Publikation

Kompetenzen im Erwachsenenalter – Befunde aus der Bildungsforschung

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Prof. Dr. Rudolf Tippelt; Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl; Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha
wbv
Kompetenzen im Erwachsenenalter – Befunde aus der Bildungsforschung
REPORT Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
10/2014
Bielefeld

Abstract

Mit PIAAC liegen repräsentative Daten zu den Kompetenzen der 16- bis 65-Jährigen vor. Dabei sind die Kompetenzbereiche „Lesekompetenz“, „Mathematische Kompetenz“ sowie „technologiebasiertes Problemlösen“ unabhängig voneinander zu betrachten. In diesem Themenheft sollen einerseits die in PIAAC erhobenen Mediennutzungskompetenzen in die deutsche und internationale Diskussion um Medienkompetenz und media literacy eingebettet werden. Andererseits kann und muss die Problemlösekompetenz Erwachsener auch auf die einschlägigen Forschungsarbeiten aus der Pädagogischen Psychologie rückbezogen werden, um mit den Daten aus PIAAC einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn jenseits plakativer Länder- und Gruppenvergleiche zu erzielen. Es soll auch der Frage nachgegangen werden, ob oder in welcher Weise die Resultate auch über die in PIAAC berücksichtigten Altersgruppen hinaus zutreffen. Vor diesem Hintergrund verspricht das CiLL-Projekt, neue Erkenntnisse über Kompetenzen und Kompetenzanforderungen der über 65-Jährigen zu liefern. Anhand qualitativer und quantitativer Längsschnittstudien wird die Frage der Kompetenzentwicklung über die Lebensspanne zu diskutieren sein.

Inhalt

Im Fokus: Potenziale von Large-Scale Assessments und Längsschnittstudien zur Kompetenzentwicklung über die Lebensspanne – analytische und orientierende Perspektiven In diesem Beitrag wird die Tradition der Kompetenzdebatte kurz skizziert. Es werden die Erkenntnispotenziale von Large-Scale-Assessments erörtert und kritisch eingeschätzt. Kompetenzmessung im Erwachsenenalter bedeutet einen Fortschritt beim Verstehen der Kompetenzentwicklung im Lebenslauf, auch wenn nur domänenspezifische und kaum fachübergreifende Kompetenzen analysiert werden. Die Kompetenzdebatte wird reflektiert, um die Kernpunkte bei der Modellierung der Konstrukte Fähigkeit und Kompetenz zusammenzufassen. Die Kompetenzanalysen der beiden Studien PIAAC und CILL erweisen sich als eine Basis für die weitere Kompetenzmessung im Erwachsenenalter. Allerdings bieten Längsschnittstudien zusätzliche Erkenntnischancen und -potenziale; diese werden methodologisch aufgezeigt und am Beispiel des NEPS konkretisiert.
Stepanka Kadera; Prof. Dr. Rudolf Tippelt

Die aktuellen PIAAC-Ergebnisse bestätigen im internationalen Vergleich die besorgniserregenden Daten der nationalen leo. – Level-One Studie, die 2011 in Deutschland 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung als funktionale Analphabeten identifizieren konnte. Beide Studien wirken mit ihren Ergebnissen stark in die aktuellen bildungspolitischen Diskussionen zu Fragen der Grundbildung ein. Um die Stärken beider Studien für den Weiterbildungsbereich herauszuarbeiten, wird im Beitrag in einem kurzen Überblick das Forschungsdesign der beiden Studien gegenüber gestellt. Die jeweils erhobenen Daten zur Weiterbildungsbeteiligung werden dann miteinander verglichen, um abschließend nicht so sehr die Vergleichbarkeit, sondern vielmehr die Komplementarität der Studien herauszustellen.
Prof. Dr. Anke Grotlüschen; Dipl. Päd. Alisha M.B. Heinemann; Dipl.-Päd. Barbara Nienkemper

Das in PIAAC erfasste Konzept des technologiebasierten Problemlösens verbindet zwei Kompetenzbereiche miteinander: das Problemlösen und den Umgang mit Medien. Auf Basis einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Konstrukt des technologiebasierten Problemlösens sowie verwandten Konzepten zeigen sich Überschneidungen wie Differenzen, die auch in den Operationalisierungen zum Tragen kommen. Eine komparative Gegenüberstellung des PIAAC-Instrumentariums und Instrumenten zur Erfassung von Medienkompetenz, Media Competence oder Digital Competence verdeutlicht die verschiedenen Strategien der Kompetenzmessung. Die Chancen des bei PIAAC verwendeten Testverfahrens ist – so unsere zentrale These – nicht in der Substitution anderer Konstrukte und Verfahren zu sehen, sondern in deren Ergänzung.
Dr. Karin Julia Rott; Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha

Die Studie Competencies in Later Life (CiLL) liefert erstmal repräsentative Daten über die Kompetenzen von Älteren zwischen 66 und 80 Jahren in Deutschland in den Domänen Lesekompetenz, Alltagsmathematik und technologiebasiertes Problemlösen. Es zeigt sich ein entscheidender Zusammenhang zwischen Kompetenz und Qualifikation, aber auch zwischen Kompetenz und Zugehörigkeit zu einem Geburtsjahrgang. Trotz enormer Qualifikationsunterschiede zwischen Männern und Frauen differieren diese in der Lesekompetenz nicht signifikant. In der Alltagsmathematik und im technologiebasierten Problemlösen schneiden Männer deutlich besser ab als Frauen, auch wenn verschiedene Variablen berücksichtigt werden.
Christina Weiß; Johanna Gebrande; Carolin Knauber

Der Beitrag betrachtet die ersten Ergebnisse der PIAAC Studie vor dem Hintergrund der Frage nach der Erforschung von Kompetenzentwicklung im Lebensverlauf. Hierfür wird die quantitative Assessment Studie mit den Erkenntnissen einer Mixed-Method Studie zur Kompetenzbiografie sowie einer noch laufenden qualitativen Längsschnittstudie zum Wandel von Bildungsgestalten kontrastiert. Die Vor- und Nachteile des jeweiligen Forschungsdesigns werden aufgezeigt und es wird ein kurzer Ausblick auf zu erwartende Erträge zukünftiger Studien gegeben.
Dr. Cornelia Maier-Gutheil

Mit zunehmendem Alter wachsen fremdenfeindliche und abwertende Haltungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund und anderen Kulturen. Dies stellt sowohl die Erwachsenen- und Alternsbildung als auch die Soziale Arbeit vor neue Herausforderungen. Auf Basis einer statistischen Bestandsaufnahme zur Fremdenfeindlichkeit älterer Menschen werden auf der Ebene der Theoriebildung unterschiedliche Formen und Ausprägungen sowie verschiedene Dimensionen von Diskriminierung systematisiert. Besondere Bedeutung erhält u.a. das Habitus-Konzept von Bourdieu, da sich hieraus Ansatzpunkte einer Orientierung am Sozialraum entwerfen lassen. Abschließend werden Ziele und didaktische Orientierungen einer sozialraumorientierten, interkulturellen Geragogik formuliert, die sich sowohl auf das einzelne Subjekt, als auch auf die Gestaltung von Beziehungen und das Einbringen in gesellschaftliche Diskurse bezieht.
Holger Vinke; Julia Steinfort-Diedenhofen

PD Dr. phil. Marion Fleige; Dr. Inga Specht

Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl

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