Publikation

Fakt und Fake

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Dr. Peter Brandt; Prof. Dr. Josef Schrader
wbv
Fakt und Fake
weiter bilden
12/2018
Bielefeld

Abstract

Was ist Wahrheit? Was sind Fakten? Diesen großen Fragen nähern sich Thomas Philipp im Gespräch und Sigrid Nolda im Stichwort. Ob wir uns schon von Fakten verabschiedet haben und in einem »postfaktischen Zeitalter« leben, lotet Henning Pätzold aus – und zeigt Konsequenzen für die Erwachsenenbildung auf. Eine Konsequenz ist, sich als Lehrender Methoden anzueignen, Fake und Fakt zu unterscheiden (Martin Merkt). Grundsätzlicher kann gefragt werden, was Lehrende von der Wissenschaft erwarten – und was sie erwarten können (Josef Schrader). Eine andere Sicht nimmt Johannes Sabel ein, wenn er fragt, was denn in postfaktischen Zeiten die Überzeugungen sind, die erwachsenenbildnerisches Handeln prägen. Dass die Diskussionen um Fake und Fakt Glaubenskämpfe nach sich ziehen, die inzwischen auch die Erwachsenenbildung erreicht haben, zeigt schließlich Heiner Barz am Beispiel der Komplementärmedizin.

Inhalt

Jan Rohwerder; Thomas Philipp

Ist das »postfaktische Zeitalter« – so die Lehnübersetzung der Post-Truth Era – angebrochen? Und was bedeutet das für die Erwachsenenbildung? Diesen Fragen geht der Autor nach, indem er die Genese dieser Gegenwartsdeutung nachzeichnet und als Konsequenz nicht nur für die Erwachsenenbildung fordert, sich wieder mehr auf die Sichtweisen anderer einzulassen und Widersprüche aushalten zu können.

Der einfache Zugriff auf Informationen, den das Internet bietet, birgt Gefahren. Denn es werden auch Falschmeldungen verbreitet – so genannte Fake News –, und es ist nicht immer leicht, diese zu erkennen. Was kann die Erwachsenenbildung tun, um den Fake News zu begegnen? Welche Methoden und Formate sind sinnvoll?

In einer Zeit, die von »alternativen Fakten« und »Fakes« geprägt ist, erscheint die Beschäftigung mit den Fundamenten der Erwachsenenbildung geboten: Was ist unumstößlich, was unhintergehbar? Der Autor begründet in seinem Beitrag thesenhaft die christlich-aufklärerisch geprägten normativen Ansprüche, die für ihn konstitutiv für die Erwachsenenbildung sind.

An Fallbeispielen zeigt der Autor auf, wie Wissenschaft die Praxis von Lehrkräften der Erwachsenen- und Weiterbildung unterstützen kann. Wissenschaft für Praxis zu nutzen, ist kein Wert an sich, sondern Ausdruck der Verantwortung von Lehrenden für das Lernen der Teilnehmenden.

Auch bei Angeboten in der Erwachsenen- und Weiterbildung wird über Fakten und Fakes gestritten. So wurde jüngst den Volkshochschulen vorgeworfen, in der Gesundheitsbildung zu viele Kurse anzubieten, deren Inhalte zu esoterisch, nicht wissenschaftlich fundiert seien und damit zur »Volksverdummung« beitrügen. In seiner Streitschrift verwahrt sich der Autor gegen diesen Vorwurf: Die Behauptung, alles Komplementärmedizinische sei »Fake«, während die Schulmedizin nur auf »Fakten« beruhe, sei kurzsichtig.

Bildungsberatung wird immer stärker in kommunale Bildungsstrategien eingebunden. Dabei ist die Praxis von Bildungsberatung ebenso divers wie die berufliche Herkunft der Beratenden. Wie ihr Selbstverständnis aussieht, welche Gemeinsamkeiten in der Beruflichkeit trotz der Diversität der Beratenden bestehen und inwiefern eine weitergehende Vernetzung der Beratungsakteure sinnvoll ist, zeigt eine Studie der Universität Duisburg-Essen zur Bildungsregion Duisburg.

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