Publikation

Forschungsmethoden

Prof. Dr. Christiane Schiersmann; Dr. Carola Iller
wbv
Forschungsmethoden
REPORT Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung
1/2005
Bielefeld

Abstract

In der Weiterbildungswissenschaft hat sich eine Hinwendung zur empirischen Forschung vollzogen. Dadurch werden immer wieder neue und neuartige Fragestellungen an die Empirie herangetragen. In allen Beiträgen werden forschungsmethodische Aspekte im Hinblick auf weiterbildungswissenschaftliche Fragestellungen thematisiert. Zudem werden methodisch oder gegenstandsbezogen neue bzw. wenig verbreitete Ansätze vorgestellt.

Inhalt

Was Online-Forschung bzw. -befragungen sind und welche Auswirkungen diese Instrumente auf den gesamten Forschungsprozess haben, ist noch relativ ungeklärt. Auf Basis verschiedener Quellen und Erfahrungen aus eigenen Projekten wird in diesem Beitrag einzelnen Effekten der Online-Forschung unter verschiedenen Perspektiven, wie beispielsweise den Gestaltungsoptionen, der Gewährleistung von Anonymität und Datenschutz, der digitalen Spaltung nachgegangen. Ein (selbst-)kritischer Blick auf das veränderte Forschungsverhalten der Erwachsenenbildung ist vor dem Hintergrund der rasanten Zunahme computervermittelter Kommunikation (CMC = Computer Mediated Communication) zwingend notwendig.
Dipl.-Päd. Ricarda T. D. Reimer; Sabine Lauber-Pohle

Der qualitativen Sozialforschung stehen bei der Datenauswertung diverse unterschiedliche Programme zur Verfügung, die ein Systematisieren und Organisieren der Daten erleichtern können. Im Beitrag werden exemplarisch zwei Arbeiten aus der Weiterbildungsforschung und der jeweilige Einsatz von Software zur qualitativen Datenanalyse diskutiert. Dabei steht insbesondere der Prozess der Kategorien(netzwerk)bildung und das Arbeiten mit Forschungsnotizen im Vordergrund. Die Autorinnen betonen, dass der Einsatz dieser Programme eine intensive Reflexion des methodischen Handelns erfordert, auf deren Basis Forschende die Programmfunktionen kreativ und flexibel nach den Erfordernissen ihrer Forschungsfrage einsetzen sollten.
Christina Rautenstrauch; Prof. Dr. Gabriele Molzberger

Ebenso wie die Bedeutung der Weiterbildung wächst auch die Anzahl der Forschungsarbeiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Voraussetzung dafür, die vorliegenden Befunde der Weiterbildungsforschung interpretieren und einordnen zu können, ist die Kenntnis der ihnen zu Grunde liegenden Daten- und Informationsquellen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Datenlage im Bereich der beruflichen Weiterbildung, wobei er neben den wichtigen Personen- auch Betriebs- und Unternehmensbefragungen darstellt. Dabei werden die grundlegenden Merkmale dieser Erhebungen skizziert und auf ihre jeweilige Aussagekraft hin untersucht. Abschließend werden einige zentrale empirische Befunde, wie sie sich auf Basis dieser Untersuchungen ergeben, dargestellt. Dabei wird unter anderem auf die Weiterbildungsbeteiligung verschiedener Personengruppen und die betrieblichen Kontextfaktoren der Qualifizierung eingegangen.
Ute Leber; Dr. Lutz Bellmann

Die Netzwerkanalyse als eine empirische Untersuchungsmethode zur Erfassung sozialer Beziehungen erfährt gegenwärtig eine zunehmende Verbreitung in verschiedenen Disziplinen und Feldern. In dem Beitrag werden netzwerkanalytische Ansätze als Bezugs- und Analyserahmen für Forschungsarbeiten im Feld der Weiterbildung beleuchtet. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Entwicklung angemessener Untersuchungskonzepte gelegt. Abschließend wird auf die spezifischen Rezeptionsbarrieren netzwerkanalytischer Arbeiten eingegangen.

Der Beitrag beschreibt Grundsätze und mögliche Erträge für die Durchführung von Fallstudien im Bereich der Weiterbildung. Die forschungspraktische Durchführung selbst wird am Beispiel eines Forschungsprojekts aus dem Bereich Lernforschung beschrieben. Eingegangen wird vor allem auf die zentralen Phasen der Annäherung an das Forschungsfeld und die Interpretationsarbeit.

Konstruktivistische Konzepte haben die jüngere erwachsenenpädagogische Diskussion in ebenso viel versprechenden wie problembehafteten Formen durchdrungen. Der Beitrag entfaltet eine exemplarische Analyse der beiden konstruktivistischen Schlüsselbegriffe „Konstruktion“ und „Selbstorganisation“, die auf begriffslogische Problemstellungen aufmerksam macht, wie sie in der erwachsenenpädagogischen Debatte bislang weitgehend unberücksichtigt blieben.

Prof. Dr. Sabine Schmidt-Lauff

Prof. Regina Egetenmeyer-Neher

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