Publikation
Polarisierungen
wbv
Polarisierungen
DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung
1/2001
Bielefeld
Abstract
Das Heft behandelt "Polarisierungen" in den unterschiedlichsten Bereichen, angefangen bei ethno-sozialen Konflikten, Polaritäten zwischen den Generationen, den Chancen und Problematiken des Ost-West-Verhältnisses in Deutschland bis hin zur Debatte über Qualifikation und Wissensverfall. Aus dem Blickwinkel „Polarisierungen“ werden Handlungsfelder der Erwachsenenbildung neu beleuchtet: gesellschaftliche Spaltungstendenzen (Fischer), Förderung des generationenübergreifenden Dialogs (Wolf), Lernberatung (Brödel), Selbststeuerung in der beruflichen Weiterbildung (Bolder), didaktische Bedingungen des Erwachsenenlernens (Arnold), Zugang zum digitalen Wissen (Stang).
Inhalt
Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl von Rein
Einheit und Gegensatz 2/2001, S. 3
Einheit und Gegensatz 2/2001, S. 3
Dr. Rüdiger Preißer; Herbert Bohn; Klaus Bednarz
Gespräch
Da hingucken, wo andere nicht hingucken - Widersprüche offen legen! 2/2001, S. 16
Gespräch mit Klaus Bednarz
Gespräch Da hingucken, wo andere nicht hingucken - Widersprüche offen legen! 2/2001, S. 16
Gespräch mit Klaus Bednarz
Dr. Klaus Bednarz ist seit 1983 Moderator und Leiter der Redaktion des Fernsehmagazins „Monitor“. Zuvor war er lange Jahre Korrespondent des Deutschen Fernsehens z.B. in Warschau und Moskau. Für seine aufklärerischen Berichterstattungen erhielt er u.a. den Adolf-Grimme-Preis. Im DIE-Gespräch mit Herbert Bohn und Rüdiger Preißer spricht Bednarz über polarisierende Aufklärung und Information in Medien und Bildung, über soziale und kulturelle Polarisierungen zwischen Ost und West. Für ihn ist der gerechte Ausgleich von Interessen in unserer Gesellschaft akut gefährdet.
Prof. Dr. Rainer Brödel
Polarisierungen:
Zwischen Qualifikation und Wissensverfall 2/2001, S. 20
Ungleiche Bewältigungskompetenzen in der Wissensgesellschaft
Polarisierungen: Zwischen Qualifikation und Wissensverfall 2/2001, S. 20
Ungleiche Bewältigungskompetenzen in der Wissensgesellschaft
Kann eine vor allem auf dem Prinzip der Selbststeuerung basierende Strategie des Lernens bei sogenannten Problemgruppen überhaupt greifen? Ungleichverteilung der Kompetenzen fordert Politik und Erwachsenenbildung heraus, nach Möglichkeiten einer Gegensteuerung zu suchen. Rainer Brödel plädiert für eine unterstützende Lernberatung, die informelle und formelle Lernformen zusammenführt, Kompetenzen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und Lebensphasen bündelt und zu zukünftiger Handlungsfähigkeit führt.
Dr. Axel Bolder
Soziale Polarisierungen im Feld beruflicher Weiterbildung 2/2001, S. 23
Erfüllung einer Bringschuld?
Soziale Polarisierungen im Feld beruflicher Weiterbildung 2/2001, S. 23
Erfüllung einer Bringschuld?
Bolder rekapituliert Ergebnisse der empirischen Weiterbildungsforschung in den letzten drei Jahrzehnten. Er stellt einige der wesentlichen Thesen dar und kommt zu dem Schluss, dass sie bis heute nicht an Aktualität verloren haben: Polarisierung geschieht durch berufliche Bildung zwischen nach ihrer Vorbildung und betrieblicher Position schon Privilegierten einerseits und Nichtprivilegierten andererseits. Fehlschlagende Versuche, den privilegierten Pool zu erreichen, werden als persönliches Scheitern empfunden. Die Betonung der Selbststeuerung der Lernprozesse hat die Individualisierungsthese radikalisiert und die Verantwortung auf die Schultern der Arbeitnehmer verlagert.
Prof. Dr. Rolf Arnold
Die Polarität von Kognition und Emotion
in der Erwachsenenbildung 2/2001, S. 26
Lernwiderstand als Indikation emotionalen Lernens
Die Polarität von Kognition und Emotion in der Erwachsenenbildung 2/2001, S. 26
Lernwiderstand als Indikation emotionalen Lernens
Rolf Arnold warnt davor, den Lernbegriff in der Lerntheorie allein auf kognitives Lernen zu verengen. Tief verwurzelte Emotionsmuster können Lernen verhindern. Darum sollten Lernwiderstände nicht allein verstanden werden als rationale, reflektierte Reaktion auf zugemutete Lerninhalte. Der Autor plädiert dafür, emotionstheoretische Präzisierungen der didaktischen Bedingungen des Erwachsenenlernens stärker in den Blickpunkt zu rücken.
Prof. Dr. Richard Stang
Digitale Spaltung 2/2001, S. 28
Neue Perspektiven auf ein altes Problem
Digitale Spaltung 2/2001, S. 28
Neue Perspektiven auf ein altes Problem
Welche Auswirkungen hat eine Spaltung der Gesellschaft in technikaffine Bürger, die das Internet nutzen, und jene, die keinen Zugang haben oder ihn verweigern? Dies vor allem, da Wissen aus dem und um das Internet zunehmend das Alltagsleben beeinflusst. Vor diesem Hintergrund erhält die wachsende Wissenskluft eine neue Qualität. Richard Stang zeigt Beispiele aus dem Ausland, die einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken sollen und erläutert für Deutschland die drei wichtigsten Aufgaben für die nahe Zukunft.
Prof. Dr. Veronika Fischer
Polarisierungen in der Einwanderungsgesellschaft 2/2001, S. 32
Ethno-soziale Konflikte und Konsequenzen für die Erwachsenenbildung
Polarisierungen in der Einwanderungsgesellschaft 2/2001, S. 32
Ethno-soziale Konflikte und Konsequenzen für die Erwachsenenbildung
In multiethnischen und multikulturellen Gesellschaften sind Polarisierungen in Form von Spaltung und Trennung ein häufiges Phänomen. Die Autorin stellt Definitionen von Ethnie und Kultur gegenüber und beschreibt die Auswirkungen von Grenzziehungen gegenüber anderen Gruppen. Diese finden auf ökonomischer, rechtlicher und kulturpolitischer Ebene statt. Dabei spielen sowohl strukturelle als auch sozialpsychologische Gründe eine Rolle. Die Erwachsenenbildung hat Interventionsmöglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Wenn auch – wie die Autorin betont – nur mit begrenzter Wirkung.
Prof. Jürgen Wolf
Solidarität und Konflikt 2/2001, S. 35
Zur Polarisierung zwischen den Generationen
Solidarität und Konflikt 2/2001, S. 35
Zur Polarisierung zwischen den Generationen
Vier Konfliktfelder bestimmen zur Zeit das Verhältnis zwischen den Generationen: der Verteilungskonflikt um Einkommen, der kulturelle Konflikt (nicht zuletzt durch neue Medien), der Konflikt um Machtansprüche und der Generationenkonflikt in den Familien. Vor dem Hintergrund der Diskussion mit dem Schlagwort „Generationengerechtigkeit“ begründet Jürgen Wolf, warum und wie diese Konflikte positiv nutzbar gemacht werden können. Eine Aufgabe von Bildung und Weiterbildung ist es, den generationenübergreifenden Dialog zu fördern.
Hans Tietgens
Rückblicke
Wandel der Unterscheidungsformen 2/2001, S. 38
Varianten eines Richtungsstreits und „Wenden“ in der Geschichte der Erwachsenenbildung
Rückblicke Wandel der Unterscheidungsformen 2/2001, S. 38
Varianten eines Richtungsstreits und „Wenden“ in der Geschichte der Erwachsenenbildung
Ein historischer Längsschnitt zum Thema Polarisierungen seit der Weimarer Republik bis heute.
Dr. Rüdiger Preißer
Stichwort
Polarisierungen und Polaritäten 2/2001, S. 39
Stichwort Polarisierungen und Polaritäten 2/2001, S. 39
Begriffklärungen rund um das Thema Polarisierungen und Polaritäten.
Prof. Dr. Christiane Schiersmann
Zukunftsfelder der Weiterbildung aus der Sicht der Forschung 2/2001, S. 42
Zukunftsfelder der Weiterbildung aus der Sicht der Forschung 2/2001, S. 42
Der Übergang in die Wissensgesellschaft stellt neue Forschungsfragen. Schiersmann betrachtet das Leitbild der Selbststeuerung von Lernprozessen, das die Diskussion in der Weiterbildung bestimmt. Hiervon ausgehend entwickelt sie zwei Teilaspekte als Zukunftsfelder: die zunehmende Bedeutung von Beratung und die Erforschung und Veränderung institutioneller Strukturen.