zu zeigen.
Anstelle des alltäglichen Gebens und Nehmens als Teil pädagogischen Handelns sollte – so der Autor – das Lehren als Geben ohne Erwartung von Gegenleistung verstanden werden. Als Teil einer Ethik der Anerkennung führe eine solche Haltung dazu, utilitaristische Bildungsvorstellungen zu überwinden und Lernende wie Lehrende als eigenständige Subjekte anzuerkennen.