Publikation

DIE Materialien für Erwachsenenbildung

DIE Materialien für Erwachsenenbildung

Abstract

Diese Reihe des DIE stellt Praktikerlnnen der Erwachsenenbildung bewährtes Handlungswissen, innovative Methoden, aktuelle Themen und neue Arbeitsfelder aus Sicht der in der Bildungspraxis Handelnden vor. Die Einzelpublikationen der Reihe gehen dabei nicht systematisch – wie im Studium üblich – von der Struktur des Gegenstandes oder Arbeitsfeldes aus. Vielmehr sind sie aus der Perspektive des Berufsalltags entworfen und zielen darauf ab, eine erste Orientierung, verwendungsbezogenes Wissen und Handlungshilfen in Problem- und Entscheidungssituationen zu vermitteln. Für die Darstellung ist der Situations-, Problem- und Handlungsbezug zentral. Die Praxishilfen führen in institutionelle Bedingungen, Schlüsselbegriffe, aktuelle Diskussionen, Methoden und Wege der Problemlösung ein. Sie dienen der - Einführung in Arbeitsfelder der Erwachsenenbildung - Vermittlung erwachsenengemäßer Methoden - Problemlösung in exemplarischen Lehr- und Lernsituationen - Anregung durch neue Themen, Übungs- und Praxisbeispiele. Ihr Ziel ist die Kompetenz- und Qualitätsentwicklung des professionellen Handelns in der Praxis der Erwachsenenbildung. Angesprochen sind deshalb ebenso Berufseinsteigerlnnen, die eine erste Orientierung brauchen, wie schon länger in der Bildungspraxis Tätige, die nach neuen Impulsen für den Berufsalltag suchen.

Inhalt

Innovationen sind Motor und Zukunftsgarantie für unsere heutige Gesellschaft. Sie sind Folge einer bewußten Wahrnehmung von Veränderungen, Zeichen von Lebendigkeit, Voraussetzung für zukünftiges Handeln. Innovationen gerade auch in der Erwachsenenbildung garantieren, daß wir unsere sich ständig verändernde Welt bewältigen und bewußt gestalten. Der „Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung" lenkt das Augenmerk auf die Notwendigkeit von Innovation, aber auch auf deren erforderliche Qualität. Dieser Band dokumentiert die erste Preisvergabe: Die vier ausgezeichneten Projekte werden ausführlich vorgestellt. Weitere Beiträge setzen sich mit dem Begriff der Innovation in der Erwachsenenbildung auseinander und beleuchten seine bildungspolitische Bedeutung.

Selbstgesteuertes Lernen (SGL) steht als Symbolbegriff für innovative Gestaltungen in der Weiterbildung und hat so eine bedeutsame programmatische Kraft entwickelt. Häufig wird es verstanden als das Lernen "alleine" oder das Lernen mit dem Computer. Dieses Begriffsverständnis greift aber deutlich zu kurz. Tatsächlich stecken in dem Konzept wichtige pädagogische Prinzipien. Für die institutionelle Weiterbildung entstehen neue Herausforderungen, aber auch zahlreiche bedeutsame Anregungen. Die Beiträge dieser im Rahmen des Projektes "SEGEL" entstandenen Publikation beleuchten aus wissenschaftlicher und aus praktischer Sicht, wie selbstgesteuertes Lernen mit dem Lernen im institutionellen Kontext in Einklang gebracht werden kann. Dabei werden Fragestellungen behandelt, die sich in der Projektarbeit als besonders relevant herauskristallisiert haben: Wofür steht SGL, worüber wird derzeit diskutiert, was bedeutet das für den Begriff des Selbst und für den Lernbegriff, welche Erfahrungen gibt es im Ausland, wie können die Kompetenzen für selbstgesteuertes Lernen entwickelt werden, welche Formen werden aktuell in der Praxis umgesetzt, welche Erfahrungen gibt es bezogen auf Institutionen, welche Methoden sind geeignet und eignet sich SGL für die Arbeit mit Bildungsbenachteiligten? Unabhängig von Bildungsniveau oder Tätigkeitsfeld der Lernenden wird die Kompetenz zum selbstgesteuerten Lernen zunehmend zum Auslesekriterium in unserer Gesellschaft. Aufgabe der Institutionen wird es immer mehr, für dieses lebenslange Lernen die bestmögliche Unterstützung zu leisten. Welche Möglichkeiten selbstgesteuertes Lernen dafür bietet und welche Konsequenzen zu erwarten sind, darüber gibt dieser Band Auskunft.
Stephan Dietrich; u. a.; Elisabeth Fuchs-Brüninghoff

Bildung ist wieder auf dem Wege zum Megathema zu werden. Dies gilt in besonderem Maße für die Weiterbildung, deren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft allerorten beschworen wird. Im 21. Jahrhundert wird sich (Weiter-) Bildung veränderten sozialen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen stellen müssen. Um den sich abzeichnenden Umbrüchen im Bildungsbereich begegnen zu können, müssen Weichen gestellt werden für eine zukunftsorientierte Bildungspolitik. Vor diesem Hintergrund hat das DIE im Dezember 1998 unter dem Thema „Weiterbildungspolitik“ ein erstes Forum veranstaltet, um den Akteuren der Weiterbildung, wie den Weiterbildungsverbänden, der staatlichen Weiterbildungspolitik und der Wissenschaft in der Weiterbildung, einen Diskurs anzubieten und gemeinsame Interessen und Ziele zu formulieren. Der jetzt vorliegende Materialienband dokumentiert diese Tagung in Positionen, Problemen und Perspektiven für eine zukunftsorientierte Weiterbildungspolitik aus der Sicht der in der Weiter- und Erwachsenenbildung agierenden und die Bildungspolitik steuernden Parteien. Vertreter waren u.a.: Mechthild Bayer, Peter Faulstich, Hans-Peter Hochstätter, Peter Krug, Doris Odendahl, Edgar Sauter, Bernd Schachtsiek, Andreas Seiverth, Gerhard Schreier, Michael Svoboda, Heike Weidmann und Geerd Woortmann. Eine Auswahl konkreter Themen der Weiterbildungspolitik wie „Qualität, Zertifizierung und Akkreditierung“, „Institutionen und Finanzierung“, „Selbststeuerung und Medien“ oder „Innovation, Forschung und Supportstrukturen“, die in den Arbeitsgruppen von den Teilnehmern der Tagung behandelt wurden, werden in Kurztexten vorgestellt. Den Band rundet ein Diskussionsbeitrag über „Weiterbildungspolitik - Positionen zum quartären Bildungssektor“ von Hajo Dröll ab.

Die Krise und die Widersprüche der beruflichen Weiterbildung sind seit längerem in der Diskussion - nicht so sehr in der betrieblichen wie in der öffentlich verantworteten Weiterbildung: Es geht um Suchbewegungen und inhaltliche Neuorientierungen, die sich aus den strukturellen Veränderungen der Arbeitsgesellschaft ergeben. Absehbar ist, daß es - neben der Sicherung der Erwerbstätigkeit - auch Aufgabe der beruflichen Weiterbildung ist, diskontinuierliche Berufsverläufe, welche die “normale“ Berufsbiografie zunehmend ablösen, unterstützend zu begleiten. Neben der existenzsichernden Funktion erhält sie damit auch eine individuelle Orientierungsfunktion und eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Der DIE-Materialienband 16 „Berufliche Bildung ohne berufliche Zukunft?“ enthält neben den Vorträgen einer gleichnamigen DIE-Konferenz weitere Beiträge, welche die neuen Anforderungen an die berufliche Weiterbildung thematisieren. Dabei geht es um Inhalte und Organisation beruflicher Weiterbildung als Element regionaler Strukturentwicklung. Eine exemplarische Folie dafür liefern die Erfahrungen des Transformationsprozesses in Ostdeutschland, wie sie u.a. auch im DIE-Projekt REGIO gemacht wurden. Die Beschreibung des Projektkonzepts (Standorte und Vorgehensweise) und eine Darstellung der Projektergebnisse aus Ost und West bilden ein weiteres Kapitel dieses Bandes.
Gerhild Brüning; Gerhard Reutter; u. a.

Seit Mitte der 90er Jahre wird auch in der Weiterbildung verstärkt über die Verwendung von Kennzahlen zur Steuerung von Einrichtungen diskutiert. Sie spielen bei der Ziel- und Ergebnissteuerung auf der Basis von Produktbeschreibungen eine große Rolle. Wie aber geht man um mit dem Vorwurf und der Problematik mangelnder Validität und Reliabiltität solcher quantitativer Beschreibungssysteme komplexer Leistungen, z. B. von kommunalen Weiterbildungszentren? Die Autoren Martin Brüggemeier, Wolfgang Klenk, Axel Lotzin, Klaus Pehl und Hans-Joachim Schuldt gehen in sieben Beiträgen auf Aspekte der Diskussion um Kennzahlen ein, würdigen diese kritisch und machen Vorschläge zu einem konstruktiven Umgang für die Praxis.

Wie der Untertitel zum Band „Konstruktivismus“ verdeutlicht, geht es in dieser Ausgabe der DIE Materialien für Erwachsenenbildung nicht in erster Linie um eine zusammenfassende Beschreibung der Theorie des Radikalen Konstruktivismus, sondern vor allem um die praktische Relevanz dieses theoretischen Ansatzes für professionelles Handeln in der Weiterbildung. So weist der Autor Horst Siebert schon im Kapitel „Theoretische Grundlagen“, in dem der Konstruktivismus als Lern- und Bildungstheorie beschrieben wird, auf praktische Bedeutungs- und Denkzusammenhänge hin. Das umfangreichste Kapitel beschäftigt sich mit den Anwendungsfeldern. Diese reichen von Organisationsentwicklung über Programmankündigungen, Lehre und Seminargestaltung oder Mitarbeiterfortbildung bis zu den Bereichen Evaluation und Wissenschaft als Rekonstruktion von Wirklichkeit. Anhand von zahlreichen Anwendungsbeispielen und Denkanregungen wird die Bedeutung des Konstruktivismus für das pädagogische Denken und Handeln in der Weiterbildung deutlich. Reichweite und Grenzen des Konstruktivismus wiederum werden im Abschlußkapitel „Bilanz und Perspektiven“ kritisch reflektiert. Nicht nur eine Lesehilfe bieten das „Kleine Glossar konstruktivistischer Pädagogik“ und die Literaturliste im Anhang.

Die Folgen anhaltender Massenarbeitslosigkeit stellen die klassischen Zielorientierungen beruflicher Weiterbildung in Frage, und die gewandelten Anforderungsstrukturen in der Erwerbsarbeit erzwingen neue inhaltliche Ausrichtungen. Der Band dokumentiert die Inhalte eines Kolloquiums, das das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung 1997 veranstaltet hat. Dabei wurde versucht, Antworten auf die neuen Herausforderungen für die berufliche Weiterbildung zu finden. Die Beiträge befassen sich mit den inhaltlichen Konsequenzen für eine auf gewandelte betriebliche Bedarfe bezogene berufliche Weiterbildung, mit der Orientierung auf die Subjekte und den strukturell-organisatorischen Folgerungen für die Weiterbildungseinrichtungen. Die Verknüpfung beruflicher Weiterbildung mit Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt und die Chancen einer regional orientierten beruflichen Bildung stellen einen weiteren Themenblock dar. Kontrovers diskutiert werden die Auswirkungen der europäischen Einigung auf Bildungsinhalte und -strukturen. Die Dokumentation macht anschaulich, welche Erkenntnise berufliche Weiterbildung gewinnen kann, wenn sie sich von ihren traditionellen Bezugspunkten entfernt und sich den Sichtweisen von außen öffnet. Der Band bietet Orientierungen für Leserlnnen, die sich mit dem Verlust der legitimatorischen Basis traditioneller beruflicher Weiterbildung auseinandersetzen.

Seit Ende der 80er Jahre hat sich auf unterschiedlichen Ebenen die Diskussion um ein neues Verständnis von Erwachsenenbildung in der Region entwickelt, das vor allem durch die Leitideen von Gemeinwesenarbeit und eigenständiger Regionalentwicklung geprägt ist. In dem Sammelband geht es um Erfahrungen und Perspektiven regionaler Erwachsenenbildung im Umbruch. Neben einer Zwischenbilanz mit Berichten und Analysen von unterschiedlichen Trägern aus der ländlichen und regionalen Weiterbildungspraxis enthält der Band auch Impulse für eine zukünftige innovative Bildungsarbeit in ländlichen Räumen.

Der Bedarf nach Weiterbildung steigt in allen Bereichen – ohne daß bisher eine entsprechende Bedarfsdeckung für die öffentlich verantwortete Erwachsenenbildung in einem gesellschaftlichen Diskurs ausreichend konkret aktualisiert worden und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, insbesondere die Professionsvoraussetzungen, geklärt wären. Für die Mitarbeiterlnnen in den Einrichtungen der Erwachsenenbildung stellt dies eine doppelte Herausforderung dar: Sie müssen ihr Angebot im gesellschaftlichen Wandel neu positionieren, und sie müssen es zugleich wirtschaftlich absichern. Der vorliegende Band der Reihe „DIE Materialien" versammelt Beiträge zur Situation dieser in Bewegung befindlichen Profession, die zum DIE-Kolloquium 1996 bzw. im Anschluß an die dort geführte Diskussion verfaßt wurden. Die Autorlnnen verfügen über unterschiedliche Zugänge zur Erwachsenenbildung: Sie tragen ihre Erfahrungen aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen und gelangen aus diesen unterschiedlichen Blickwinkeln an den Kern der Debatte, die geführt werden muß. Es geht um das Selbstverständnis der Erwachsenenbildnerlnnen, um eine Verständigung über ihre vorrangigen Aufgaben und die Ermöglichung einer entsprechenden Praxis.

Individualisierung und Segmentierung in der Gesellschaft scheinen auf den ersten Blick nur bedingt zu einem verstärkten Bedürfnis nach Kommunikation geführt zu haben. Dies liegt weniger an Desinteresse als an fehlenden Ansatzpunkten, Räumen und Formen für soziale Verständigung. Erwachsenenbildung bietet geeignete Möglichkeiten, Dialoge zu inszenieren, wo sie alltäglich nicht mehr selbstverständlich stattfinden. Der Austausch zwischen Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen erlaubt dabei besonders intensive Einblicke in den Wandel altersspezifischer Lebenskontexte. Der Band „Generationen im Dialog" zeigt Eigenarten und Problemlagen im Verhältnis der Generationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf und weist auf erste Schritte zu einer altersübergreifenden Lernkultur hin.

Organisationsentwicklung ist für viele Volkshochschulen kein Schlagwort mehr, sondern gelebte Praxis. In diesem Band sind Berichte zusammengestellt worden, die das Thema Organisationswandel und die Konsequenzen für Ziele und Selbstverständnis behandeln, sei es durch intern gesteuerte Organisationsveränderung, sei es auf Anforderung von außen durch die Kommunalverwaltung, sei es mit Hilfe externer Organisationsberatung. Es werden Fallbeispiele praktischer Veränderungen aus der Perspektive der Beteiligten und Beraterlnnen präsentiert. Darüber hinaus wird das Instrumentarium von Organisationsberatung dargestellt. Dokumente veränderter Organisationsformen vervollständigen den Überblick.

In der Bundesrepublik Deutschland (West) hat sich die Alphabetisierung von Erwachsenen in den letzten 15 bis 20 Jahren zu einer wichtigen Bildungsaufgabe entwickelt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands zeigte sich schnell, daß auch das realsozialistische Bildungssystem Analphabetismus nicht verhindern konnte. Der Band enthält die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung zum Stand der Alphabetisierung und Elementarbildung sowie Situationsanalysen und Praxisberichte. In einem Resümee werden Handlungsbedarfe und Perspektiven aufgezeigt, um den Stellenwert dieses Grundbildungsbereiches zu erhalten.

Die neuen Medien fordern unsere Wahrnehmung heraus, die Fotografie kann uns helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Stellenwert und Möglichkeiten fotopädagogischer Arbeit in der Erwachsenenbildung sind Thema dieses Bandes. Hierzu kommen Expertlnnen und Kursleiterlnnen zu Wort, die vielfältige Anregungen für die Weiterentwicklung des Kursangebots zur künstlerischen Fotografie in der Erwachsenenbildung geben. „DIE Materialien“ 4 enthält neben der Dokumentation der Referate des Symposions „Inzwischen" der Volkshochschule Berlin-Kreuzberg Literaturhinweise zum Thema.

Ausgangspunkt dieser Materialien war die Fachbereichskonferenz Kulturelle Bildung 1993. Neben den Referaten zu den Themen Kulturelle Bildung im Kontext von Weiterbildung, Medien- und Erlebniskultur, Interkulturelles Lernen und Kulturmanagement enthalten sie Anmerkungen zu den Arbeitsgruppen, Literaturhinweise und eine Auswertung ausgewählter statistischer Materialien zur Kulturellen Bildung an Volkshochschulen. Deutlich werden dabei die aktuelle Vielfalt Kultureller Bildung und die Herausforderungen, denen sie sich in den nächsten Jahren stellen muß.
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