Publikation

Netzwerkforschung

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Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl
wbv
Netzwerkforschung
REPORT Zeitschrift für Weiterbildungsforschung
10/2013
Bielefeld

Abstract

Kooperationen und Netzwerke sind zu einem immer bedeutsameren Verfahren der Zusammenarbeit geworden, haben im Rahmen politischer Steuerung und institutioneller Entwicklung gerade auch im Bildungsbereich an Bedeutung gewonnen. Entsprechend nahm auch ihre Erforschung zu und differenzierte sich. Der REPORT bietet mit diesem Thema die Möglichkeit, Forschungsergebnisse aus erziehungswissenschaftlicher, soziologischer und politikwissenschaftlicher Perspektive zur Rolle, Gestalt und Wirkung von Netzwerken im Bildungsbereich vorzustellen. Der Schwerpunkt ist dabei die Erwachsenenbildung. Der Blick kann sich sowohl auf die Netzwerke selbst (Struktur, Steuerung, Abläufe, Kommunikation, Verantwortung, Entscheidung etc.) als auch auf die Konsequenzen für die Netzwerkpartner (Ressourcen, Organisationsentwicklung, Profil, Arbeitsfelder etc.) als auch auf den Netzwerkkontext (Außen-/Innenwelt, Konkurrenzen, Nachhaltigkeit, Dynamik etc.) richten. Mit dem Thema will der REPORT bestehende Forschungslinien aufzeigen und zu weiteren Forschungen anregen.

Inhalt

Interorganisationale Kooperationen werden als Möglichkeit verstanden, auf Bedarfslagen geringqualifizierter Erwachsener mit der Konzeption passgenauer Angebote zu reagieren zu können. Denn zur Konzeption und Umsetzung von Nachqualifizierungsangeboten bedarf es nicht nur Organisationen im Funktionssystem Bildung, sondern eines systemübergreifenden Leistungsaustausches mit weiteren Partnern. Um den Begriff der strukturellen Kopplung für eine theoretische Verortung funktionssystemübergreifender Kooperationen nutzbar machen zu können, wird zunächst der systemtheoretische Ansatz skizziert, um dann an einem exemplarischen Interviewausschnitt eine Kooperationsbeziehung mit Organisationsvertretern des Bildungs- und Wirtschaftssystems auszuleuchten und das Problemlösungspotential interorganisationaler Kooperationen daran zu veranschaulichen.

Der vorliegende Beitrag zeigt auf, welche Qualitätsstandards aus Hochschul- und Unternehmenssicht bei der Entwicklung und Etablierung erfolgreicher berufsbegleitender Studiengänge relevant sind. Ziel ist es, die Erwartungen von Hochschulen und Unternehmen bezüglich der Qualität von berufsbegleitenden Studiengängen zu erfassen. Die Ebene der Studierenden wird bewusst nicht in das Zentrum gestellt, um die institutionelle Sicht auf Kooperationen zu ermöglichen. Methodisch basiert die vorliegende Untersuchung auf Leitfadeninterviews, die mit ausgewählten Hochschulen und Unternehmen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse der Interviews werden vorgestellt und auf Basis bestehender Qualitätskriterien in der wissenschaftlichen Weiterbildung diskutiert. Die ermittelten Erwartungen der Hochschulen und Unternehmen werden verglichen und darauf aufbauend Qualitätsstandards für weiterbildende Studiengängen formuliert.
Kathrin Wetzel; Bernd Dobmann

Ausgehend von Überlegungen der Signaling-Theorie und des Reputationsansatzes untersucht der Beitrag anhand der Daten einer Betriebsbefragung in Deutschland aus dem Jahr 2011, ob ein Zusammenhang zwischen dem betrieblichen Weiterbildungsengagement und dem Erfolg von Betrieben, qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren, nachgewiesen werden kann. Die Ergebnisse einer multivariaten Analyse zeigen, dass weiterbildungsaktive Betriebe einen höheren Rekrutierungserfolg als Betriebe ohne Weiterbildungsengagement haben. Damit bestätigt sich, dass Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung nicht nur ein Instrument der internen Personalentwicklung darstellen, sondern in besonderem Maße auch bei der externen Personalgewinnung eine Wirkung entfalten.
Klaus Troltsch; Sabine Mohr; Christian Gerhards

Im Herbst 2013 werden erste Ergebnisse der PIAAC–Studie, die in 25 Ländern durchgeführt wird, von der OECD vorgestellt. PIAAC liefert Informationen zu den Kompetenzen Erwachsener auf der Grundlage repräsentativer Daten aus einem Hintergrundfragebogen und aus Assessments in drei Kompetenzdomänen. In Deutschland gibt es außerdem die Erweiterungsstudie „Competencies in Later Life“ (CiLL) für Personen im Alter von 66 bis 80 Jahren. Dieser Beitrag stellt den Kontext der Studie und den Verlauf der Erhebungen bei älteren Menschen sowie erste Ergebnisse vor.
Dr. Jens Friebe; Johanna Gebrande

Die Finanzierung beruflicher Weiterbildung hat sich in den vergangenen zehn Jahren beträchtlich verändert. Sowohl der Bund als auch fast alle Länder haben nachfrageorientierte Finanzierungsinstrumente eingeführt, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Der vorliegende Beitrag untersucht, ob diese Finanzierungsinstrumente eine systemische Lücke bei der Weiterbildungsfinanzierung schließen und stellt erste Überlegungen dazu an, ob und wenn ja ich welchem Umfang diese zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland beigetragen haben (könnten). Im Ergebnis ist zum einen davon auszugehen, dass vorhandene Finanzierungslücken zumindest teilweise, allerdings in unterschiedlichem Umfang geschlossen worden sind. Zum anderen sprechen einige Argumente dafür, dass der Beitrag dieser zusätzlichen Finanzierungsquellen zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung begrenzt ist.

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