Publikation

Zur Ermöglichung von Lehr- und Lernprozessen in Organisationen

Theoretische und empirische Einsichten im Schnittfeld von Organisations-, Interaktions- und Professionsforschung
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Julia Franz; Prof. Dr. Josef Schrader
Springer VS
Zur Ermöglichung von Lehr- und Lernprozessen in Organisationen
Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
4/2017
Wiesbaden

Inhalt

Julia Franz; Prof. Dr. Josef Schrader

Die Perspektive des nicht-pädagogischen Personals in pädagogischen Einrichtungen wird in der Forschung der Erwachsenenbildung kaum in den Blick genommen. Auf dieses Forschungsdesiderat reagierend, wird mit diesem Beitrag die Frage verfolgt, wie die Zusammenarbeit von nicht-pädagogischen und pädagogischen Mitarbeitenden in Organisationen der Erwachsenenbildung aus Sicht der Verwaltungskräfte wahrgenommen wird. Diese Frage wird im Rahmen einer qualitativen Analyse bearbeitet, bei der das Datenmaterial einer umfangreicheren Studie genutzt wurde. So wurden Gruppendiskussionen mit Verwaltungskräften dokumentarisch reanalysiert, um die kollektiven Perspektiven auf die Zusammenarbeit in den Organisationen zu rekonstruieren. In der Analyse werden zwei unterschiedliche Muster zur Wahrnehmung der Zusammenarbeit herausgearbeitet, die sich hinsichtlich der Bewertung der Strukturbedingungen der gemeinsamen Kommunikation, des Erlebens der Austauschprozesse und des Erlebens von Hierarchie unterscheiden. Diese Muster werden abschließend im Kontext theoretischer Überlegungen zum professionellen Handeln in Organisationen diskutiert.
Julia Franz; Markus Scheffel

Dieser Beitrag widmet sich der betrieblichen Weiterbildung. Das Ziel ist dabei nicht, normative Forderungen an mögliche Bildungsprozesse zu formulieren, sondern vielmehr die Bedingungen, unter denen diese Prozesse stattfinden, empirisch zu betrachten. Der Fokus liegt auf dem Prozess der Bedarfsbestimmung, die einen Teil der Programmplanung darstellt. Es wird erstens beschrieben, wie dieser Prozess für verschiedene Programmarten abläuft und welche Akteure beteiligt sind. Zweitens wird in Anlehnung an die Kontexturanalyse explorativ untersucht, wie Bedarfsentscheidungen begründet werden. Die betrachteten Großunternehmen werden dabei nicht als homogene Organisationen beschrieben, vielmehr zeigen sich Unterschiede innerhalb der einzelnen Unternehmen und zwischen ihnen. Als Datengrundlage dienen neun Interviews aus drei verschiedenen Unternehmen.

Wie wenig andere Bereiche der organisationswissenschaftlichen Literatur ist die Diskussion um organisationales Lernen von „Klassikern“ dominiert. Im vorliegenden Beitrag wird, nach einer knappen Diskussion der bisherigen Theorielage zum organisationalen Lernen, auf Grundlage des „Lerndreiecks“ von Knud Illeris – ein neues Modell organisationalen Lernens vorgestellt. Es nimmt die generelle Struktur dieses Dreiecks auf und transformiert aber die zentralen Konzepte von Illeris Modell in Richtung analoger Konzepte mit Bezug auf organisationale Prozesse, Strukturen und Eigenschaften. Weiterhin wird das Modell empirisch validiert, um zu zeigen, dass es zeitgemäße lerntheoretische Einsichten mit dem Konzept organisationalen Lernens in einer Weise verbindet, die über die „Klassiker“ hinausgehen. Die empirische Validierung geschieht mittels einer ethnografischen Feldstudie in einer NPO.

Karikaturen sind ein Medium politischer und kultureller Bildung. Sie überspitzen und übertreiben Sachverhalte, um auf Probleme aufmerksam zu machen, auch um zu agitieren. In diesem Beitrag werden beispielhaft einige Karikaturen zum Problem des Analphabetismus und des Lesens vorgestellt und im Hinblick auf Bildung interpretiert. Dabei werden die Leistung des Mediums Karikatur gewürdigt und eine intensivere Forschung zum Gegenstand angemahnt.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl; Ewa Przybylska

Im Zuge des Spatial Turn, der in der erwachsenenpädagogischen Raumforschung unübersehbar ist, wird eine Orientierung wahrnehmbar, die dafür plädiert, sich der Materialität räumlicher Arrangements wieder stärker zuzuwenden. Diese Tendenz der Re-Etablierung von Materialität birgt das Risiko, hinter den erreichten Stand des Spatial Turn zurückzukehren. Eine Möglichkeit, der sich anbahnenden ‚Raumfalle’ auszuweichen, könnte darin liegen, sich einer topologischen Perspektive zuzuwenden. Eine solche Perspektive eröffnet nicht nur die Möglichkeit, bisherige Rezeptionssperren im Spatial Turn aufzuheben und dadurch eine Perspektive einzuführen, mit der alternative Blickpunkte exploriert werden können. Im Kontrast zu raumontologischen Auffassungen privilegiert Topologie geradezu die Abstraktion von einer materiellen Verhaftetheit. Der Beitrag verfolgt zweierlei: Einerseits will er das Vokabular erwachsenenpädagogischer Raumforschung ausdifferenzieren, andererseits eine topologische Perspektive einführen, um eine theoretische Grundlage für weiterführende Überlegungen zu schaffen.
Dr. Malte Ebner von Eschenbach

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