Herausgeber
Gruber, Elke Nuissl, Ekkehard
Titel
Lernergebnisse anerkennen : Theoretische Zugänge und empirische Befunde zur Validierung von „learning outcomes“ nicht-zertifizierten non-formalen und informellen Lernens
Zeitschrift
Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
Ausgabe
2/2018
Ort
Wiesbaden
Verlag
Springer
Zitierlink
http://www.die-bonn.de/id/36881
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Abstract
Auf Initiative der Europäischen Union sollen bis zum Jahr 2018 kohärente Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen entwickelt werden.
In der Erwachsenen- und Weiterbildung konzentriert sich hier die Diskussion auf nicht zertifizierte Kompetenzen, die non-formal und informell erworben wurden.
Konventionelle Instrumente aus Psychologie und Testtheorie stoßen bei deren Erfassung schnell an ihre Grenzen.
In dieser Ausgabe stellen wir die Frage, wie Anerkennung und Validierung in erwachsenen-pädagogischen Kontexten begründet und gestaltet werden können, um den Kriterien von Validität, Reliabilität und Praktikabilität zu genügen und Akzeptanz sowohl bei den Lernenden als auch relevanten Institutionen (Arbeitsmarkt, öffentliche Einrichtungen) zu finden.

Inhalt

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Müskens, Wolfgang; Lübben, Sonja

Die Anrechnung non-formalen und informellen Lernens auf Hochschulstudiengänge in Deutschland

Bei der Anrechnung außerhochschulischer Vorleistungen auf Hochschulstudiengänge wird häufig von „beruflichen Kompetenzen“ gesprochen. Die Ergebnisse der AnHoSt-Studie von 2014 sowie des Anrechnungsmonitors 2016 zeigen jedoch, dass sich die Anrechnungsverfahren an deutschen Hochschulen bislang überwiegend auf formelle Qualifikationen beziehen, nicht aber auf Kompetenzen, die in non-formalen oder informellen Lernkontexten erworben wurden. Selbst individuelle Anrechnungsverfahren basieren in aller Regel auf den formalen Curricula von Aus- und Fortbildungen.

International wird das Thema „Anrechnung“ häufig mit einer Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen gleichgesetzt. Ansätze wie „APEL“ (Accreditation of Prior Experiential Learning) und „PLAR“ (Prior Learning Assessment and Recognition) konzentrieren sich auf informell erworbene Kompetenzen und beschäftigen sich mit deren Erfassung und Bewertung. Eine Betrachtung der gesetzlichen Situation sowie der nationalen Beschlüsse zur Anrechnung in Deutschland zeigt, dass sowohl die KMK-Beschlüsse zur Anrechnung als auch die entsprechende Umsetzung in die Landeshochschulgesetze die Berücksichtigung non-formal und informell erworbener Kompetenzen bei der Anrechnung auch hierzulande zulassen. Am Beispiel des PLAR-Services der Universität Oldenburg soll gezeigt werden, wie die hochschulweite Anrechnung non-formal und informell erworbener Kompetenzen implementiert werden kann. Dabei werden die Besonderheiten des PLAR-Ansatzes dargestellt, der insbesondere die Berücksichtigung informell erworbener Kompetenzen unterstützt.
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Öztürk, Halit

Weiterbildungsangebote im Kontext von Migration und Flucht

Ergebnisse und Folgerungen am Beispiel der Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen
Volkshochschulen nehmen ihren Bildungsauftrag flächendeckend, thematisch breit und für alle Bürgerinnen und Bürger wahr. Um gleiche Partizipationsmöglichkeiten auch für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen, stehen sie vor der Herausforderung, ihre Arbeit kontinuierlich an gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen. Organisationsumfassende Konzepte wie Diversity Management und Interkulturelle Öffnung bieten einen Rahmen, der verschiedene Ebenen der Weiterbildungsarbeit berücksichtigt und auf ihren Beitrag zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung gesellschaftlicher Vielfalt innerhalb und außerhalb der Organisation hin befragt. Migration und Flucht sind dabei Themen, die in den vergangenen Jahren einen neuen Aufmerksamkeitsschub erfahren haben. Der Beitrag fokussiert die Programm- und Angebotsgestaltung für Erwachsene mit einem sogenannten Migrationshintergrund an Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen. Aus einer 2016 durchgeführten empirischen Bestandsaufnahme über organisationsumfassende Maßnahmen im Kontext von Migration werden ausgewählte Ergebnisse präsentiert und um eine inhaltsanalytische Webseitenanalyse ergänzt. Um die Angebotsgestaltung als integrierten Teil der Weiterbildungsarbeit an Volkshochschulen zu betrachten, werden auch einige Ergebnisse auf den Analyseebenen des Personals und der Organisation vorgestellt. Abschließend werden konkrete Herausforderungen auf allen Analyseebenen benannt.
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Schmid, Martin

Standards für die Validierung erwachsenenpädagogischer Kompetenzen

kritische Befunde zur Anwendung von quantitativen Gütekriterien bei der Zertifizierung non-formalen und informellen Lernens
Die Validierung non-formal und informell entwickelter Kompetenzen ist in der Schweiz im Bereich der Erwachsenenbildung für erfahrene Berufspersonen möglich. Dozierende reichen beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) eine Selbstbeurteilung ein, die sie entlang eines Kompetenzprofiles verfassen und nachvollziehbar darlegen, dass sie über die für eine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung erforderlichen Kompetenzen verfügen. Expertinnen und Experten prüfen die eingereichten Anträge im Hinblick auf das angestrebte Zertifikat, in dem sie ein Gutachten verfassen und dabei das Kompetenzprofil als fachlich-kriteriale Bezugsnorm verwenden. Zuzüglich bringen sie ihre Fachexpertise als erfahrene Erwachsenenbildnerinnen und –bildner sowie ihre professionsspezifischen Kompetenzen im Validieren von Bildungsleistungen ein. Ein Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) hat diese offen formulierten Gutachten analysiert und ist mithilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse der Frage nachgegangen, ob die der quantitativ-empirischen Forschung entnommenen Gütekriterien auf diese Form von Validierungsverfahren übertragen werden können. Der Beitrag zeigt auf, auf welche Aspekte die Expertinnen und Experten in den Anträgen besonders eingehen und wie sie diese als Begründungsstruktur für eine positive oder negative Schlussbewertung verwenden. Die Befunde machen deutlich, dass für qualitativ ausgerichtete Validierungsverfahren eine Abkehr von den klassischen Gütekriterien Objektivität, Validität und Reliabilität erfolgen muss, stattdessen aber alternative Standards eingehalten werden sollten, um die Qualität und Akzeptanz der Beurteilung und Bewertung bei allen involvierten Akteuren sicher zu stellen. Besonders wichtig ist eine handhabbare, fachliche Bezugsnorm, qualifizierte Expertinnen und Experten, ein strukturiertes Verfahren mit klaren Rollenteilungen sowie die Setzung inhaltlicher Schwerpunkte.
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Robak, Steffi

Integrationsorientierte Angebotsstrukturen für Menschen mit Migrationsbiographien/Geflüchtete

Eine erwachsenenpädagogische Konzeptualisierung im Spannungsfeld Inter- und Transkultureller Bildung
Der Beitrag systematisiert Perspektiven für die Entwicklung von Angebotsstrukturen für Menschen mit Migrationsbiographien, insbesondere für Geflüchtete. Dafür konzeptualisiert er, theoretisch und empirisch rückgebunden, eine Integrationsvorstellung, die verschiedene bildungsrelevante Prozessebenen und Lerndimensionen aufnimmt. Diese Integrationskonzeptualisierung wird mit dem Bereich der Inter- und Transkulturellen Bildung verschränkt. Auf der Grundlage von Ergebnissen aus Programmanalysen und laufenden Forschungsprojekten wird der Stand der Entwicklung von Angebotsstrukturen für Menschen mit Migrationsbiographie, insbesondere für Geflüchtete reflektiert.
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Sprung, Annette; Kukovetz, Brigitte

Refugees welcome?

Active Citizenship und politische Bildungsprozesse durch freiwilliges Engagement
Freiwilliges Engagement im Bereich von Flucht und Migration stellt einen potenziellen Lernraum dar, in dem vielfältige Kompetenzen erworben werden. Der auf einer empirischen, in Österreich durchgeführten Vorstudie basierende Beitrag analysiert die politischen Lern- und Bildungsprozesse der Unterstützenden unter Berücksichtigung relevanter Einflussfaktoren auf das Engagement, wie z.?B. des politischen und medialen Diskurses über Geflüchtete. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Bedeutung von Lernprozessen für die Entfaltung einer aktiven Bürgerschaft sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die Erwachsenenbildung.

Dialog mit dem Autor/den Autoren

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